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Bildung
Wenn das Gemäuer erzählen könnte

Die Oberschüler hatten ein kleines Programm vorbereitet. Der Fünftklässler Max sorgte mit seinem Trompetensolo für ein Ständchen.
Die Oberschüler hatten ein kleines Programm vorbereitet. Der Fünftklässler Max sorgte mit seinem Trompetensolo für ein Ständchen. FOTO: Regina Weiß
Krauschwitz. Die Oberschule Krauschwitz begeht ihr 60. Jubiläum. Schulbau war damals wie heute ein schwieriges Unterfangen. Von Regina Weiß

60 Jahre sind für ein Schulgebäude schon eine stattliche Zahl an Jahren. Doch geht es nach Schulleiter Michael Christoph, dann ist die Oberschule Krauschwitz alles andere als alt. „Schule wird höchstens ehrwürdig“, ist er sich am Montagnachmittag bei einer Feierstunde aus Anlass des Jubiläums sicher. Schließlich kommen immer wieder neue junge Leute in die Schule, die mit ihren Träumen und Vorstellungen so eine Bildungseinrichtung jung erhalten. „Das ist etwas ganz Besonderes“, findet er. Besonders ist auch, dass Generationen in Krauschwitz auf das Leben vorbereitet wurden. Kinder, Eltern, Großeltern – die Klassenfotogalerie ist ein beredtes Beispiel dafür. „Wenn das Gemäuer erzählen könnte – in ihm steckt ein bewegtes Leben“, so Christoph.

Dem kann die Gablenzerin Ursula Pittermann nur zustimmen. Als Ursula Szuminiski hat sie in Krauschwitz die neunte und zehnte Klasse absolviert und kam 1965 bis 1971 als Lehrerin hierher zurück. „Ich habe nur gute Erinnerungen an diese Schule. Wir waren ein tolles Team“, sagt sie als Gast der Feierstunde.

Am 12. Januar 1958 konnte die neu gebaute Schule in Krauschwitz eingeweiht werden. Vor allem die Herren Schutza, Göllrich und Kreisel hatten sich in ihren Funktionen als Bürgermeister, Schulleiter, Elternvertreter/Unternehmer verdient gemacht. Lange war um das Gebäude mit Aula in zentraler Lage gerungen wurden. Eine Hortbaracke mit vier Unterrichtsräumen und eine Turnhalle komplettierten das Ensemble.

War Bauen damals schwierig, wurde es nach der Wende nicht leichter. Über 400 Schüler sprengten 1992 fast die Klassenzimmer. Küchentrakt, Nähraum und Gemeindebibliothek wurden aus Eigenmitteln der Kommune gestemmt. 2006 (!) konnte dann der Anbau in Betrieb genommen werden. „Wer damit gerechnet hatte, dass auch Abschnitt zwei und drei nun kommen werden, der hatte sich verrechnet“, so Christoph. Er erinnerte an die Spendenaufrufe für neue Sanitäranlagen, aber auch an den Neubau der Turnhalle. Im März 2013 konnte sie eingeweiht werden.

Handlungsbedarf besteht weiterhin. Deshalb ist ein Generalplaner dran, um das aufs Papier zu bringen.

Doch Räume sind nicht alles. Es brauche weiterhin engagierte Lehrer, um die Schule weiterzuführen. „Mit dem jetzigen Personalbestand ist ein kontinuierlicher Schulbetrieb nicht mehr möglich“, legt Christoph den Finger in die Wunde.