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| 15:56 Uhr

Zehnte Schulgala
Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören

Die Tanz AG sowie die Mitwirkenden aus dem künstlerischen Profil setzen nicht nur Michael Jacksons „Thriller" gekonnt um.
Die Tanz AG sowie die Mitwirkenden aus dem künstlerischen Profil setzen nicht nur Michael Jacksons „Thriller" gekonnt um. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Landauer verabschieden sich mit tosendem Applaus von ihrer Schulgala-Ära. Von Regina Weiß

Daniela Neumann schluckt mehrfach, bevor sie ins Mikro spricht. Sie muss sich zusammenreißen. In den Augen schimmern bereits die Tränen. Die Lehrerin und Ideengeberin der Schulgalas am Landau-Gymnasium erinnert am Dienstagabend vor 350 Zuschauern an die Anfänge des Langzeit-Projektes. „In meinem Kopf war alles fertig, alles perfekt“, so Neumann. Sie hatte gesehen, welche Talente in den Klassenzimmern schlummerten und wollte diese Vielfalt gern öffentlich präsentieren. Dass es gelang, dass es zehn Jahre lang gelang, ist nur einem Gemeinschaftswerk zu verdanken. Deshalb gibt Daniela Neumann ein Danke­schön an ihre Kollegen Burghart Lößner, Karsten Höink und stellvertretend für die Kunstlehrer an Maria Hesse-Labs weiter. „Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören“, so Daniela Neumann. So mancher im Saal hat bei dem Satz nicht nur eine Träne im Knopfloch. „Das Ganze ist nur engagierten Lehrern zu verdanken“, heißt es aus den Zuschauerreihen. Doch wie schreibt es das Org.team im Programmheft: „Wir wissen um all die positiven Effekte. ... Der große jährliche Kraftaufwand ist unter den derzeitigen schulischen Bedingungen in Sachsen nicht mehr zu stemmen.“

Die Gala war zehn Jahre ein exklusives Aushängeschild des kreislichen Gymnasiums. Also ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass rund 30 ehemalige Landauer bereit waren, 2018 wieder mitzumachen. Eine davon ist Lucy Kendzia. Die junge Frau studiert in Berlin und will Lehrerin werden. „Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, heute hier dabei sein zu dürfen. Es ist wirklich sehr emotional“, erzählt sie der RUNDSCHAU. Sie singt wieder den Lan­dau-Song, der 2013 seine Uraufführung erlebte.

„Boomerang – Mysteriös und Legendär“ lautet das Motto der Gala 2018. Sie zeigt die schönsten Programm-Punkte ihrer neun Vorgängerinnen. Spannend ist, dass entweder damalige Protagonisten wieder in ihre Rollen schlüpfen oder diese mit neuen Darstellern besetzt sind. Was sie alle eint: Sie legen sich mächtig ins Zeug, haben teilweise ein Jahr lang für den Auftritt geübt.

„Wir sind alle Kinder der Erde“, stimmt Ngoc Anh Nguyen auf das Programm ein. Es war auch das Eröffnungslied der ersten Gala. Die damalige Schülerin studiert mittlerweile Musik in Berlin und steht dort mit ihrer Band im Studio. Aus Kindern werden Leute ...

Und dann geht es Schlag auf Schlag. Die Tanz-AG twistet und rockt, dass bei der doppelten Helene Fischer die Locken fliegen. Die Zwölftklässer lassen den „Fluch der Karibik“ aufleben. Tom Bockhorst und Eric Zuchold sorgen mit dem Preilschen „Schachspiel“ für Amüsement. Die Mädchen der Trampolin AG wirbeln durch die Lüfte. Geturnt wird am Barren und mit Volleybällen. Die Lehrerband „Reprise“ wird bejubelt, genauso wie Hannah Ruhle und Timea Lüdtke, die „Someone like you“ singen. Richtig laut wird es beim „grazilen“ Männerballett. Den Schwänen stehen Saskia Brosius und Jessica Finke gekonnt zur Seite. Und dann gibt es neben vielem anderen noch den getanzten Unterricht. Unter dem Motto „Typisch Lehrer“ nehmen sich einige Pauker gekonnt selbst auf die Schippe. Den Schülern gefällt dies außerordentlich gut, wie der Jubel zeigt.

Rund 1500 Teilnehmer haben seit 2009 ganz Großes auf die Beine gestellt. 7000 stolze Eltern, Großeltern, Geschwister und andere Zuschauer erlebten, wie aus vielen kleinen Ideen ein Gesamtkunstwerk wird. Dazu trugen auch die Helfer vor und hinter den Kulissen bei. Schließlich mussten für jede Gala rund 400 Sitzgelegenheiten platziert werden, Ausstattung, Technik und Versorgung funktionieren.

Das Männerballett führt Schwanensee auf, auch diesmal ganz grazil! Andreas Stange, Tom Scheppan, Benny Binkofski und Paul Petrick im Tutu.
Das Männerballett führt Schwanensee auf, auch diesmal ganz grazil! Andreas Stange, Tom Scheppan, Benny Binkofski und Paul Petrick im Tutu. FOTO: Regina Weiß
Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. Lehrerin Daniela Neumann bei ihrem Schlusswort zur Gala. Für Lucy Kendzia ein emotionaler Moment.
Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. Lehrerin Daniela Neumann bei ihrem Schlusswort zur Gala. Für Lucy Kendzia ein emotionaler Moment. FOTO: Regina Weiß
Für den Auftritt mit dem Gosplechor kamen 20 ehemalige Mitglieder zum Auftritt nach Weißwasser zurück.
Für den Auftritt mit dem Gosplechor kamen 20 ehemalige Mitglieder zum Auftritt nach Weißwasser zurück. FOTO: Regina Weiß