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| 13:42 Uhr

Sommerferien
Nach Halli-Galli wartet Barcelona

Aimee aus Weißkollm dreht das Glücksrad. Lara-Mari Helbig und Tim Poblenz schauen wie die anderen Kids auch zu.
Aimee aus Weißkollm dreht das Glücksrad. Lara-Mari Helbig und Tim Poblenz schauen wie die anderen Kids auch zu. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Lara-Marie Helbig verzichtet in diesem Jahr für neue Erfahrungen auf ihre Ferien. Von Regina Weiß

Schattenplätze und der Pool sind in diesen heißen Sommertagen die begehrtesten Plätze im Kindererholungszentrum am Braunsteich (Kiez) in Weißwasser. An einem dieser schattigen Stellen ist Freitagvormittag ein kleiner Spielparcours aufgebaut. Im Rahmen des Halli-Galli-Camps können sich die Mädchen und Jungen beim Glücksrad versuchen oder mit Wasser gefüllte Luftballons zum Platzen bringen.

Lara-Marie Helbig und Tim Poblenz haben auf alles ein wachsames Auge. Die beiden gehören zum Betreuerteam des Hauses, ohne die die Durchführung solcher Ferienaktivitäten ins Wasser fallen würde. Für die 19-jährige Lara-Marie ist es das vierte Camp in Folge. Drei „Ferienlager-Durchgänge“ rund ums Tanzen liegen bereits in diesen Sommerferien hinter ihr. „Dabei hatten wir Teilnehmer aus dem Erzgebirge und dem Berliner Raum. In diesem Durchgang stammen die Kinder eher aus der Region“, erzählt Lara-Marie. Beim Tanz-Camp waren es bis zu 30 Kinder, die neue Schrittkombinationen lernen wollten. Das ging selbst im Disko-Bungalow vom Kiez nur in mehreren Durchgängen. Trotzdem waren alle mit Spaß bei der Sache. Erst recht, wenn als Überraschung die Kinder abends mit dem Ghettobluster aus dem Bett geweckt werden und spontan getanzt wird. Nach RUNDSCHAU-Informationen hat das sogar Anrainer vom See zum Tänzchen auf der Braunsteichbrücke verführt. Erinnerungen, die die Kinder mit nach Hause nehmen und die sie vielleicht im nächsten Jahr wiederkommen lassen.

Tanzen und Kinder – diese Kombination ist genau das richtige Metier für die Weißwasseranerin. Seit Langem schon hat sie ihre Herz an die Rainbow Kids vom Tanzsportclub Kristall gehängt. So weiß sie also nur zu gut, wie man eine wuselnde Truppe in den Griff bekommt. Als Betreuerin im Kiez fungiert sie bereits das dritte Jahr. Und es dürfte nicht das letzte sein, wenn es nach Chef Marcel Proske geht.

Schließlich kommt Lara-Marie die Arbeit mit den Mädchen und Jungen in ihrem Beruf entgegen. Das erste Jahr an der Euro-Schule in Görlitz hat sie gerade hinter sich gebracht. Heißt, in zwei Jahren – wenn alles mit den Prüfungen klappt – kann sie sich Erzieherin nennen. Bei eben jener Schule hat sie sich für einen Auslandseinsatz beworben. Der Koffer steht schon gepackt in ihrem Zuhause. Sonntag steigt sie in den Flieger. Das Ziel ist Barcelona.

Die Hauptstadt von Katalonien wird nicht aus Feriengründen angesteuert. Vier Wochen wird Lara-Marie in einem Kindergarten arbeiten, wo Null- bis Vierjährige betreut werden. Praktisch ist, dass sie ihren Freund Tim Poblenz an der Seite hat. Auch er will Erzieher werden. Die beiden haben sich an der Euro-Schule kennengelernt. Auch der Zittauer freut sich auf das Praktikum in Spanien. Auf ihre Ferien verzichten die beiden gern, weil sie gespannt darauf sind, wie im Gastgeberland die Kinderbetreuung funktioniert. „Für uns sind das ganz wichtige Erfahrungswerte“, so Lara-Marie. Natürlich sind auch beide gespannt auf das spanische Leben. An Sprachbarrieren denken sie nicht. „Wir können Englisch“, so Tim Poblenz. Zur Not funktionieren Mimik und Gestik.

„Und die Wochenenden werden unsere Ferien sein“, freut sich Lara-Marie Helbig neben aller Weiterbildung auch auf ein bisschen Urlaubsfeeling.