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Bauvorhaben
Hort-Neubau in Weißwasser winterfest gemacht

Maik Schneider von der Firma Melchior aus Krauschwitz verlegt die Dämmung für das Dach auf dem neuen Hortgebäude.
Maik Schneider von der Firma Melchior aus Krauschwitz verlegt die Dämmung für das Dach auf dem neuen Hortgebäude. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. Bau- und Wirtschaftsausschuss vergibt weitere Aufträge für den Innenausbau. Preise am Markt steigen.

Für die Geschwister-Scholl-Grundschule an der Bautzener Straße in Weißwasser entsteht ein neues Hortgebäude. Der Baufortschritt des Vorhabens mit einem Umfang von etwa 2,175 Millionen Euro ist nicht zu übersehen. In diesen Tagen haben Mitarbeiter der Firma Melchior aus Krauschwitz die Arbeiten am Dach fortgesetzt. Bevor der Winter richtig Einzug hält, soll alles dicht sein. Der Innenausbau folgt. Dazu hat der Bau- und Wirtschaftsausschuss jetzt Auftragsvergaben auf den Weg gebracht.

Insgesamt handelt sich um sechs verschiedene Lose, mit denen Leistungen ausgeschrieben worden waren. Thomas Böse, zuständiger Referatsleiter Bau in der Stadtverwaltung Weißwasser, machte deutlich, dass sich die Preisspirale weiter nach oben gedreht habe. Noch liege man im Budget. „Aber in der Regel passiert immer was“, so der erfahrene Böse. Im Haushalt 2018 werde die Stadt die aktuelle Preisentwicklung berücksichtigen müssen, kündigte er an.

Eckhard Rudoba als sachkundiger Bürger in dem Ausschuss war negativ die Differenz aufgefallen zwischen den angenommenen Kosten für die einzelnen Gewerke und den tatsächlichen Preisen nach der Ausschreibung. Die Antwort von Thomas Böse war plausibel: Zwischen den Kostenschätzungen der Planer und den jetzigen Ausschreibungen liegen rund anderthalb Jahre. In dieser Zeit sind die Preise für bestimmte Leistungen stark gestiegen. Das habe keiner vorhersehen können. Ein krasses Beispiel hatte Thomas Heinrich von der Bauverwaltung parat. Demnach sind die Materialkosten für Akustikdecken, wie sie für den Hort benötigt werden, in drei Jahren um 80 Prozent gestiegen. Hinzu komme, dass sich bei einigen Leistungen nur wenige Firmen um einen Auftrag beworben hätten. Für die Estrich- und Bodenbelagarbeiten hatten zwei Firmen die Unterlagen angefordert. Zur Submission lag nicht ein einziges Angebot vor, berichtete Thomas Böse. Daraufhin sei noch einmal beschränkt ausgeschrieben worden. „Wir mussten regelrecht betteln“, beschreibt es Böse. Nun übernimmt eine Firma aus Jüterbog die Sache für knapp 63 000 Euro. Den Trockenbau führt Ssyckor Massivhaus Bau GmbH aus Uhyst aus für über 53 000 Euro, Putzarbeiten eine Firma aus Neustadt/Spree für knapp 104 000 Euro, Der Maler kommt aus Radeberg (circa 41 600 Euro) , der Fliesenleger aus Lohsa (gut 33 600 Euro) und die beiden Fluchttreppen baut ein Unternehmen aus Oelsnitz im Erzgebirge für 76 000 Euro (alles brutto).