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Rietschen
Wichtel-Premiere auf dem Erlichthof

Der Weihnachtsmann und seine beiden Wichtel Katharina und Friedrich verteilen zahlreiche Geschenke an kleine und große Besucher.
Der Weihnachtsmann und seine beiden Wichtel Katharina und Friedrich verteilen zahlreiche Geschenke an kleine und große Besucher. FOTO: amz
Rietschen. Fast 3000 Besucher strömen am ersten Advent nach Rietschen.

In der Lausitz gibt es Weihnachtsmärkte. Christkindelmärkte. Adventsfeste und Adventsmärkte. Aber das Wichtelfest wird nur auf dem Rietschener Erlichthof gefeiert. Am ersten Advent ist es wieder soweit gewesen. Zwischen 2500 und 3000 Gäste haben die Veranstaltung mit ihren rund 35 Anbietern inmitten der historischen Schrotholzsiedlung besucht. Im Mittelpunkt stehen dabei seit nunmehr 24 Jahren die Wichtel. Katharina und Friedrich Hackel aus Daubitz dürfen anno 2017 zum ersten Mal in die farbenfrohen Kostüme steigen. „Wir sind mächtig gespannt, was wir so alles machen müssen“, erklärt die siebenjährige Katharina. „Zum Glück hält sich die Aufregung noch in Grenzen“, ergänzt ihr zwei Jahre älterer Bruder Friedrich. In der Daubitzer Schule seien sie gefragt worden, ob sie nicht mitmachen wollten. „Im vergangenen Jahr waren wir leider etwas zu spät. Deshalb ist die Freude umso größer, dass es jetzt geklappt hat“, sagt Mutter Nicole Hackel.

„Chef“ der beiden Wichtel ist Weihnachtsmann Helmut Walter. Der Geschichtslehrer zieht sich das Weihnachtsmannkostüm über. Seine Frau, die ebenfalls Pädagogin ist, habe ihn dazu überredet, berichtet Walter. Bereits zum zweiten Mal verkörpert der Schöpstaler den Rauschebart in Rietschen. „Hat im letzten Jahr richtig Spaß gemacht“, lautet die plausible Begründung.

Wenige Minuten später streift das Trio durch die Erlichthofsiedlung. Egal, ob kleine Kinder, Leute mittleren Alters oder Senioren: Alle können sich durch das Aufsagen eines Gedichtes oder das Singen eines Liedes eine Süßigkeit aus den prallgefüllten Säcken verdienen. Dafür haben indes die Rietschener Unternehmer gesorgt, wie Marion Girth von der örtlichen Tourist-Information weiß. „Die Firmen waren wieder richtig spendabel“, freut sie sich.

Auf sonst geht auf dem Wichtelmarkt so richtig die Post ab. Beispielsweise beim „Buschweibl“ Marion Kuchra. Die Rietschenerin bietet Genüsse für alle Sinne an, wie sie sagt. Einer steht dabei im Vordergrund, und zwar der Geruchssinn. Denn das „Buschweibl“ weiß aus allerlei getrockneten Kräutern, etwa Beifuß, Lavendel, Königskerze und Johanneskraut, würzige Räuchereien herzustellen, die so manchen Gast betören dürften. „Die Leute sollen mal zur Ruhe kommen. Die Hast der heutigen Zeit ist auf Dauer nicht gut“, erklärt Kuchra.

Genüsse anderer Art gibt es am Stand der Rietschener Freien Schule. Dort bieten die Zehntklässler rund 20 Kuchen an. „Alle selbstgebacken“, versichert Schülerin Svenja Weser. Am begehrtesten seien Zupfkuchen und Eierschecke. Der Erlös solle zur Finanzierung der Abschlussfeier im Sommer 2018 genutzt werden. Svenja Weser rechnet für die Party inklusive der Geschenke für die Lehrerschaft mit Kosten im dreistelligen Bereich.

Pünktlich zum Wichtelmarkt ist auch der Veranstaltungskalender des Erlichthofes für das Jahr 2018 erschienen. Höhepunkte der kommenden zwölf Monate sind unter anderem der Töpfermarkt am 25. März, das Holz- und Waldfest am 10. Juni, das Natur- und Fischerfest am 29. September sowie natürlich das 25. Wichtelfest am 2. Dezember. Ob es anlässlich des Jubiläums eine besondere Überraschung geben könnte, lässt Marion Girth indes noch offen.