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Weltreise inmitten des Lindenhofs in Bad Muskau

René Koinzer präsentiert das 61. Prinzenpaar am Samstagabend auf der Bühne des Lindenhofs Bad Muskau. Nicole Schlammer und Tobias Walter gaben anschließend die Kussfreiheit bekannt und zeichneten die besten Kostüme aus.
René Koinzer präsentiert das 61. Prinzenpaar am Samstagabend auf der Bühne des Lindenhofs Bad Muskau. Nicole Schlammer und Tobias Walter gaben anschließend die Kussfreiheit bekannt und zeichneten die besten Kostüme aus. FOTO: Anja Guhlan
Bad Muskau. Die Organisatoren des Elferrates Bad Muskau haben nicht zu viel versprochen. Unter dem diesjährigen Motto "In 80 Tagen um die Welt" bereiste das närrische Volk am Samstagabend zahlreiche Länder und jedes von ihnen hielt eine Überraschung bereit. Anja Guhlan / ang1

. Der Lindenhof ist mit Besuchern prall gefüllt. Viele haben den Saal in ihren oft sehr originellen und tollen Kostümen betreten. Ob als indischer Elefant, chinesische Frau, edler Engländer oder als internationaler Postsack - die Gäste verwandelten sich getreu dem Motto "In 80 Tagen um die Welt" optisch in Weltreisende - wie auch der Lindenhof selbst:

Auch in dem rund dreistündigen Programm ging es um die Reise durch verschiedene Länder. Denn Vizepräsident René "Keule" Koinzer ging als Phileas Fogg die Wette ein, in 80 Tagen die Welt zu bereisen. Es folgte ein unterhaltsames Programm mit liebreizenden spanischen Tänzer innen, dargestellt von den Mini-Funken und den tanzenden Ägypterinnen der Kinderfunken.

In Ägypten ist schließlich die größte Überraschung des Abends Preis gegeben worden: Die Demaskierung des neuen Prinzenpaares. So entpuppte sich als neue Lieblichkeit Nicole Schlammer aus Bad Muskau. Fehlt aber noch der Prinz Jupp LXI. Dann fällt die Maske und darunter verbirgt sich der Bad Muskauer Tobias Walter. Niemand hat es geahnt, denn nur vier Personen des Elferrates wussten um das Geheimnis.

Während Nicole Schlammer 26 Jahre jung ist und derzeit eine Ausbildung zur Erzieherin an der Bundeswehrfachschule in Berlin absolviert und Mitglied der Muskauer Freizeitunion ist, arbeitet Tobias Walter als Oberschullehrer und ist zwei Jahre älter als seine ihm angetraute Lieblichkeit. Zudem ist er der Sohn der 29. Prinzessin Kerstin Walter, die schon 1984 die närrische Regentschaft inne hatte.

Bevor die Krönung des Prinzenpaares mit Krönchen, Narrenhaube und Zepter erfolgt, geht es im Programm weiter. Als Fogg durch Indien hindurchgereist ist, nimmt er mit der Nautilus Kurs auf Amerika. Nun ist das neue Prinzenpaar auf der Bühne gefordert. Die Narrenfreiheit wird verkündet, die Kussfreiheit ausgesprochen und die närrischen Regeln an das Volk verlesen. "Das Küsschen müssen wir noch üben", prustet den neue junge Prinz auf der Bühne, als er seine Lieblichkeit zum ersten Mal zaghaft küsst. Denn anders als im Vorjahr ist das Prinzenpaar nicht miteinander verbandelt. "Lange Zeit durfte das Prinzenpaar nicht miteinander verbandelt sein, so die Regel. Im vergangenen Jahr machten wir da eine Ausnahme. Inzwischen ist es egal, ob das Prinzenpaar verheiratet oder verlobt ist oder sich gar nicht richtig kennt", erläutert René Koinzer.

In ihren güldenen Regentschaftskostümen wirken die beiden Bad Muskauer jedoch schon wie ein eingespieltes Paar, die dann auch mit ihrem gemeinsamen Tanz die Tanzfreiheit eröffnen.

Dann wieder der Weg zur Bühne: Denn natürlich dürfen beim Hofball die Auszeichnungen für die besten Kostümierungen nicht fehlen, bei der das Prinzenpaar die Glückwünsche und Preise überbringt. So erhalten die Truppe um ein paar Weltreisende und die "internationalen Postsäcke" die ersten zwei Plätze und sorgen beim Publikum für großen Applaus. Dabei stellt René "Keule" Koinzer fest, das die Gäste des Muskauer Karnevals nicht nur aus der Stadt und der Region kommen, sondern auch aus Görlitz und sogar Leipzig. "Der Muskauer Karneval ist eben international bekannt", meint der Vizepräsident zum Abschluss des Hofballs.