Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste gehören in jedes Fahrzeug. Neben diesen Dingen sollte aber auch in jedem Fahrzeug eine Rettungskarte hinterlegt sein, die bei einem Unfall den Einsatzkräften wichtige Informationen liefern kann. "Bei der Rettung von Personen aus Fahrzeugen müssen wir wissen, wo wir zum Beispiel das Schneidwerkzeug ansetzen können, ohne dadurch Fahrzeuginsassen oder Rettungskräfte zu gefährden oder gar zu verletzen", sagt der Bad Muskauer Stadtwehrleiter Andreas Haertel. Daher trainieren die Muskauer Florianjünger bei ihren Aus- und Fortbildungen solche Einsatzsituationen und sind in der Lage, fachlich, schnell und routiniert zu handeln.

Die Sicherheitsstandards in der Automobilindustrie entwickeln sich aber rasend schnell weiter und stellen dadurch die Feuerwehrleute vor Probleme. So ist es nahezu unmöglich, von allen Fahrzeugherstellern die jeweiligen Sicherheitsstandards zu kennen. Diese unterscheiden sich nicht nur von Hersteller zu Hersteller, sondern sind auch von Fahrzeugtyp und Baujahr abhängig. Daher müssen die Feuerwehrmänner im Notfall manchmal erst recherchieren. Doch diese Recherche kostet Zeit und verzögert die Rettungsmaßnahmen. "Oftmals zählt aber jede Minute", weiß Andreas Haertel. Durch eine Rettungskarte erhalten die Rettungskräfte alle wichtigen Informationen sofort, denn auf ihr ist das Fahrzeug schematisch dargestellt und alle wichtigen Bauteile wie zum Beispiel Gurtstraffer, Airbags oder Karosserieverstärkungen sind farblich markiert.

"Beim Einsatz haben wir natürlich nicht die Zeit, erst das gesamte Fahrzeug nach der Rettungskarte zu durchsuchen", sagt der Muskauer Stadtwehrleiter. Daher sollte diese an einem schnell zugänglichen Ort im Fahrzeug hinterlegt werden. Andreas Haer tel empfiehlt die Sonnenblende auf der Fahrerseite als Hinterlegungsort und sagt: "Dort schauen wir als erstes nach." Eine Rettungskarte kann man sich auf vielen Internetseiten kostenlos herunterladen und farbig ausdrucken.

Verkehrsunfälle mit Personenschäden sind keine Seltenheit. Dies zeigen leider auch die Unfälle der vergangen Tage. Im vorigen Jahr musste die Bad Muskauer Feuerwehr zu sieben größeren Verkehrsunfällen ausrücken. Manche Einsätze davon bleiben den Kameraden noch lange in Erinnerung. Wie zum Beispiel der Unfall am 4. Juni 2015. Damals verstarb bei einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge in Bad Muskau ein 80-jähriger Mann. Dessen 75-jährige Ehefrau und eine weitere Insassin wurden zunächst schwer verletzt. Sechs Wochen nach dem Unfall erlag auch die 75-Jährige ihren Verletzungen.

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