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| 17:04 Uhr

Weißwassers OB will gegen Gerüchte angehen
Informationen aus erster Hand gegeben

 Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch im Gespräch mit Bürgern.
Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch im Gespräch mit Bürgern. FOTO: Robert Ehmann
Weißwasser. Weißwassers Oberbürgermeister stellt sich den Fragen der Bürger. Er will Gerüchten in der Stadt entgegentreten. Von Christian Köhler

Gerüchte verbreiten sich auch ohne Breitbandanbindung rasend schnell. Das ist in Weißwasser genauso wie andernorts. Dabei werden auch schnell Behauptungen aufgestellt, die entweder bewusst oder unbewusst in Zusammenhänge gebracht werden, die nicht stimmen. Da ist sich Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) sicher.

Jüngst während der Stadtratssitzung etwa hatte sich Baureferatsleiter Thomas Böse mit einem Leserbrief von Hans-Joachim Ladusch, der in der Presse veröffentlicht wurde, auseinandergesetzt. Der Weißwasseraner wirft unter anderem der RUNDSCHAU vor, „Kritik an der Stadtverwaltung wird unterdrückt, wo es nur geht“ und meint, „kritische Leserbriefe“ würden nicht veröffentlicht. Thomas Böse nimmt Bezug zu einem Leserbrief von Hans-Joachim Ladusch, der sich mit der Eröffnung des Sportparks an der Eisarena beschäftigte. Darüber hatte die RUNDSCHAU berichtet. Thomas Böse hatte Anfang Mai erklärt, in das Areal „sind rund 25 Millionen Euro“ über mehrere Jahre geflossen.

Hans-Joachim Ladusch wiederum meint, man hätte „für diese stolze Summe den Bahnhof, das Volkshaus, die Glasfachschule, aber auch das Jahnbad und die Braunsteichbrücke top sanieren“ können. Das weist Thomas Böse zurück, da „sich diese Fragen gar nicht zu dem Zeitpunkt stellten, als der Beschluss zum Sportpark [zu dem auch die Eisarena gehört, Anm. d. Red.] – getroffen wurde“. Damals nämlich ist die Stadt noch gar nicht Eigentümer des Bahnhofes oder der Glasfachschule gewesen. Folglich hätte sie dort auch nichts investieren können. Auch die Probleme des Jahnbades oder der Braunsteichbrücke stellten sich in den 2000er-Jahren noch nicht – „zumal das Jahnbad ja 2019 saniert wird“, so Böse. Er findet es bedauerlich, „dass hier Dinge in völlig falschem Zusammenhang dargestellt werden“.

Um dies künftig zu verhindern, sucht Torsten Pötzsch nun Gespräche mit den Bürgern. Am Freitagvormittag hat sich zwischenzeitlich eine ganze Traube von Einwohnern um den OB auf dem Marktplatz versammelt. „Was wird nun aus dem Bahnhof?“, fragt etwa Renate Stoppira aus Weißwasser. „Wir haben zwar eine Baugenehmigung und Fördermittel erhalten“, entgegnet Torsten Pötzsch, „aber wir haben nicht die nötigen Eigenmittel, um loszulegen.“ Und diese seien noch gestiegen – inzwischen auf über eine Million Euro. Ferner stehe die Refinanzierung des Objektes noch nicht.

Ein anderer Bürger – viele wollen ihre Namen nicht in der Zeitung lesen – fragt, was aus dem Volkshaus wird. Dabei verweist der OB auf fehlende Nutzungskonzepte für das Gebäude, darauf, dass ein saniertes Volkshaus enorme Kosten in der Betreibung verursachen würde. Er hat eine AG ins Leben gerufen, an der sich die Bürger beteiligen können.

Ein weiterer Weißwasseraner ärgert sich über die Staubbelastung, die vom Tagebau Nochten ausgeht. „Wir haben dies beim Bergbaubetreiber Leag angesprochen“, sagt Pötzsch. Er verweist aber auch darauf, dass „Beschwerden nur selten an uns oder die Leag gerichtet werden“. Er bittet darum, sich an das Rathaus oder die Leag zu wenden und die Probleme anzusprechen.

Auch um E-Mobilität geht es einem Weißwasseraner: „Wo soll ich mein Elektroauto aufladen? Bei uns im Plattenviertel gibt es keine Ladestation“, sagt er. Eine Familie mit einem schwerbehinderten Kind wünscht sich, dass auch Spielmöglichkeiten für Behinderte in Weißwasser geschaffen werden – eine Rollstuhlschaukel etwa errichtet wird. „Das ist eine gute Idee, das nehme ich mit“, versichert Torsten Pötzsch.

Neben Problemen mit der „großen Politik“ kommen so eine Vielzahl von Themen und Problemen der Weißwasseraner ans Licht. „Dass ich hier auf dem Markt stehe, ist gut angenommen worden. Ich werde es auf jeden Fall fortsetzen“, verspricht Torsten Pötzsch. Noch während er zusammenpackt, kommt Henry Wagner aus Weißwasser auf ihn zu: „Ich wollte Ihnen einmal sagen: Ich finde es gut, dass Sie sich hier hinstellen und die Nerven haben, zuzuhören.“ Das nämlich fehle in der politischen Diskussion, sagt der 66-Jährige.

So sparten viele Bürger darüber hinaus aber auch nicht mit Kritik sowohl am Rathaus als auch am Stadtrat. „Dass nur am Anfang des Weißkeißeler Weges Splitt aufgetragen wurde, finde ich unmöglich“, sagt eine Einwohnerin. Ein anderer Weißwasseraner meint, „dass einige Stadträte nicht zu den Sitzungen erscheinen, generell viel zu viel in Weißwasser gestritten wird, finde ich nicht gut.“

 Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch im Gespräch mit Bürgern.
Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch im Gespräch mit Bürgern. FOTO: Robert Ehmann