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| 19:53 Uhr

Weißwasser
Von der Maus und dem Dromedar

Die Filmemacher Frank Flecks (l.) und Ralf Hermann wurden von Tierpflegerin Kristina Diedrich begleitet. Im Hintergrund ist Dromedar Hannes zu sehen.
Die Filmemacher Frank Flecks (l.) und Ralf Hermann wurden von Tierpflegerin Kristina Diedrich begleitet. Im Hintergrund ist Dromedar Hannes zu sehen. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Weißwasser. Für einen Besuch im Tierpark Weißwasser reicht jetzt ein Computer aus. Von Torsten Richter-Zippack

Es ist schon verrückt: Wer Dromedar Hannes im Weißwasseraner Tierpark sehen will, muss nicht mehr zwingend selbst in die Einrichtung neben dem Jahnbad kommen. Ab Mitte September reicht ein internetfähiger Computer. Über die Plattformen Youtube und Facebook können Naturfreunde die Tiere aus allen möglichen Perspektiven erleben. Heißt also, Hannes von vorn, von hinten, von unten, von links, von rechts. Kurz gesagt, als stünde jemand selbst daneben. Ein paar Bewegungen und Klicks mit der Computermaus reichen aus. Möglich macht diese 360-Grad-Perspektiven die Nieskyer Sachsenhits-Filmmanufaktur. Das Zwei-Mann-Unternehmen hat Ende August im Weißwasseraner Tierpark verschiedene Tiere in ihren Gehegen gefilmt. Und das mit einer zwar kleinen, eher unscheinbar wirkenden Kamera, die es aber in sich hat. „Es handelt sich eigentlich um zwei versetzte Kameras in einer. Jede kann im 180-Grad-Winkel aufnehmen, sodass ein 360-Grad-Bild entsteht“, erklärt Fachmann Ralf Hermann. Das Gerät sei das Neueste vom Neuen, was der Markt hergibt. „Und wir waren die erste Firma in Ostdeutschland, die damit gearbeitet hat“, sagt Hermann weiter. Der Start erfolgte Anfang 2018.

Das Ergebnis sind kleine Filmclips von ein bis zwei Minuten Länge, die demnächst im Internet zu sehen seien. „Wir wollen die Leute auf den Tierpark aufmerksam machen, und die Weißwasseraner dazu bewegen, der Einrichtung mal wieder einen Besuch abzustatten. Das ist unser Anliegen“, bringt Frank Flecks von der Filmmanufaktur seine Intention auf den Punkt. Ab September solle Woche für Woche eine neue Tierart präsentiert werden. Gezeigt werde, wie Dromedare, Pferde, Kängurus und Co. leben. Um die 3D-Funktion sehen zu können, gebe es bei den ausgewählten Internetplattformen entsprechende Funktionen, die nur angeklickt werden brauchen. Dann beginne das hautnahe Tierpark-Erlebnis.

Finanziert werde das Ganze hauptsächlich über diverse Sponsoren. „Und es ist für uns eine Art Testphase für diese Technik“, erklärt Frank Flecks. Weitere Erfahrungen haben die Nieskyer mit ihrer neuen 360-Grad-Kamera bereits im Hotel Kristall in Weißwasser gesammelt. Dank der Aufnahmen könnten Gäste jetzt vor ihrem Rechner direkt durch das Gebäude spazieren. Darüber hinaus hat die Sachsenhits-Filmmanufaktur mit ihren Imagestreifen, unter anderem über den Rohner Njepila-Hof und die Marketinggesellschaft Oberlausitz Niederschlesien, Fußspuren in der Region gesetzt.

Für den Weißwasseraner Tierparkleiter Gert Emmrich ist die 3D-Filmerei eine „super Sache“. „Wir versprechen uns davon Werbung und hoffen auf noch mehr Besucher.“ Bis Ende August wurden im Tierpark knapp 25 000 Gäste gezählt, etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. „Die extreme Hitze hat sicherlich viele Leute von einem Rundgang abgehalten“, vermutet der Tierparkleiter. Die Tiere selbst hätten die hohen Temperaturen indes gut überstanden. Derzeit leben in dem rund sechs Hektar großen Ensemble 350 Individuen in 75 Arten und Rassen aus vier Kontinenten.

Am Sonntag, 9. September, wird ab 14 Uhr das traditionelle Tierparkfest gefeiert, kündigt Gert Emmrich an. Einen Höhepunkt bildet unter anderem eine witzige Hundeshow. Darüber hinaus gibt es eine Tanzeinlage des TSC Kristall Weißwasser. Moderiert wird die Veranstaltung von Matthias König und Alexander Simon, die auch Gesangseinlagen, Pantomime, Magie, Comedy und weitere Späße ankündigen. Das Tierparkfestfinale bildet indes der Auftritt des Bonner Ensembles „Los Manolos“. Die Gäste dürfen sich auf „leidenschaftliche Musik mit einem hohen Spaßfaktor“ freuen, teilen die Protagonisten mit. Die Gruppe war im vergangenen Jahr Finalist der RTL-Show „Das Supertalent“.

„Vielleicht“, hofft Gert Emmrich, sind die Filmclips bis dahin im Netz. Denn wir freuen uns auf viele Besucher.“