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Weißwasser will den Sportpark erweitern

FOTO: Planungsbüro grünzeug
Weißwasser. Es war knapp, aber letztlich ist es Baureferatsleiter Thomas Böse gelungen, bei elf Ja-Stimmen (sieben Nein, eine Enthaltung) die Mehrheit der Weißwasseraner Stadträte von den neuen Ideen für den Oberlausitzer Sport- und Freizeitpark (OSP) zu überzeugen. Vor allem ging es darum, den Weg freizumachen für weitere Planungen. Gabi Nitsche

Bereits im Februar hatte der Bau- und Wirtschaftsausschuss grünes Licht gegeben, nachdem mehrfach dort das Thema diskutiert worden war. Man war sich einig, sich voll und ganz auf den OSP zu konzentrieren und dafür den Freizeitpark an der B 156 am Ortsausgang nur noch als Freifläche zu belassen. Denn dort etwas zu machen, werde immer komplizierter und kostspieliger.

Wenn alles zusammenrückt zu einer sportlichen Oase, könne er das nur begrüßen, sagte Timo Schutza (Klartext). Er nennt das Konzept schlüssig. Es korrespondiere mit dem Sportstättenkonzept, welches vor einigen Jahren durch ein externes Büro erarbeitet und vom Stadtrat beschlossen worden war. "Und auch der Kita-Bau passt sich sehr gut ein." Bernd Frommelt (KJiK) habe die Ratsvorlage etwas überrascht, sagte er. Den Fokus auf den OSP zu richten, sei nie Gegenstand von Bürgerbeteiligungsrunden gewesen, wenn es um Themen zur Stadtentwicklung ging, kritisierte Frommelt. Außerdem: Ideen aus dem neuen Konzept seien seiner Meinung nach schon an anderer Stelle umgesetzt. Zum Beispiel der Rodelberg am Kohlestauplatz oder das Schachfeld am Sorauer Platz. Angesichts der finanziellen Situation Weißwassers - die Stadt befindet sich in der Haushaltskonsolidierung - frage er sich, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt für ein solches Vorhaben von rund einer halben Million Euro sei. "Der Freizeitpark ist ja noch immer ein wichtiger Ort." Außerdem habe es doch Überlegungen gegeben, zwischen diesem und dem Turm am Schweren Berg mit der neuen Waldeisenbahn-Haltestelle eine Verbindung zu schaffen. Frommelt beantragte, das Thema zurückzustellen und es in die Haushaltsdiskussion mit einzubringen. Man müsse Prioritäten beachten.

Da könne er sich ja seinen Antrag sparen, meldete sich SPD-Rat Ronald Krause zu Wort: "Die Absichten zum OSP sind absolut richtig, der Zeitpunkt ist falsch." Weißwasser habe weder einen Haushalt noch das Sicherungskonzept. Auch Krause sei für eine neue Prioritätenliste. "Für mich ist der Freizeitpark am Sterben", bekannte Detlef Wolsch. Die Stadt werde kleiner, da habe der OSP eine zentrale Lage. "Wir haben dort schon etwas mit Energie und Kraft gemacht, und sollten das jetzt fortführen."

Auch für Thomas Böse steht fest: "Es kann keine andere Zielstellung geben, als sich auf die Mitte zu konzentrieren." Der Grundsatzbeschluss sei notwendig, um in die Gänge zu kommen. Dafür könne die Stadt zur Verfügung stehende Fördergelder nutzen. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) bedauerte: "Wir haben das Thema dreimal im Ausschuss gehabt. Es wurde gesagt, ja, das ist der Weg. Die Verwaltung bereitete alles vor, und dann ist in der Stadtratssitzung alles anders." Das sei nicht sehr motivierend für die Mitarbeiter. "Versuchen Sie sich mal in die andere Seite zu versetzen", sprach er die Räte an. Pötzsch ließ über Frommelts Antrag abstimmen. Mit neun Ja-, elf Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde dieser abgelehnt.

Thomas Böse redete den Anwesenden noch einmal ins Gewissen: "Wir verbauen uns alles, wenn wir es heute ablehnen." Er bat um Zustimmung des Stadtrates und erhielt sie mit einer knappen Mehrheit.

Zum Thema:
Multifunktionsfläche für Rollhockey, Tennis, Basketball usw.; optional Skaterennbahn; Spielplatz Waldbereich, Abenteuer; Senioren-Generationenfitness; Rodelberg/ Fahrradcross; Tennisplätze im Stadionbereich; Verkleinerung der zu bewirtschaftenden Leichtathletik-Anlage im Stadion, Teilerneuerung von Anlagen, Teilrückbau Traversen; Bolzplatz mit Toren; neues Lager- und Funktionsgebäude mit Sanitäranlage. Kosten/Fördermöglichkeiten: Förderbereich Stadtumbau Ost; Bewilligung aus Programm Investkraft Bund für Erweiterungsmaßnahmen OSP liegt vor (150 000 Euro); Kosten der Einzelmaßnahmen werden in weiteren Planungsschritten konkretisiert.Bereits vorhanden: Eisarena, Stadion mit Leichtathletikanlagen; Beach-, Volleyballplätze; Vereinsgebäude mit Sanitär, Kegelbahn, Räume für Tanz- und Kraftsport; Skateanlage; Verkehrsübungs-; Bouleplatz, nahe Schwimmhalle. Ziel: Konzentration auf die Standorte Turnerheim und OSP und somit effektive Bewirtschaftung.