Das Dürrejahr 2018 hat im Muskauer Park seine Spuren hinterlassen. Allerdings sind die bisher festgestellten Schäden oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Besonders die Buchen im Bergpark präsentieren sich mit stark verlichteten Kronen. „Vom Erdboden aus gesehen wirken diese Bäume vital“, berichtet Parkmeister Bernd Witzmann. Doch aus der Vogelperspektive betrachtet, konkret vom Hubsteiger, zeige sich das ganze Dilemma. „Die Kronen sind licht, oft ist die Rinde ab, und Pilze haben sich angesiedelt“, fasst Witzmann zusammen.

Derzeit seien die Experten der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau beschäftigt, die geschädigten Gehölze zu erfassen. „Diese treten keineswegs flächendeckend auf, sondern in gewissen Nestern“, erklärt Witzmann, der seit fast anderthalb Jahrzehnten im Muskauer Park tätig ist. Seine Mannschaft müsse im Schadensfall schnell reagieren, da durch die kranken Bäume Gefahren für Besucher auf den Wegen ausgehen könnten. Nicht nur einmal mussten bereits die Sägen ran.

Besonders betroffen seien mittelalte Rotbuchen auf den trockenen und armen Standorten im Muskauer Bergpark. Buchen gelten bezüglich ihrer Ansprüche als ziemlich sensibel. Vor allem eine kontinuierliche Wasserversorgung sei für gutes Wachstum unabdinglich. Ohnehin gilt nach Angaben heimischer Forstleute die Lausitz aufgrund ihrer Niederschlagsarmut und der meist armen Böden nicht als klassisches Buchenland wie beispielsweise Nordbrandenburg, Thüringen oder Hessen.

Eichen sind dagegen unempfindlicher. Kein Wunder, dass sie zumindest im Muskauer Park die 2018er-Dürre wesentlich besser überstanden haben, sagt Bernd Witzmann. Dennoch gebe es einige Exemplare, die geschädigte Kronen aufweisen.

Im Dürresommer 2003 sind im Muskauer Park um die 50 Bäume verschiedener Arten verloren gegangen. Wie viele es diesmal sein werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhersagbar. Immerhin, so sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes, war der Winter 2018/2019 in der Lausitz nasser als im Durchschnitt. Und auch der kühle, niederschlagsreiche Mai 2019 kam dem Pflanzenwachtum entgegen.

Die Hauptbeschäftigung der Parkpfleger bestand im vergangenen Jahr in erster Linie im Wässern der jungen Gehölze. „Wir haben damals zwischen 15 000 und 20 000 Liter Wasser pro Tag verbraucht“, rechnet der Parkmeister vor. Das bedeute einen neuen Rekord. Nicht nur die im Frühjahr 2018 gepflanzten Bäume und Sträucher wurden ausreichend gewässert, sondern ebenso deren Pendants der vorangegangenen Jahre. Zur Verfügung stehen eine Zisterne sowie ein Tiefbrunnen unweit der Orangerie. Im Frühjahr 2019 haben die Stiftungsmitarbeiter unter anderem Eichen, Linden, Buchen und einen Schnurbaum in den Parkboden gebracht. Auch diese müssen bei Trockenheit regelmäßig mit Wasser versorgt werden.

Positiv überrascht zeigen sich die Parkgärtner hingegen von den mehrjährigen Staudenpflanzen sowie dem Zustand der Wiesen. „Wir hatten arge Befürchtungen, dass es auch dort zu Ausfällen kommen könnte. Aber die Natur hat uns eines Besseren belehrt. Mit den Grünflächen scheint alles in Ordnung zu sein“, resümiert Bernd Witzmann.

Wird der Muskauer Park insgesamt betrachtet, so fasst der Experte zusammen, sei er relativ glimpflich durch das Dürrejahr 2018 gekommen. „Ein weiteres Ereignis dieser Art können wir beim besten Willen nicht gebrauchen“, fügt Witzmann an.