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| 12:17 Uhr

LR vor Ort
Wer regiert künftig die Parkstadt?

 Wer zieht als Bürgermeister ins Rathaus von Bad Muskau? Diese Frage entscheidet sich am 1. September bei der Wahl.
Wer zieht als Bürgermeister ins Rathaus von Bad Muskau? Diese Frage entscheidet sich am 1. September bei der Wahl. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. „LR vor Ort“ stellt am 26. August die beiden Bürgermeisterkandidaten für Bad Muskau in den Mittelpunkt. Gäste sind herzlich zur Diskussionsrunde eingeladen. Von Regina Weiß

Wenn am 1. September in Sachsen gewählt wird. Dann dürfen die Bad Muskauer ein Kreuz mehr machen. Allerdings nicht auf dem Zettel für die Landtagswahl. Dort bleibt es bei einem Kreuz für die Erststimmen und einem für die Zweitstimmen. Die Bad Muskauer müssen zudem entscheiden, wer die Regierungsverantwortung für ihre Heimatstadt ab dem Herbst übernimmt. Denn dort geht an eben jenem 1. September eine Ära zu Ende. Andreas Bänder (CDU) hört auf. Er war seit 2001 drei Mal in Folge zum Bürgermeister der Parkstadt gewählt worden. Auch 2015 wieder. Aus persönlichen Gründen beendet er nun die dritte Amtszeit, die eigentlich bis 2022 gegangen wäre, vorfristig.

Die Bad Muskauer haben nun zu entscheiden, wer Andreas Bänder nachfolgt. Sie haben die Wahl zwischen zwei Männern: Die CDU schickt Thomas Krahl ins Rennen. Frank Budszuhn tritt als Einzelbewerber an. Die SPD unterstützt ihn, hat deren Ortsverband verkündet.

Mit beiden Kandidaten können die Bad Muskauer am 26. August ins Gespräch kommen. An diesem Tag findet die Aktion „LR vor Ort“ in Form eines Forums zur Bürgermeisterwahl statt. Dafür hat die Heimatzeitung beide Kandidaten ins „Kaffee König“ eingeladen. Denn Bürgermeister ist kein Job wie jeder andere. Der Bürgermeister ist Vorsitzender des Stadtrates und Leiter der Stadtverwaltung. In Bad Muskau, das zugleich auch Dienstleister für die Verwaltungsgemeinschaft gemeinschaft mit Gablenz ist, ist der Bürgermeister hauptamtlicher Beamter auf Zeit. Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.

 Thomas Krahl will Bürgermeister in Bad Muskau  werden.
Thomas Krahl will Bürgermeister in Bad Muskau werden. FOTO: CDU / Fotostudio Kuhnert

Warum wollen Thomas Krahl und Frank Budszuhn Bürgermeister werden? „Ich habe die erfolgreiche Arbeit von Bürgermeister Bänder in den letzten zehn Jahren mit begleiten dürfen und möchte diesen Weg mit meiner Erfahrung und dem erworbenen Wissen fortführen“, antwortet Thomas Krahl auf die Frage. Der 51-Jährige ist seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik aktiv. Frank Budszuhn ist dort noch ein unbeschriebenes Blatt. Er lädt die Bad Muskauer ein, gemeinsam mit ihm seine/ihre Heimatstadt für die nächsten Generationen zu gestalten.

 Frank Budszuhn tritt als  Bürgermeisterkandidat an.
Frank Budszuhn tritt als Bürgermeisterkandidat an. FOTO: Regina Weiß

Wo sehen die Kandidaten Bad Muskau am Ende ihrer siebenjährigen Amtszeit? „Ich sehe, wie sich Bad Muskau in vielen Bereichen weiter entwickelt hat. Ob in der Infrastruktur oder den touristischen Bereichen, aber auch in der Wohn- und Lebensqualität in unserer Stadt.“ Frank Budzuhn hofft, durch die Bereitstellung von Bauland, die Stadt für Hierbleiber und Zuzügler interessanter zu machen, um der Überalterung entgegenwirken zu können.

Beide Kandidaten wollen während ihrer Amtsperiode die Bad Muskauer noch besser einbeziehen. Frank Budszuhn setzt auf Bürgerbeteiligungs-Projekte und will als Bürgermeister ein offenes Ohr für alle haben. Thomas Krahl will den Parkstädtern regelmäßige Gesprächsrunden anbieten. Möglichkeiten, wie Unternehmerstammtisch oder Kummerkasten seien in der Vergangenheit zu wenig genutzt worden.

Doch welche Themen stehen denn in den nächsten sieben Jahren überhaupt an? Schön zu wissen, der neue Amtschef muss bei den Investitionen nicht mal kleine Brötchen backen. Mit dem grünen Licht für das Projekt-Paket „Nationale Projekte des Städtebaus“ und der Förderung von 5,78 Millionen Euro können unter anderem auch zwei städtische Missstände in Angriff genommen werden: Die malade Treppe vom Markt in den Ortsteil Berg und das Parkhaus/-deck am Postplatz für Touristen und Polenmarktbesucher. Mit dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ (KSP) gibt es ein nächstes Förderpaket. Der Gehalm und der Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Köbeln stehen sozusagen in den Startlöchern.

Bei aller Förderung geht nichts ohne Eigenmittel und daran hapert es in Bad Muskau seit Jahrzehnten. Dafür nicht an Schulden. Die Finanzen sind mit Abstand die größte Baustelle der Stadt. Denn ohne eine auskömmliche Finanzierung der Kommune lassen sich dann künftig auch nur kleine Brötchen backen. Da heißt es beim Freistaat weiter vorsprechen. Andreas Bänder hat es immer wieder versucht und sich einen Namen gemacht. Bad Muskau-Dresden: Die Reisestrecke dürfte auch der neue Bürgermeister auf dem Amtsstuhl bald aus dem Effeff beherrschen...