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Wenn statt Bäumen Sandmagerrasen wächst

Rohne. Edith Penk aus Rohne sorgt sich um die grüne Lunge in der Region. Nachdem der Bergbau für die Tagebaue Nochten und Reichwalde riesige Flächen schluckt, heißt sie es nicht gut, dass gleichzeitig an allen Ecken und Enden Wald abgeholzt werde. Gabriela Nitsche

Aufgrund des Kahlschlags sieht Edith Penk die Natur aus dem Gleichgewicht geraten.

Wenn jedes Jahr nur ein Waldbereich auf diese Art gepflegt würde, wie die Forstleute die drastischen Maßnahmen bezeichnen, würde der Waldbestand ihrer Meinung nach nicht so stark reduziert. "Das hat man doch früher nicht so gemacht, von wegen alles auf einmal", erinnert sich Edith Penk. Weltweit komme der Wiederaufbau von Wäldern voran, aber in ihrer Heimat passiere das Gegenteil.

Mit großer Sorge habe sie im letzten Landkreis-Journal eine Bekanntmachung gelesen, wonach "Wald zum Zwecke der Herstellung von Sandmagerrasen in der Gemeinde Boxberg" umgewandelt werden soll. Edith Penk vergleicht das mit Wüste und hat dafür absolut kein Verständnis.

Laut Kreisforstamt handelt es sich dabei um eine 2,29 Hektar große Waldfläche nahe dem Ufer des Bärwalder Sees. Ein lockerer, bereichsweise dichterer Mischbestand aus Birke, Kiefer und Weide in Höhe von einem bis maximal vier Metern sei betroffen. Die Bäume waren zwischen zwei und acht Jahre alt.

Für das Areal gibt es laut der zuständigen Sachgebietsleiterin Sylvia Knote einen rechtskräftigen Bebauungsplan "Bärwalder See - Klitten-Jasua". In diesem Papier ist der Bereich als Sandmagerrasen beziehungsweise Grünfläche festgeschrieben worden. Wie die Forstfrau in diesem Zusammenhang hinweist, habe es zum Zeitpunkt der Bauleitplanung dort aber noch keinen Wald gegeben. Der habe sich erst später entwickelt. Deshalb sei es nun notwendig gewesen, über die Waldumwandlung zu entscheiden.

Auch die untere Naturschutzbehörde, die in das Verfahren einbezogen wurde, hatte nichts dagegen einzuwenden, informiert Sylvia Knothe. Sämtliche Prüfungen, die in einer solchen Sache zwingend notwendig seien, erfolgten.

Was den starken Holzeinschlag angeht, erklärt Sylvia Knote: Grundsätzlich sei Holzeinschlag im Wald ganzjährig gestattet und zähle als Bewirtschaftungsmaßnahme. Wenn gesetzliche Vorschriften eingehalten werden, habe die Forstbehörde keinen Einfluss auf die zeitliche Abfolge von Holzerntearbeiten. Dies liege allein im Ermessen des Waldbesitzers.