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| 16:02 Uhr

Kleinstadt gestalten - „Ort schafft“ in Weißwasser
Weißwasser ist kein Labor mehr

 Weißwassers OB Torsten Pötzsch und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf erklären den Inhalt der Broschüre. Sie soll nun als Vorlage für andere Städte dienen, die das Ehrenamt stärken wollen.
Weißwassers OB Torsten Pötzsch und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf erklären den Inhalt der Broschüre. Sie soll nun als Vorlage für andere Städte dienen, die das Ehrenamt stärken wollen. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. Das Projekt „Ort schafft“ endet am 31. Mai. Einige Initiativen werden aber fortbestehen. Von Christian Köhler

Nicht ganz ohne Stolz sitzen Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf und Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) am Dienstag im Ratssaal. Kurz vor dem Abschluss des Forschungsprojektes „Kleinstadt gestalten – Kommune innovativ“, was in Weißwasser schlicht „Ort schafft“ genannt wurde, präsentieren beide eine Zusammenfassung der vergangenen drei Jahre. Ein „Logbuch“, was als Vorlage für andere Kommunen in Deutschland dienen soll, zivilgesellschaftliches Engagement der Bürgerschaft zu stärken. Das nämlich ist das Ziel des Projektes in Weißwasser gewesen, erklärt Torsten Pötzsch.

Durch Abwanderung, immer älter werdende Bevölkerung und nicht zuletzt durch rückläufige Finanzierung freiwilliger städtischer sowie staatlicher Ausgaben sei es immer schwieriger geworden, bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Wie das trotzdem gelingen soll, das probierte man in Weißwasser stellvertretend aus. Rückkehrer, Zuwanderer und ganz explizit Frauen waren angesprochen, Ideen und Konzepte zu entwickeln. Dafür haben insgesamt 450 000 Euro zur Verfügung gestanden, was das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMFB) zur Verfügung stellt.

Als 2016 das Projekt vorgestellt wurde – seinerzeit arbeiteten neben Sebastian Krüger und Gregor Schneider vom Stadtverein, das Leibnitz-Institut sowie das BMFB an dem Projekt – hieß es, man wolle den Ideen keine Grenzen setzen und Nachhaltigkeit stehe an erster Stelle. Allerdings stand von vornherein fest, dass man auch scheitern könne.

Was also ist geblieben? „Wir haben eine Stadt-App für Weißwasser gemeinsam mit Unternehmen, einen Raum für Begegnung in der Telux mit dem „Kulturbrunch“, die Aktion Weißwasser sowie das gemeinsame Kochen mit dem Titel „schmecken und entdecken“ von Zuwanderern“, erklärt Frank Schwarzkopf. Andere Ideen, wie die eines Jugendclubs oder das Betreuen von Kindern durch Senioren, seien dagegen gescheitert. „Manchmal hängt es an der Gesetzeslage, manchmal daran, dass die Initiatoren inzwischen nicht mehr da sind“, so der Stadtvereinschef. Und das sei eben das Leben. Dazu zähle auch, dass sich das Leibnitz-Institut zurückgezogen, stattdessen nun das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) eingeklinkt hat. Auch, das Sebastian Krüger nicht mehr im Projekt tätig war – und nun voll beim Verein mobile Jugendarbeit und Soziokultur arbeitet.

„Wir werden einen Teil des Geldes wieder zurückgeben“, sagt Frank Schwarzkopf, weil schlicht nicht alles ausgegeben worden sei. Während ein Teil für Gehälter der Mitarbeiter gezahlt wurde, so der Stadtvereinschef, mussten auch Mieten in der Telux für das Büro sowie im SKZ für Veranstaltungen gezahlt werden Auch beim Stadtfest 2017 habe man eine Bühne finanziert, hieß es.  „Unter dem Strich ging es uns um Inhalte und wir sind froh, dass wir Weißwasseraner, die sich vorher kaum ehrenamtlich engagiert haben, für das Projekt gewinnen konnen“, resümiert der Oberbürgermeister.

 Weißwassers OB Torsten Pötzsch und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf erklären den Inhalt der Broschüre. Sie soll nun als Vorlage für andere Städte dienen, die das Ehrenamt stärken wollen.
Weißwassers OB Torsten Pötzsch und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf erklären den Inhalt der Broschüre. Sie soll nun als Vorlage für andere Städte dienen, die das Ehrenamt stärken wollen. FOTO: Joachim Rehle