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| 02:51 Uhr

Weißwassers Oberbürgermeister stellt Bausteine seines Wahlprogramms vor

Weißwasser von oben
Weißwasser von oben FOTO: Christian Köhler (LR-MOB-RED-409)
Weißwasser. Bereits im Januar 2016 hat sich Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) dazu bekannt, bei den Wahlen 2017 seinen Hut erneut in den Ring zu werfen. Jetzt stellte der 46-Jährige gegenüber Medienvertretern Bausteine aus seinem Wahlprogramm vor. Gabi Nitsche

Dieses sei erst Anfang August rund, da noch Gespräche mit Gruppen und Initiativen bevorstünden. Pötzsch will, dass diese sein Programm mitgestalten.

Zu seinen künftigen Schwerpunkten gehöre, Weißwasser auf dem Weg zu einem attraktiven senioren- und familienfreundlichen Ort voranzubringen. Dabei gehe es ihm um Wohnqualität im Allgemeinen. Im Einzelnen zählt er auch Spielplätze, ordentliche Wege, Straßen und Wohngrün dazu. Weiterhin liege der Fokus auf der Stadtsanierung. Hier habe Weißwasser viel geschafft. "In den letzten sieben Jahren wurden in die Infrastruktur von Weißwasser knapp 46 Millionen Euro investiert. Es ist gelungen, für diese Investitionen Fördermittel in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro zu beschaffen. Dies entspricht einer Förderquote von zwei Dritteln unserer Investitionen", berichtet Pötzsch. Um senioren- und familienfreundlich zu sein, braucht es Kitas, Seniorentreffs von unterschiedlichsten Anbietern und Schulen. "Wir brauchen den Tierpark, die Schwimmhalle, die Bibliothek, das Jahnbad, aber genauso das kleine Glasmuseum, das die Geschichte von Weißwasser erzählt." Vereine haben mehr Verantwortung übernommen beim Turnerheim und Jahnbad. Pötzsch sagt, beide Modelle bewähren sich.

Eine Disco in Weißwasser zu installieren, sei schwierig, ein offener Jugendtreff entstehe, und es gebe eine weitere Initiative für einen Klub.

Ein zweiter Bereich sei der von Kultur, Sport und Freizeit. Sein Standpunkt ist, die guten Angebote aufrechtzuerhalten und Kleinkultur zu fördern. Zu sagen, es sei nichts los, stimme so nicht. Die Angebote seien vielfältig, die Leute müssten sie nur stärker wahrnehmen, wünscht sich Pötzsch. Sehr am Herzen liege ihm die Vereinsarbeit. "Ich möchte das Ehrenamt stärken, die Leute mehr einbeziehen, sie mitnehmen, das Ohr an der Masse haben", zählt der Weißwasseraner auf. Er werde dafür eintreten, dass die Vereinbarung mit der Leag verlängert wird.

Sein Augenmerk will der Weißwasseraner weiterhin auf die Infrastruktur richten. "Innenstädte vergreisen. Nicht nur in Weißwasser. Ich möchte die Einzelhändler unterstützen. Aber dazu müssen sie auch bereit sein und mitmachen. Zum Beispiel, wenn es um einheitliche Öffnungszeiten an verkaufsoffenen Sonntagen geht." Wirtschaftsförderung - Pötzsch möchte sich dafür einsetzen, dass Firmen erhalten und neue angesiedelt werden. Ärzte und Lehrer für Weißwasser zu gewinnen, darin sieht der Oberbürgermeister eine besondere Herausforderung. Möglichkeiten, die die Stadt habe, wolle er nutzen. "Es geht um Rahmenbedingungen wie Wohnungen, Praxisräume und so weiter." Er hoffe, dass sich die Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen auszahlten und schon bald zu einem Ergebnis führten, was den allgemeinmedizinischen Bereich angehe.

Zur Infrastruktur gehöre auch der weitere Breitbandausbau und ausgebaute Verkehrsanbindungen auf Straße und Schiene. Stichwort Elektrifizierung der Strecke Zittau-Berlin und Weiterführung der B 178 aus dem Süden des Landkreises bis nach Cottbus. Nächste Woche wollen sich Bürgermeister-Kollegen und er dazu beraten. "Wir müssen konsequent dranbleiben."

Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes sieht Pötzsch als Schlüssel-Projekt. Die Baugenehmigung stehe bevor, es fehle noch das Geld. Sein persönliches Ziel für die frühere Glasfachschule sei, diese wieder zu einem Bildungsstandort zu machen. Jüngste Gespräche stimmen optimistisch, sagt Pötzsch. "Die jetzt mit im Boot sind, verfolgen das auch." Zu den Gebäuden in Weißwasser, wo Pötzsch Handlungsbedarf sieht, gehören "Volkshaus, Station und Kiez". Touristisch ließen sich neue Märkte generieren. Zum Beispiel in der Baukultur. Der Neufert-Bau gehöre dazu.

Chancen sieht Pötzsch in der Rückkehrer-Akquise. Das bleibe ein zentrales Thema. "Die Anrufe über unser Rückkehrertelefon und die direkten Kontakte belaufen sich in den letzten dreieinhalb Jahren auf circa 120. Neuanmeldungen in Weißwasser liegen in den letzten Jahren stabil zwischen 500 und 600 Personen. Davon bilden Rückkehrer geschätzt 50 Prozent."

Vor sieben Jahren stellte sich Torsten Pötzsch drei Ziele. Er blickt zurück: Obenan stand ein Vertrag mit Vattenfall. Das gelang 2011 und spülte bisher knapp 6,5 Millionen Euro ins Stadtsäckel. Mehr Bürgerbeteiligung als bei seinem Vorgänger. "Es gab einige Projekte, die umgesetzt wurden." Beispiele sind die Ideenfindung für das Bahnhofsgebäude und das Gebiet Alte Ziegelei, kooperative Planungswerkstatt. Gelungen sei ihm auch, das Verhältnis zu den Umlandgemeinden zu verbessern. "Wir tauschen uns aus, gehen Dinge gemeinsam an, haben den Norden des Landkreises stärken können." An einem Strang zu ziehen, gipfelte in die "Lausitzrunde", in der er einer von zwei Sprechern ist. Weißwasser werde stärker wahrgenommen als zuvor, habe ein besseres Image. Dafür ist die Mitarbeit in verschiedenen Gremien hilfreich, so Pötzsch. Er ist Kreisrat (Fraktionschef Freie Wähler) und engagiert sich im Sächsischen Städte- und Gemeindetag.