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Weißwasser ist "Zukunftsstadt"

Eine Vision 2030+: Weißwasser will weitere Gebäude der alten Glasfachschule verkaufen und so zu neuem Leben erwecken.
Eine Vision 2030+: Weißwasser will weitere Gebäude der alten Glasfachschule verkaufen und so zu neuem Leben erwecken. FOTO: ni
Weißwasser. Weißwasser gehört zu 52 von 168 ausgewählten deutschen Kommunen im Wettbewerb "Zukunftsstadt". Die Aufgabe ist es, eine nachhaltige Vision für 2030+ zu entwickeln, so Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Gabi Nitsche

Wie sieht die Stadt von morgen aus? Um diese Frage geht es beim neuen vom Bund ausgelobten Wettbewerb "Zukunftsstadt". Weißwasser gehört zu 52 von 168 deutschen Städten, die sich um eine Teilnahme bewarben und nun zu den Glücklichen gehört. Die Aufgabe zu erfüllen, eine Vision für 2030+ zu erfüllen, dürfte Weißwasser nicht schwerfallen. Davon ist Oberbürgermeister Torsten Pötzsch überzeugt. Denn in Weißwasser habe man schon eine gute Vorarbeit geleistet. Stichwort Planungswerkstatt 2013. Unter Federführung von Planungswerkstatt-Leiter Holger Schmidt waren von Kommunalpolitikern, Einwohnern und Planern bündelweise Stadtentwicklungsideen geboren worden. Eine Gruppe von Fachleuten prüfte später explizit, was sich davon tatsächlich realisieren lässt.

Einiges von damals sei inzwischen auf dem guten Weg. Pötzsch erinnert an das Bahnhofsgebäude. "Wir haben es inzwischen erworben und werden es sanieren." Das zweite Beispiel sei der Neufert-Bau. Der im Dezember gegründete gleichnamige Verein, dessen Gemeinnützigkeit anerkannt wurde und im Vereinsregister steht, will das bedeutsame Zeugnis der Industriegeschichte der Stadt erwerben. Das soll über eine zu gründende Schenkgemeinschaft erfolgen. In dieser Woche einigte sich der Verein, so der OB, nun mit dem Noch-Eigentümer über den Kaufpreis zu verhandeln. Denn die Immobilie sei mit Grundschulden belastet. Grundsätzlich habe der Noch-Eigentümer dem Verkauf bereits zugestimmt. Einen Teil des einst als Lager erbauten Gebäudes will der Verein als Lagermöglichkeiten vermieten. Außerdem wolle der Verein einen Info-Bereich zu Neufert und Glasdesigner Wagenfeld einrichten. Es gebe genügend Bau-Touristen, die an solchen Gebäuden interessiert sind. Diese wolle man nach Weißwasser locken.

Visionen für Weißwasser als "Zukunftsstadt" zu entwickeln, heißt ebenso, die frühere Glasfachschule einzubeziehen. Die Stadt als Eigentümerin ist dabei, das erste Gebäude auf dem Areal jetzt zu verkaufen und sucht für weitere Interessenten. "Es geht ebenso darum, was mit dem früheren Volkshaus wird", sieht Pötzsch ein weiteres Feld, das ideenmäßig noch zu beackern sei. Für den Start von 2030+ hat Weißwasser 35 000 Euro erhalten. Weißwasser will das Geld gut nutzen und überzeugend damit sein, wie sich Ideen umsetzen lassen. Wenn das gelingt, folgt 2016 die zweite Etappe mit noch 20 Kommunen. Sie werden finanziell ausgestattet, die Ideen wissenschaftlich prüfen zu lassen. Außerdem braucht es ein umsetzungsreifes Konzept. In der dritten Phase ab 2018 trennt sich die Spreu vom Weizen. Maximal acht Kommunen dürfen ihre innovativen Ideen in die Praxis umsetzen. Weißwasser will dabei sein.