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| 16:37 Uhr

Weißwasser
Weißwasser wird Stelen-Stadt

Weißwasser. Ab Donnerstag findet die Sommerakademie in Weißwasser statt. Thema ist der Strukturwandel. Von Torsten Richter-Zippack

Rund ein halbes Dutzend Höhepunkte bietet die dritte Weißwasseraner Sommerakademie. Die Veranstaltungsreihe erstreckt sich vom 6. bis 9. September. Für einen Knaller will Künstler Reinhard Düvell sorgen. Zunächst am Boulevard der Glasmacherstadt soll ein Prototyp einer Stele präsentiert werden, kündigt Martin Kuder vom Verein Wertewandel als einer der Organisatoren an. Das konkrete Design der Stele sei noch geheim. Nur so viel: „Damit wollen wir die Menschen für die Geschichte unserer Stadt begeistern“, lässt sich Kuder entlocken. Den Protagonisten schweben in Weißwasser mehrere Standorte vor, beispielsweise zwischen Schwimmhalle und Wasserturm und an der Hauptwasserscheide Nordsee/Ostsee. „Als Lernorte der Stadtgeschichte“ wird dieses Kunstprojekt bezeichnet. Ob die Stelen dann tatsächlich angefertigt und aufgestellt werden, hängt von den Kosten ab. „Da vieles offen ist, haben wir über Geld noch nicht geredet. Aber das Vorhaben soll bezahlbar sein“, kommentiert Martin Kuder. Die möglichen „Lernorte der Stadtgeschichte“ werden auf einem Rundgang am 7. September (14.15 Uhr) ab dem Boulevard erkundet.

Die Sommerakademie startet bereits am 6. September um 18 Uhr im Boulevard-Forum mit einer Diskussion zum Thema „Strukturwandel in der Lausitz: Chancen für Weißwasser?“. Als Gäste haben sich unter anderem Prof. Stefan Zundel von der Brandenburgischen Technischen Universität, Claudia Muntschick (Kreatives Sachsen) sowie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch angekündigt. Moderator Martin Kuder erklärt das Anliegen dieser Veranstaltung wie folgt: „Es ist sehr oft vom Strukturwandel in der Lausitz die Rede. Aber die Bürger haben darüber bislang wenig Konkretes erfahren. Das wollen wir jetzt ändern.“

Bereits um 16 Uhr am 6. September wird die Ausstellung „Meine Stadt. Meine Geschichte“ auf dem Boulevard eröffnet. Heimathistoriker Marcus Henschel hat über 100 Fotos vom Weißwasseraner Boulevard und seiner Geschichte zusammengetragen. Hinzu gesellt sich eine animierte Karte dieses Bereichs. Mehr noch: Interessenten können sich mit einer 3D-Brille in luftige Höhen begeben und den heutigen Boulevard von oben bestaunen. Die Ausstellung steht vom 6. bis 9. September jedermann offen.

Der 7. September startet mit einer Fachtagung der Gremien „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (Biwaq) sowie „Perspektiven Weißwasser“. Das Thema lautet „Zukunft gestalten - Heimat (be)leben“. Dabei geht es unter anderem um die kreative Nachnutzung alter Industriestandorte, ebenso um die Umnutzung regionaler Baudenkmale und ihrer Vermarktung.

Darüber hinaus kommt während der Sommerakademie auch die Kultur nicht zu kurz. Am Freitag wird um 18 Uhr zum Hörgenuss-Abend eingeladen. Die Autoren Katrin Lachmann aus Weißwasser sowie Helmut Fleischhauer aus Forst lesen aus ihren aktuellen Kriminalromanen. Die Bücher spielen in der Region.

Am 8. September findet im Garten der ehemaligen Glasfachschule das Gartenfrühstück statt. Zwischen 10 und 12 Uhr werden vor der Villa diverse Speisen serviert und musikalisch durch den Stadtchor untermalt.

Außerdem hält der Sonnabend den Workshop „In Weißwasser wächst was“ bereit. Auf der zweiten Boulevardebene gibt es eine gemeinsame Pflanzaktion. Zwischen 12 und 16 Uhr sollen ein Beet neu bepflanzt, weitere gepflegt werden. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Im vergangenen Jahr zog die Weißwasseraner Sommerakademie knapp 300 Gäste in ihren Bann. Besonders beliebt war laut den Organisatoren das Gartenfrühstück. Ob es auch im Jahr 2019 eine Sommerakademie geben wird, steht bislang in den Sternen. Denn das entsprechende Förderprojekt läuft zum Jahresende 2018 aus.