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| 13:06 Uhr

Debatte
Wie geht es mit dem Freizeitpark weiter?

Weißwasseraner Freizeitpark im Blickpunkt FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Weißwassers Bauamtschef Thomas Böse wünscht sich eine Grundsatzentscheidung. Und das nicht zum ersten Mal. Von Christian Köhler

Wenn sich Tausende Menschen um das große Feuer am Freizeitpark tummeln, dann ist Hexenbrennen und das Areal in Weißwassers Südstadt genutzt. Der Rest des Jahres bleibt der Park so gut wie menschenleer. Nach dem großflächigem Rückbau im Süden der Stadt sind die Nutzer des Freizeitparks verschwunden. Vereinzelt lassen hier im Herbst die Kinder noch Drachen steigen oder einige Skater drehen ihre Runden. Die Spielgeräte an der Anhöhe machen inzwischen einen eher trostlosen Eindruck. „Sie werden schon seit einiger Zeit nicht mehr instandgesetzt“, erklärt Baureferatsleiter Thomas Böse. Er wünscht sich – mit Blick auf den neuen Sportpark am Prof.-Wagenfeld-Ring – eine Grundsatzentscheidung zum Freizeitpark. „Wir würden gerne eine Klarstellung haben“, richtet sich Böse an die Mitglieder des Bauausschusses, „wir haben bislang noch einen Bewirtschaftungsauftrag, aber ich denke, wir sollten einen Schnitt machen.“

Die Anregung vonseiten des Bauamtes ist nicht neu. Schon vor mehr als einem Jahr, als mehrheitlich die Stadträte dem Plan zur Errichtung des Oberlausitzer Sportparkes (OSP) an Stelle der ehemaligen Eishalle zustimmten, hatte Böse bereits erklärt: „Freizeit- und Sportaktivitäten sollen am Stadion der Kraftwerker und in der Nähe der Eisarena konzentriert werden. Damit rücken die Angebote auch weiter ins Zentrum der Stadt.“ In diesem Zusammenhang schlug er vor, Spielgeräte und Verkehrsflächen im Freizeitpark zurückzubauen. Immerhin entstehen der Stadt Kosten, die im Zuge der nötigen Haushaltskonsolidierung eingespart werden könnten.

Grundsätzliche Zustimmung erlangte das Bauamt bereits vonseiten der Fraktion Klartext für den Plan. Eher zurückhaltend dagegen agierten bis dato SPD und CDU. Dies drückte sich nicht zuletzt in der Septembersitzung des Ausschusses aus, als schließlich bei der letzten Bauvergabe Kathrin Jung (SPD), Andreas Kaulfuß, Thomas Krause (beide CDU) und Heinz Schreiber (Linke) mit „Nein“ votierten. „Das ist Demokratie“, rief Kaulfuß seinerzeit den Befürwortern Hans-Jürgen Beil, Detlef Wolsch und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (alle Klartext) zu. Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang sein, dass Grundsatzbeschlüsse zum Bau des OSP – der künftig schlicht Sportpark heißen soll – 2015 und 2016 mehrheitlich, das heißt demokratisch, gefasst wurden. In der Septemberratssitzung wurde die Entscheidung mehrheitlich korrigiert, da Torsten Pötzsch gegen die Ausschuss-Entscheidung in Widerspruch ging. Dieser begründete sich dadurch, dass die Stadt bereits Gelder für die Planung und den Bau des ersten Teils ausgegeben und eine Ausschreibung vorgenommen hatte.

„Gibt es Auswirkungen durch das Hin und Her beim OSP?“, will Hans-Jürgen Beil wissen. Er befürchtet, dass am Sportpark nun eine Winterbaustelle entsteht, da die genutzten Fördergelder zwingend bis Jahresende aufgebraucht werden müssen. „Warum einzelne Räte im Ausschuss und später im Stadtrat anders abgstimmt haben, wäre schön zu erfahren“, sagt Torsten Pötzsch spontan. Als Konsequenz aus den Entscheidungen des Rates sowie den Widersprüchen zum Haushalt berichtet der OB immer wieder von Unsicherheiten und einem hohen Krankenstand in der Verwaltung.  „Im Ordungsamt ist derzeit noch ein Mitarbeiter, im Kita-Bereich gibt es nur noch einen und eine Auszubildende verlässt uns in Richtung Görlitz“, schildert Pötzsch die Lage. Ob künftig Firmen bei Ausschreibungen Weißwasser fernbleiben, könne er nicht sagen. „Mich ärgert insbesondere, dass einige Räte nur dann aktiv werden, wenn es um Probleme oder Vorhaben in ihrer unmittelbaren Wohngegend geht. Dabei müssen wir hier zum Wohle aller entscheiden.“

In Sachen Freizeitpark will das Rathaus nun einen Beschluss erarbeiten, der dann zur Diskussion in den Stadtrat kommt.