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| 14:17 Uhr

Finanzieller Kraftakt
Ist das Stadion der Kraftwerker zu groß?

 Stadion der Kraftwerker in Weißwasser.
Stadion der Kraftwerker in Weißwasser. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Im Haushalt von Weißwasser sind Investitionen von 500 000 Euro geplant. Das gefällt nicht allen Stadträten. Von Christian Köhler

Schon vor gut sechs Jahren hat sich Wolfgang Petsch von der TSG Kraftwerk Boxberg/Weißwasser an die RUNDSCHAU gewandt. Seinerzeit lobte er ausdrücklich die gut gepflegte Grünanlage im Stadtion der Kraftwerker. Allerdings bemängelte er und die Leichtathleten der TSG den Zustand der Laufbahn. Daran hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel verbessert. Bordsteinkanten sind herausgebrochen, Linien lassen sich auf dem Schotter kaum noch zeichnen. Die Zuschauerränge sind mit Wildwuchs übersäht und die Anlage macht gerade noch von Weitem einen guten Eindruck.

Halbe Million Euro im Haushalt eingeplant

Jene Zustandsbeschreibung teilt auch Baureferatsleiter Thomas Böse. Während der Stadtratssitzung im Juni ist er darauf eingegangen. Und zwar aus gutem Grund: Olaf Schober  aus Weißwasser sowie Roberto Kuhnert (AfD), der seinerzeit noch nicht im Stadtrat saß, haben einen Bürgereinwand gegen weitere Investitionen im Sportpark – zu dem das Stadion der Kraftweker gehört – eingereicht. Im Haushaltsentwurf für 2019 und 2020, den der Stadtrat mit knapper Mehrheit absegnete, sind letztlich eine halbe Million Euro eingestellt worden. Dabei, so das Argument von Olaf Schober, „schafft diese Investion keine Arbeitsplätze“ und gehöre ohnehin in den Bereich der freiwilligen Aufgaben der Stadt.

„Es steht die Frage, wie sich künftig das Stadion überhaupt noch bewirtschaften lässt“, begründet Thomas Böse die eingestellten Mittel. Schließlich befindet sich der Sportplatz samt angrenzedem Terrain im Eigentum der Stadt. Und das Areal ist alles andere als klein bemessen. Nach Angaben von Thomas Böse handelt es sich um eine Fläche von rund 7500 Quadratmeter, die bewirtschaftet werden will. Darin enthalten sind Volleyballfelder, eine Weitsprunganlage und 1130 Traversen, erklärt der Bauamtsleiter und sagt: „Das alles ist völlig überdimensioniert.“

 Mit der Pflege der Traversen kommt die Stadtverwaltung nicht mehr nach. Sie müssten zudem saniert oder zurückgebaut werden.
Mit der Pflege der Traversen kommt die Stadtverwaltung nicht mehr nach. Sie müssten zudem saniert oder zurückgebaut werden. FOTO: Christian Köhler

Enormer Pflegeaufwand für die Stadtverwaltung

Für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sei es schlicht eine Mammutaufgabe, das Stadion in einem „vernünftigen Zustand“ zu halten, so Thomas Böse. Dabei gehe es nicht nur ums Rasenmähen, sondern eben auch um die Pflege der Traversen, der Laufbahn, der Anlage zum Kugelstoßen oder um die Rasenfläche im Allgemeinen. „Das kann man nicht nebenbei machen“, argumentiert der Bauamtsleiter.

Dirk Rohrbach (Klartext) fragt in diesem Zusammenhang, ob die angedachten Investitionen von 500 000 Euro nicht zu viel seien. „Was ist denn dort geplant?“, will er wissen. Immerhin ist gleichzeitig geplant, im Turnerheim an der Muskauer Straße einen Sozialtrakt zu errichten. Darin enthalten sind neben eines neuen Heizkraftwerkes auch Umkleideräume und Sanitäranlagen für die rund 1000 Sportler, die das Turnerheim wöchentlich nutzen.

Kathrin Jung (SPD) fragt, „ob solche Maßnahmen sein müssen“ – mit Blick auf die schlechte Haushaltslage. Und: „Wir wissen nicht einmal, ob wir dafür Fördermittel bekommen.“ Das sieht auch Hans-Eckhard Rudoba (Linke) so. Er habe ganz generell den Eindruck, „als wird dort nur gebaut, wenn es gerade Fördermittel gibt“.

 Die Laufbahn im Stadion der Kraftwerker in Weißwasser müsste dringend saniert werden. Hier besteht ein hohes Verletzungsrisiko für Sportler.
Die Laufbahn im Stadion der Kraftwerker in Weißwasser müsste dringend saniert werden. Hier besteht ein hohes Verletzungsrisiko für Sportler. FOTO: Christian Köhler

Ziel sei eine vernünftige Bewirtschaftung zu ermöglichen

Thomas Böse erklärt, dass es sich eher um Kleinigkeiten handelt, die dort geändert werden sollen, „die aber eine große Wirkung“ erzielen. Etwa, wenn ein Teil der Traversen abgerissen und stattdessen Rasen eingesät wird. Auch eine Tartanbahn würde die Qualität des Areals aufwerten – und sie lasse sich leicht pflegen. „Das Ziel ist es, das Gebiet einfacher bewirtschaften zu können.“ Es sollen nach den Umbauarbeiten darüber hinaus keine Mehrkosten für die Erhaltung entstehen „und das Stadion soll der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden“. Wann dies umgesetzt wird, ist offen.

Schließlich ist mit knapper Mehrheit der Einwand von Olaf Schober und Roberto Kuhnert abgelehnt worden.