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| 19:38 Uhr

Kirche
Werbung für die Lausitzauf dem Katholikentag in Münster

Ursula Anderer, Professorin für Biotechnologie an der BTU Cottbus-Senftenberg, ist im Ehrenamt Mitglied des Diözesanrats der Katholiken. In Münster macht sie Standbesucher mit der Lausitz bekannt.
Ursula Anderer, Professorin für Biotechnologie an der BTU Cottbus-Senftenberg, ist im Ehrenamt Mitglied des Diözesanrats der Katholiken. In Münster macht sie Standbesucher mit der Lausitz bekannt. FOTO: Benjamin Lassiwe
Münster. Das Bistum Görlitz ist die kleinste deutsche Diözese. Trotzdem ist der Stand der Lausitzer auf dem Kirchentag in Münster dicht umlagert. Von Benjamin Lassiwe

Es gibt Spreewaldgurken und eine große Landkarte der Lausitz. Rund um einen Bistrotisch steht eine Familie aus Münster und staunt ungläubig. „28 000 Katholiken – das ist ja so, als ob alle Gemeinden in der Stadt Münster ein eigenes Bistum wären“, sagt der Familienvater. Mit seiner Frau und seinem Sohn steht er am Stand des Bistums Görlitz, der kleinsten deutschen Diözese, auf der Kirchenmeile des Katholikentags in Münster.
 „Die Sorben sind den meisten Menschen, die hierherkommen, ein Begriff“, sagt Ursula Anderer. Die Professorin für Biotechnologie an der BTU Cottbus-Senftenberg ist im Ehrenamt Mitglied des Diözesanrats der Katholiken, der Vertretung der katholischen Kirchenmitglieder im Bistum Görlitz. Gemeinsam mit Joachim Rudolph aus Görlitz betreute sie am Donnerstag den Stand auf der Kirchenmeile.

Neben dem großen Gemeinschaftsstand mehrerer Erzbistümer und Bistümer wirken die Lausitzer mit einem kleinen Gartenpavillon wie ein echter Underdog – aber gerade das scheint die Besucher anzuziehen. Und noch mehr staunen die Münsteraner, als Joachim Rudolph erzählt, dass das Bistum Görlitz zwar das kleinste deutsche Bistum ist, die Lausitzer Katholiken aber beim Gottesdienstbesuch ganz vorn dabei sind. „Wer in der DDR-Zeit zur Kirche gehören wollte, der blieb und ist auch heute noch aktiv“, sagt Rudolph. Bei den Westfalen aus dem traditionell katholischen Münsterland macht das sichtlich Eindruck. Und natürlich werben die Lausitzer an ihrem Stand auch kräftig für die Wiederbesiedelung des Klosters Neuzelle durch Mönche aus dem Zisterzienserorden. „Das wird ein Ort, wo der Glaube lebt und auch gezeigt wird“, sagt Rudolph. „Denn die Mönche kann ich mir ja schließlich auch ansehen.“

Gezeigt wird der Glaube indes auch auf dem Münsteraner Katholikentag, der unter dem Motto „Suche Frieden“ mit 50 000 Besucher so viele Dauerteilnehmer wie kein Katholikentreffen seit 1990 verzeichnet. Und dessen Thema durch den Konflikt zwischen Iran und Israel so aktuell ist wie kaum ein Christentreffen vor ihm. So geißelte etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit deutlichen Worten den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran: Die Friedensdiplomatie habe dadurch einen schweren Rückschlag erlitten. „Und das ist bitter in einer Zeit, in der wir sie brauchen – dringender denn je.“

60 000 Besucher werden beim Katholikentag dabei sein. Er ist das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland unter dem Motto „Suche Frieden“. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
60 000 Besucher werden beim Katholikentag dabei sein. Er ist das größte Laientreffen der katholischen Kirche in Deutschland unter dem Motto „Suche Frieden“. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. FOTO: dpa / Guido Kirchner