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Wer die Hose anhat und wo es den Präsidententrunk gibt

FOTO: Christian Köhler
Der neue Kraftwerksleiter in Boxberg hat sich in dieser Woche im Boxberger Gemeinderat vorgestellt. "Ich würde mich freuen, wenn zu mir der direkte Draht bei Problemen oder Fragen gesucht wird", sagt Carsten Marschner. ni/ckx/rw)

Er möchte nicht, dass es zu Verwerfungen führt, nur weil man nicht miteinander gesprochen hat.

Zur Begrüßung der Boxberger Gemeinderäte hat Bürgermeister Achim Junker (CDU) einen Rekord verkündet: "Wir haben heute 22 Tagesordnungspunkte. Das hatten wir noch nie und ich glaube, das ist Rekord." Zu der hohen Anzahl an Beschlüssen führten vor allem die zahlreichen Bauvergaben, die im Zusammenhang mit dem Begegnungszentrum in Boxberg einhergehen.

Bei der Pressekonferenz zu der geplanten Fusion zwischen der Wählervereinigung Klartext und Wir für Hier in Weißwasser räumt Stadtrat Andreas Friebel (Klartext) ein: "Ich kann auch nicht sagen, was in zwei Jahren ist. Klar ist nur, es gibt einen Tag nach der Wahl." Niemand wisse, wie sich die kommenden Monate und Jahre bis zur nächsten Kommunalwahl gestalten. Friebel wünsche sich, dass die Attacken und Angriffe sich nicht noch weiter zuspitzen würden.

Die Boxberger Gemeinderätin Sigrun Hajdamowicz (CDU) ist verärgert. Sie ist kürzlich am Bärwalder See gewesen. "Es ist unmöglich, dass einige Unbelehrbare die Klammern vom barrierefreien Zugang herausgelöst haben und so Behinderten und Kleinkindern den Seezugang unmöglich machen", so die Gemeinderätin. Sie habe später einige der Klammern in der Nähe der Strandkörbe am Boxberger Ufer gefunden. "Ich weiß nicht, was so ein Blödsinn soll", sagt die Gemeinderätin. Ähnlich verärgert ist Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf), denn an der S 131 zwischen Boxberg und Kringelsdorf "haben Unbekannte fein säuberlich getrennt Müllberge am Waldesrand aufgestapelt". Neben Beton und Hausmüll liegen dort auch Dämmwollreste.

Samstagvormittag konnte man im Foyer des Kreiskrankenhauses Weißwasser kaum treten. Wegen des Tages der offenen Tür waren viele Besucher in die Klinik gekommen, um sich zu informieren über die modernen Möglichkeiten für die Patientenbehandlung. Rolf Wittmann aus Weißwasser, der nach einer Woche stationären Aufenthaltes nach Hause durfte, gab zum Besten: "Wenn man nicht krank wäre, könnte man das mit Urlaub vergleichen. Ich kann nicht meckern", lobte der Senior die Betreuung.

Eigens für die jüngsten Besucher gab es auf der Kinder- und Jugendstation eine Teddy-Sprechstunde, die von den Kindern sehr gern angenommen wurde, berichteten Marleen Mudrack, Kinderärztin in der Ausbildung, und Jonna.

Der Förderverein Museum Sagar weiß die Unterstützung durch Sponsoren sehr zu schätzen. Aus diesem Grunde sind die treuen Mitstreiter an der Seite der Mitglieder im Rahmen des 20. Museums-Geburtstages auch zu einer Dankeschön-Veranstaltung eingeladen worden. "Die Hilfe reicht von Dienst- und Handwerksleistungen bis zur Rechtsberatung" schildert Vereinsvorsitzender Gotthard Kreisel.

Als es jüngst in der Rietschener Ratsrunde um die alles entscheidende Frage zur Abstimmung über die künftige Gemeinde-Flagge ging, merkte Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) an: "Ich habe heute keinen guten Tag." Denn seine Voten waren konträr zur Mehrheit der Räte.

Aus dem Kromlauer Rakotzsee müssen vor dem Beginn der Baumaßnahmen die Fische raus. Dort gedeihen wohl vor allem Graskarpfen und Rotfedern gut. Gemeinderat Johannes Rackel versprach, mit dem Vorstand des Angelvereins Gablenz zu reden. Dabei würde es eine konzertierte Aktion der Gemeinderäte auch tun. Vor allem in der CDU-Fraktion frönt man reihenweise dem Angel-Hobby. Aber statt sich um die einheimischen Karpfen zu kümmern, jagt man den Lachsen in Norwegen nach. Auch deshalb war die Fraktion in der Sitzung in der vergangenen Woche recht dünn besetzt, hat die RUNDSCHAU erfahren.

Auch der Bau- und Wirtschaftsausschuss von Weißwasser schwächelte am Dienstag. Die Verwaltung war deutlich besser vertreten als Stadträte und sachkundige Einwohner. Um überhaupt beschlussfähig zu sein, telefonierte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) hinterher. So musste Stadtrat Timo Schutza (Klartext) auf der Baustelle des Soziokulturellen Zentrums Telux Farbe Farbe sein lassen und in den Ratssaal eilen.

Mit Blick auf die haushälterischen Herausforderungen der Zukunft in Gablenz deutete Finanzausschussvorsitzender Johannes Rackel gegenüber dem Sozialausschuss-Vorsitzenden Dirk Thorausch schon mal an, den Rotstift zu spitzen. Thorausch reagierte gekonnt: "Rotstift? So etwas haben wir im Sozialausschuss gar nicht."

Bei der Pressekonferenz vor der Enthüllung des äthiopischen Kreuzes für Machbuba auf dem evangelischen Friedhof in Bad Muskau hob Gast Prinz Asfa-Wossen Asserate zu einer Lobeshymne auf den Muskauer Park an. "Ich bin immer begeistert, wenn ich in Bad Muskau sein kann." Ihn erfasse eine absolute Ruhe, wenn er durch den Park gehen kann. "Ich hoffe, es wird von immer mehr Menschen realisiert, welches Juwel sie hier haben", so der äthiopisch-deutsche Unternehmensberater und Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie.

Für Prinz Asfa-Wossen Asserate ist Machbuba kein armes kleines Mädchen gewesen. Er sieht sie als starke Frau, die die Trennung von ihren Eltern und den Sklaventransport überstanden hat. "Sie ist das Exempel für die heutige äthiopische Frau", so Asserate. Überhaupt seien Frauen die Zukunft des Kontinents Afrika. "Die Stärke der afrikanischen Frau ist es, den Mann glauben zu lassen, dass er die Hosen anhat." Tilmann Havenstein, Mitarbeiter im CDU-Büro in Weißwasser, konnte sich dazu einen Kommentar nicht verkneifen: "Das ist ja wie bei uns."

Zwei Obstsorten spielen im Muskauer Park und in seiner Geschichte eine wichtige Rolle: im 18. Jahrhundert die Pomeranzen und im 19. die Ananas. Beide kommen heute wieder zu Ehren, auch in flüssiger Form und gern als Geschenk für Gäste. So auch am Donnerstag bei der Pressekonferenz. Den Ananas-Likör, den Cord Panning Prinz Asfa-Wossen Asserate überreichte, bezeichnet der Parkleiter als "Präsidententrunk". Wahrscheinlich, weil ihn schon die ostdeutschen Ministerpräsidenten nach ihrem Treffen in Bad Muskau mit nach Hause nehmen konnten. (