| 02:55 Uhr

Wenn's undercover blitzt

Wenn bei Auftragsvergaben Gemeinderäte irgendwie involviert sind, dürfen diese nicht mit abstimmen. Sie müssen sich ins Publikum setzen. ni/rw

Mario Brendel, Strabag-Niederlassungsleiter, sprang deshalb am Dienstagabend in Krauschwitz flugs auf, und ließ sich genauso rasant auf dem anderen Stuhl nieder. Und das wäre fast schiefgegangen, der Sagarsche war gar zu schwungvoll. Gerade so konnte er "Haltung" bewahren, alles feixte…

Weißwassers Oberbürgermeister lässt es sich in keiner Stadtratssitzung nehmen, auf bevorstehende Veranstaltungen hinzuweisen. Am Donnerstag setzte er an, neben vielen anderen auch für ein Kinderstraßenfest am 20. September zu werben. Kaum ausgesprochen, war ihm klar - das war einmal. Darauf Torsten Pötzsch: "Da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen und mir auch nicht…." Da war wohl bei der Zuarbeit für den Chef was schiefgelaufen… Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, heißt es im Volksmund.

Weil bei der 19. Lausitz-Rallye auch mehr Streckenabschnitte als sonst auf Asphalt gefahren werden, gibt es auch einen Reifenwechsel. Den müssen die Teams selbst hinkriegen. "Mal sehen, ob sie das überhaupt noch können, denn das sind sie gar nicht mehr gewöhnt", unkt Rallye-Organisator Wolfgang Rasper. Übrigens gibt es am Samstag bei der Rallye noch eine Baupause. "Da kann man dann im Servicepark zusehen, wie schnell so ein Getriebe gewechselt wird", kündigte Rasper an.

Keine Vorbereitung auf die Lausitz-Rallye, ohne dass Organisator Wolfgang Rasper das Problem-Thema Mobilfunk anspricht. "Hallo liebe Netzbetreiber, wann werdet Ihr mal endlich aufwachen, um die Region in Eure Netze einzubinden oder soll die Lausitz abgekoppelt werden?", startet er in der Pressemappe für die 19. Rallye einen schriftlichen Hilferuf.

Noch vor dem Beginn der Stadtratssitzung in Bad Muskau herrschte aufseiten der CDU-Fraktion Verwirrung. Dafür sorgte durch das Ausscheiden einiger Räte die neue Sitzordnung. Es brauchte ein paar Minuten, bis sich alle Herren daran gewöhnt hatten.

Laut Bad Muskaus Stadträtin Heidi Knoop (die Linke) gibt es eine ganz neue Partei im Bad Muskauer Stadtrat. Den Bürgerverein betitelte sie plötzlich als AfD. Als sie ihren Fauxpas bemerkt hatte, schob sie hinterher: "Da können Sie mal sehen, was der Kreistag für einen Eindruck gemacht hat." Die Tagung des Kreistages hatte am gleichen Tag stattgefunden und Heidi Knoop ist auch Kreisrätin.

Der Grenzvorplatz in Bad Muskau verspreche eine gute Einnahmequelle zu werden. So jedenfalls mutmaßt Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) und zieht den Vergleich mit der ebenfalls verkehrsberuhigten Schmelzstraße. Dort sei er auch schon zweimal geblitzt worden. "Ich durfte dem Landkreis dann 30 Euro zukommen lassen", so Bänder.

Mit Blitzern hatte es dieser Stadtrat in Bad Muskau. So werden die 30 km/h auf dem Weinbergweg nicht eingehalten und wenn geblitzt werde, dann würden sich die Autofahrer gegenseitig warnen, schilderte Anwohner Kurt Dutschke. Man müsse eben undercover blitzen, schlug Stadträtin Doris Noske (Bürgerverein) vor. "Wenn ich das mache, dann habe ich aber nicht die Zeit, die Anfragen von Dr. Lang zu beantworten", erwiderte Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). Michael Lang (Bürgerverein) hatte eine ganze Liste an Anfragen eingereicht.

Beim Thema Kommunalwald zeichnet sich in Bad Muskau auch im nächsten Jahr eine positive Entwicklung ab. Derzeit sieht es so aus, als könnten 500 Euro mehr eingenommen werden, als bisher geplant war. Das sei doch sicherlich für die Kämmerin erfreulich und müsste dann im nächsten Haushaltsplan auch so bedacht werden, erklärte Stadträtin Heidi Knoop (die Linke). "Frau Handschack kann sich gar nicht mehr retten vor Freude", kommentierte Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). Stadtrat Wilfried Bartholomäus (die Linke) meinte mit einem Lächeln: "Da können ja jetzt Wünsche angemeldet werden."

Der Gemeinderat in Weißkeißel hat nach seiner Sommerpause am Donnerstag seine Arbeit wieder aufgenommen. Der Uhr im Tagungsraum der Heimatstube hat die lange Pause nicht gut getan. Sie ist über den Sommer zur Feierabend-Uhr mutiert.

Der Rat in Weißkeißel konnte am Donnerstag über Spenden entscheiden. Dabei ging es in einer Summe um 2200 Euro. "Ich dachte erst, es ist ein Kommafehler", erklärte Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos) beim Blick auf die Zahl.

Beschlüsse des Bad Muskauer Stadtrates werden veröffentlicht. Das passiert im Muskauer Anzeiger. Dort war zu lesen, dass die Stadt eine Spende von 155 000 Euro eingenommen habe. Schön wär's, lautete der Tenor im Stadtrat. "Der Sponsor fehlt uns noch", kommentierte Stadtrat Siegmar Nagorka.

Mit einem Dankeschön wandte sich Gabriela Hannig an die RUNDSCHAU. Sie schreibt: "Am Montag, dem 19. September, gegen 14 Uhr, stürzte meine 90-jährige Mutti auf der Brunnenstraße. Sie zog sich dabei eine Platzwunde am Hinterkopf zu und konnte sich nicht selbst helfen. Sie bekam jedoch sofort Hilfe von Menschen, die ihre Situation erkannt und richtig eingeschätzt haben. Stellvertretend für diese Hilfsbereitschaft möchte ich mich hiermit bei Lucas Heizmann bedanken. Er handelte beherzt und umsichtig, hat den Rettungswagen gerufen und auch mich dann sofort informiert. Schön, dass es solche Menschen gibt. Meiner Mutti geht es glücklicherweise gut. Als Tochter möchte ich noch einmal allen Helfern danken."