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| 03:09 Uhr

Weniger Schüler bei "Schau rein!"

Weißwasser. Mit der Aktion "Schau rein – Die Woche des offenen Unternehmens" sollten Schüler erste Kontakte mit der Berufswelt knüpfen. Zahlreiche Unternehmen aus der Region unterstützen die Aktion. Doch die Resonanz an Teilnehmern ist gering. Anja Guhlan / ang1 ang1

Schülern ist in der vergangenen Woche mit der Aktion "Schau rein - Woche des offenen Unternehmens" die Möglichkeit geboten worden, Einblicke in die verschiedensten Ausbildungsberufe zu erhalten. So haben sich zahlreiche Unternehmen aus der Weißwasseraner Region bereit erklärt an der Aktion teilzunehmen: Sie haben ihr Angebot auf die Webseite der Aktion eingestellt,und intensiv Dinge für diese Woche vorbereitet.

Doch die Anzahl der teilnehmenden Schüler ist gering. Von insgesamt rund 20 000 angebotenen Plätzen von rund 800 beteiligten Unternehmen in Sachsen, nutzten nur die Hälfte der Schüler das Angebot und buchten Plätze. Für einige Unternehmen war die Teilnehmeranzahl nicht zufriedenstellend, dennoch sehen am Ende der Woche viele Unternehmen die "Schau rein"-Aktion als positiv.

So hatte das Kreiskrankenhaus Weißwasser im Internet 15 Plätze angeboten - gekommen sind sechs Schüler. "Wir erklären uns die geringe Teilnehmerzahl dadurch, dass wir ganzjährig Schnuppertage anbieten", so Doreen Ratajczak vom Krankenhaus.

Die Agrargesellschaft in Pechern verzeichnete in der gesamten Woche vier Teilnehmer. "Klar hätten es noch mehr sein können", erklärt Franziska Robel von der Agrargesellschaft. "Aber so war die Betriebsführung mit jeweils zwei Teilnehmern an den zwei Tagen sehr übersichtlich", so Robel. Sie sieht insgesamt die Aktion recht positiv und doch bemängelt sie etwas. "Wir hatten eigentlich noch zwei weitere Anmeldungen, aber von denen ist niemand gekommen. Keine Abmeldung, keine Reaktion", ärgert sie sich. "Dafür hätten noch zwei andere Interessenten kommen können", so Robel.

Die Firma Hilzinger aus Boxberg verbucht im Vergleich zum Vorjahr die Teilnehmerzahl hingegen als Erfolg. Denn in diesem Jahr interessierten sich sieben Teilnehmer für das Unternehmen - im vergangenen Jahr kam niemand. "Es hätten auch in diesem Jahr noch mehr Schüler sein können, aber im Vergleich zum Vorjahr haben wir eine große Steigerung", erklärt Elisa Grötzner, Auszubildende im dritten Lehrjahr. Sie führt die "Schau rein"-Aktion bei der Firma Hilzinger durch.

Auch die Tiefbau-Firma Nadebor zieht ein positives Fazit: "Die Teilnehmerzahl von neun Schülern war einwandfrei", so Bauleiter Ingolf Hertrich. Die dreistündige Betriebs- und Baustellenführung verlief laut Hertrich nach Plan. "Nun hoffen wir nur, dass sich manche Interessenten auch für ein Praktikum oder eine Ausbildung bei uns bewerben", so der Baustellenleiter.

Für Ulrich Wagner, Geschäftsführer des Wirtschaftsforums Sächsisches Elbland, das die Aktion mit initiiert hat, ist das mangelnde Interesse der Schüler wahrscheinlich auf das miese Winterwetter und auf den Schülerrückgang zurückzuführen. "Es kann aber eigentlich nicht sein, wenn ich mich angemeldet habe, einfach nicht zu erscheinen", sagt er. Dennoch ist er froh, dass viele Unternehmen die Aktion dennoch als erfolgreich verbuchen.

Ulrich Wagner will nach der Woche eine Auswertung vornehmen und mit möglichst allen Unternehmen nochmal ins Gespräch kommen. "Wenn dann herauskommt, das etwas falsch läuft, werden wir natürlich Änderungen vornehmen", verspricht er. Vielleicht hat die Aktion "Schau rein!" mit den Jahren auch an Reiz verloren. Auch diesbezüglich will sich Ulrich Wagner Gedanken machen, ob die Aktion neue und interessante Geschichten oder weitere Alleinstellungsmerkmale braucht.