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| 12:22 Uhr

Tag der Städtebauförderung in Weißwasser
Rundgang in Vergangenheit und Zukunft

Rundgang in der Innenstadt von Weißwasser FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Zum Tag der Städtebauförderung hat die Stadtverwaltung Weißwasseraner zu einem Rundgang eingeladen. Von Christian Köhler

Zum Tag der Städtebauförderung am Samstag hat die Stadtverwaltung Weißwasseraner zu einem Rundgang eingeladen. „Wir haben uns entscheiden, dass Gebiet der Innenstadt besichtigen und dabei mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen“, erklärt Bauamtsleiter Thomas Böse. Rund 25 Einwohner sind der Einladung gefolgt – und hatten viele Fragen mitgebracht.

Ehemalige Gepäckafertigung begutachtet

Gleich zu Beginn ist die ehemalige Gepäckabfertigung am Bahnhof inspiziert worden. Die hat die Stadt wieder auf Vordermann gebracht und sie soll künftig als Lager für das Glasmuseum dienen. „Wir haben hier die Ablösebeträge investiert, die nach der Schließung des Sanierungsgebietes erhoben wurden“, erklärt Böse. Die Stadtverwaltung hatte den Anliegern und Grundstücksbesitzern im Sanierungsgebiet einen Nachlass gewährt – sie müssen einen Ausgleichsbetrag zahlen, wenn die Arbeiten im Sanierungsgebiet abgeschlossen sind – wenn sie den Betrag noch 2018 gezahlt. Die so eingenommenen Mittel wiederum, dazu ist die Stadt verpflichtet, musste Weißwasser ebenfalls noch 2018 ausgeben. Etwas mehr als 200 000 Euro sind so in das Gebäude geflossen.

Allbau-Ziegelei-Gelände soll erschlossen werden

Das größte Bauprojekt der Stadt wiederum weckt bei den Bürgern wesentlich mehr Interesse: Das Allbau-Ziegelei-Gelände. Es erstreckt sich zwischen Forster und Jahnstraße sowie der Straße des Friedens. „Hier gilt inzwischen Baurecht“, erklärt der Bauamtsleiter. Bereits zwei Grundstücke entlang der Jahnstraße sind bereits zum Kauf angeboten. Allerdings gelte es, „die verschiedenen Interessenslagen abzuwägen“, so Böse weiter.

Hintergrund nämlich ist folgernder: Die Stadt kann erst die Grundstücke um den von der Leag renaturierten Alten Ziegeleiteich zum Kauf anbieten, wenn die das Areal mit Medien und Straßen erschlossen ist. „Wir sind dazu in enger Abstimmung mit den Stadtwerken“, erklärt der Bauamtsleiter. Da nicht vorgesehen ist, spezielle Grundstücksgrößen vorzuschreiben, hänge es davon ab, welche Interessenten sich melden. „Sind denn schon Grundstücke verkauft worden“, will Linken-Stadtrat Hans-Eckhard Rudoba wissen, der an dem Rundgang ebenfalls teilgenommen hat. „Nein“, antwortet Thomas Böse. Für die Verwaltung sei es schwierig, zwischen dem Bedarf und der eigentlichen Erschließung – die nicht kostenlos erfolgen kann – abzuwägen. „Wir könnten uns vorstellen, dass wir das gesamte Areal an einen Investor veräußern, der dann die einzelnen Grundstücke unter den bestehenden Auflagen veräußert“, berichtet Thomas Böse. Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) wiederum erinnert noch einmal daran, dass die Stadt weiter auf der Suche nach einem Namen für den neuen Stadtteil ist. Bürger könnten sich dazu an das Rathaus wenden, sagt er.

Waldeisenbahn mit neuem Parkplatz

Die Planungen zum Grünzug zwischen Waldeisenbahn und Jahnbad sind dagegen schon weiter fortgeschritten. „An der Waldeisenbahn ist die neue Reparaturwerkstatt in den letzten Zügen“, berichtet Torsten Pötzsch. Der Besucherparkplatz zwischen Turnerheim und Teichstraße soll im Zuge der Umverlegung des Radweges „Badesee-Tour“ nicht ertüchtigt, sondern auch eine Verbindung zwischen Turnerheimparkplatz und Waldeisenbahnhof erhalten. „So können nicht nur Eisenbahnfreunde hier parken, sondern auch die Gäste vom VfB und den Ringern“, schätzt Thomas Böse ein.

Kompliziert dagegen sei es, den Vorplatz vor dem Bahnhof der Waldeisenbahn zu gestalten. Einerseits soll hier der Radweg entlang in Richtung Jahnpark geführt werden. Andererseits kreuzen hier die Gleise der Eisenbahn die Teichstraße. „Und die großen Reisebusse sollen ebenfalls hier halten“, so Böse.

Das gilt auch für die Gestaltung des Jahnparks samt Sanierung des Jahnbades. Hier solle kein Kahlschlag passieren, „sondern das gesamte Gebiet aufgewertet werden“, richtet sich der Bauamtsleiter an der Zuhörer. So solle hier nicht nur an das erste Eisstadion der Stadt erinnert werden – vorgesehen ist die Aufstellung alter Banden –, sondern auch der Radweg von der Teichstraße bis zum Jahndamm neu angelegt werden.

Jahnbad-Sanierung soll im September beginnen

Die Arbeiten zur Sanierung des Jahnbades sollen nach der Badesaison im September beginnen. Dazu sollen dann der Kiosk und das Eingangshaus sowie die Bauten im Wasser abgerissen und die bestehenden Gebäude saniert werden. „Für den Caravan-Stellplatz sollen ein Waschcontainer und Ladesäulen entstehen“, beschreibt Torsten Pötzsch. Dazu sei man in Gesprächen auch mit Tierpark, der das Auf- und Abschließen des Gebäudes übernehmen soll.

Insgesamt fließen – mit dem fahrstuhlbau am Glasmuseum – rund drei Millionen Euro in das Gebiet.

Fotos vom Rundgang am Samstag finden Sie im Internet unter

www.lr-online.der/bilder

 Auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in Weißwasser ist viel passiert. Was hier entstehen soll und wie weit man mit dem Planungen für den neuen Stadtteil ist, das haben die Bürger erfragt. Der neuangelegte Park ist von den Anwesenden als gelungen betrachtet worden.
Auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei in Weißwasser ist viel passiert. Was hier entstehen soll und wie weit man mit dem Planungen für den neuen Stadtteil ist, das haben die Bürger erfragt. Der neuangelegte Park ist von den Anwesenden als gelungen betrachtet worden. FOTO: Christian Köhler
 Baureferatsleiter Thomas Böse erläutert, wo sich die Fördergebiete in der Stadt befinden.
Baureferatsleiter Thomas Böse erläutert, wo sich die Fördergebiete in der Stadt befinden. FOTO: Christian Köhler
 Das Innere der ehemaligen Gepäckabfertigung am Weißwasseraner Bahnhof haben sich die Gäste des Rundgangs ebenfalls ansehen können.
Das Innere der ehemaligen Gepäckabfertigung am Weißwasseraner Bahnhof haben sich die Gäste des Rundgangs ebenfalls ansehen können. FOTO: Christian Köhler
Rundgang in der Innenstadt von Weißwasser FOTO: Christian Köhler