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| 19:39 Uhr

Besuchermagnet von Bad Muskau
Die Waldeisenbahn steuert ein großes Jubiläum an

 Der Personenzug mit der Brigadelok 99 3315 kurz vor der Abfahrt im neuen Bahnhof in Bad Muskau. Die Strecke in den Muskauer Park ist besonders gefragt.
Der Personenzug mit der Brigadelok 99 3315 kurz vor der Abfahrt im neuen Bahnhof in Bad Muskau. Die Strecke in den Muskauer Park ist besonders gefragt. FOTO: Heiko Lichnok
Weißwasser . Die Waldeisenbahn investiert in diesem Jahr in die Barrierefreiheit und den Bahnhof in Kromlau. Im Februar können sich Besucher auf romantische Fahrten freuen. Von Regina Weiß

Geht es nach  Heiko Lichnok, dann hat er eine Bitte: Petrus soll es am 23. und 24. Februar richtig Winter sein lassen. Die trockene Kälte wie jetzt plus Schnee wären der ideale Rahmen für ein neues Angebot der Waldeisenbahn Muskau. Sie bietet an beiden Tagen romantische Fahrten zur Winterszeit an. Sie gehen in den Kromlauer Park. „Der Blick auf den Muskauer Faltenbogen, die Grubenseen ist im Winter einfach besser möglich“, erklärt Heiko Lichnok, Geschäftsführer der Waldeisenbahn Muskau GmbH. Möglich wird das neue Angebot auch deshalb, weil die Bahn in den zurückliegenden Monaten die Voraussetzungen geschaffen hat. Drei weitere Wagen wurden mit Heizung nachgerüstet, sodass man die Winterlandschaft auf mehr als 100 warmen Sitzplätzen vorbeiziehen lassen kann. Das Gute ist noch, am 23. Februar kann man zudem den Tag beim Winterlichtfest im Muskauer Park ausklingen lassen.

Das neue Angebot reiht sich ein in die Touren wie Mondlicht- und Weihnachtsmannfahrten, die ihren festen Platz im Veranstaltungskalender der Bahn haben, aber nicht inflationär angeboten werden. „Sie sollen etwas Besonderes bleiben“, findet Heiko Lichnok. Das Interesse dafür ist bei Einheimischen und Auswärtigen gleichermaßen groß.

Mit 47 000 Fahrgästen hat die Kleinbahn im vergangenen Jahr ihren Rekord von 2017 mit über 53 000 Reisenden nicht überbieten können. Traurig ist Heiko Lichnok trotzdem nicht. Zum einen war das Rekordergebnis zwei Neueröffnungen (Tonbahn und Bahnhof Bad Muskau) geschuldet. Zum anderen liegt die Fahrgastzahl 2018 mit 2000 über dem geplanten Ziel. Letztlich sei es eine Frage des Realismus. Denn besondere Anstrengungen bei Events gehen zu Lasten anderer Dinge. „Schließlich müssen 1000 Sachen bedacht werden, damit hier alles funktioniert.“

Froh ist man nach wie vor, mit Tonbahn und neuem Bahnhof wichtige Zeichen gesetzt zu haben. Die Fahrstrecke an der Tagebaukante biete ein neues Erlebnis. „Und wenn man das in Bad Muskau sieht, dann denkt man, der Bahnhof war schon immer so. Er ist überhaupt kein Fremdkörper.“ Der Bahnbetrieb sei vielmehr Teil des Lebens, das in den Badepark wieder einzieht. „Ich gehe davon aus, er wird genauso ein Flanier- und Erlebnisbereich wie der Schlosspark.“

Die Waldeisenbahn ist ein touristischer Anziehungspunkt. „Wir leben nicht von den Einheimischen.“ Viel  Werbung sei notwendig, um die Gäste in die Region zu holen. Das Einzugsgebiet betrage rund 200 Kilometer. Das sowohl bei den Tagesgästen als auch bei den Reisenanbietern. „Und ich meine das ausdrücklich im 360 Grad Radius“, so Lichnok. Heißt also: Deutsche, Polen und Tschechen. Messeauftritte in Breslau und Prag zusammen mit der Touristischen Gebietsgemeinschaft und der Dampfbahnroute, die Zusammenarbeit mit polnischen Partnern beispielsweise beim Geopark Muskauer Faltenbogen, Werbung mittels Flyern in Tschechien und das Euro-Neiße-Ticket über den Verkehrszweckverband machen sich in dieser Hinsicht bezahlt. Das sorge dafür, dass viele Tschechen und Polen mit der Waldeisenbahn auf Tour gehen.

Klar, dass für den Betrieb Instandhaltungen und Investitionen dauerhaft notwendig sind. In diesem Jahr soll unter anderem die Überdachung des Wartebereiches am Bahnhof Teichstraße erneuert werden.

Über das Investitionsprogramm „Barrierefreies Bauen 2019 – Lieblingsplätze für alle“ stellt die GmbH einen Antrag, um die Toilettenanlage an der Teichstraße barrierefrei umzubauen. Wickel- und Stillraum sollen gleich mitentstehen. „Unser Angebot ist wirklich nicht mehr zeitgemäß“, muss sich Lichnok eingestehen. Mit Hilfe der Förderung vom Freistaat soll zudem der Bahnsteig in Kromlau verlängert und erhöht werden, um älteren Menschen das Einsteigen zu erleichtern. Außerdem muss noch ein Gleis und die Weiche instand gesetzt werden. Der Plan ist, im Herbst mit den Arbeiten zu beginnen.

Dann ist Heiko Lichnok gedanklich schon im Jahr 2020. Dann müsste etwas auf der Muskauer Strecke passieren, die es dann zu dem Zeitpunkt auch schon auf 25 Jahre bringt. Ein kleines Jubiläum. Mit 125 Jahre Kleinbahn steht dann noch ein viel größeres ins Haus. „Die Planungen gemeinsam mit dem Verein der Waldeisenbahn laufen seit 2018. Das Jubiläum wollen wir das gesamte Jahr über thematisieren.“