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| 16:09 Uhr

Für mehr Sicherheit beim Eishockey
Weißwasser legt Geld für eine Flex-Bande zurück

 Noch hat die Eisarena in Weißwasser kein flexibles Bandessystem.
Noch hat die Eisarena in Weißwasser kein flexibles Bandessystem. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. In der Deutschen Eishockey-Liga ist ein flexibles Bandensystem ab 2020 Pflicht. Auch die zweite Liga muss damit rechnen, dass das Sicherheitssystem eingeführt wird. Die Stadt Weißwasser trifft als Eigentümerin der Eisarena Vorsorge. Von Christian Köhler

Mehr Action, weniger Verletzungen. Das erhoffen sich die Verantwortlichen der Deutschen Eishockey Liga (DEL), als sie beschlossen haben, dass ab der Saison 2020/2021 in den Stadien der ersten Liga flexible Bandensysteme zur Pflicht erklärt wurden. „Das Verletzungsrisiko für die Spieler wird damit erheblich minimiert“, erklärt dazu René Rudorisch von der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft mbH (ESBG). Er ist als Geschäftsführer für den Spielbetrieb der DEL 2 verantwortlich. Schließlich werden Spieler häufig gegen die Banden gecheckt, was vor allem das Verletzungsrisiko für Kopf und Oberkörper erhöht. Und das genau dann, wenn die Bande nicht nachgibt.

Erste Stadien in der zweiten Liga sind schon umgerüstet

 Schon bei den Nachwuchs-Eishockeyspielern geht es hart zu: Hier rangeln die Spieler an der Bande um den Puck beim Spiel der Jungfüche Weißwasser (in gelb) gegen die Berliner Eisbären.
Schon bei den Nachwuchs-Eishockeyspielern geht es hart zu: Hier rangeln die Spieler an der Bande um den Puck beim Spiel der Jungfüche Weißwasser (in gelb) gegen die Berliner Eisbären. FOTO: Neuthe

„Wir als DEL 2 werden uns damit auch auseinandersetzen müssen“, erklärt Rodisch auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Drei Stadien sind seines Wissens nach in der zweiten Liga bereits umgerüstet. Insgesamt spielen hier 14 Teams.

In Weißwasser ist das Thema bereits während der jüngsten Haushaltsdebatte im Juni dieses Jahres diskutiert worden. Weil die Eisarena sich im Eigentum der Stadt Weißwasser befindet, hat man im Rathaus im Zuge der Haushaltsaufstellung bereits Kontakt mit Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach, der für Klartext im Stadtrat sitzt, aufgenommen. „Es ist nicht auszuschließen, dass die Flex-Banden auch in der DEL 2 Pflicht werden“, erklärt Rohrbach.

Stadtverwaltung Weißwasser hat 200.000 Euro eingeplant

Zuvor nämlich hatte sich SPD-Stadtrat Ronald Krause schriftlich an das Rathaus gewandt und erfragt, warum im Entwurf für den Doppelhaushalt 2019/2020 rund 200 000 Euro für dieses Vorhaben eingeplant sind. „Die Flex-Bande könnte zur Pflicht werden“, weiß auch Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Ob es für dieses mögliche Vorhaben allerdings Fördermittel gibt, wisse zum jetzigen Zeitpunkt niemand. Deshalb hat die Stadtverwaltung bereits in dem Doppelhaushalt Geld dafür eingestellt.

„Es gibt nur zwei Varianten“, berichtet der ESBG-Geschäftsführer, „dies zu finanzieren.“ Entweder sucht die Liga als Ganzes einen Partner, der das realisiert – damit könnte der Gesamtpreis reduziert werden –, oder aber der Deutsche Eishockey Bund (DEB) fördert die Maßnahme und die Stadien-Eigner müssen für den Umbau aufkommen.

Eishockeyspieler sind durch Flex-Banden besser geschützt

Grundsätzlich befürwortet René Rudorisch die Einführung der Flex-Banden. Und das nicht nur wegen des besseren Schutzes für die Spieler. Auch einen finanziellen Hintergrund führt er an: „Die Beiträge an die Berufsgenossenschaft der Profis zu senken geht nur, wenn das Verletzungsrisiko der Spieler gesenkt wird“, so Rudorisch. Diese Beiträge wiederum werden von den Clubs gezahlt, die mit einer Flex-Bande also auch Einsparen könnten. Noch aber gibt es einen Bestandschutz für das derzeitige Bandensystem – auch wenn neugebaute Stadien bereits zum Einbau von Flex-Banden verpflichtet sind.