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Mehrgenerations-Projekt
Großeltern gesucht!

So könnten sich Leih-Oma und Enkel nahe kommen.
So könnten sich Leih-Oma und Enkel nahe kommen. FOTO: cirodelia/Fotolia
Weißwasser. Modernes Speed-Dating in Weißwasser soll Generationen zusammenbringen. Von Gabi Nitsche

Bei einem modernen Speed-Dating am Sonntag im SpinnNetz  Weißwasser (14 Uhr) sollen neue Freundschaften zwischen den Generationen geknüpft werden. Ziel sei es, so Organisator Robert Seidel vom Sozialen Netzwerk Lausitz, sowohl Eltern, die Unterstützung bei der Kinderbetreuung benötigen, als auch Senioren, die Leih-Oma oder -Opa werden möchten, zu „verkuppeln“.

Robert Seidel sagt, ihm liegen dieses Projekt und der Erfolg sehr am Herzen. „Meine Freundin hat eine fünfjährige Tochter und arbeitet als Friseuse, und das oft bis 20 Uhr. Selbst an Samstagen. Immer wieder steht die Frage, wer passt aufs Kind auf. In unserem Fall sind die Großeltern und ich da, wir bekommen das schon hin. Aber wie ist es bei jenen, die niemanden haben?“

Darüber hat sich der Weißwasseraner Gedanken gemacht. Innerhalb der Projektreihe „Ort schafft“ brachte er seine Idee von der „Ehrenamtsnanny“ ein. Die schaffte es nicht, die Hürden der Bürokratie zu nehmen, wie die RUNDSCHAU berichtete. Es war geplant, einen zentralen Treffpunkt zu organisieren, wo taffe Ruheständler die Zeit überbrücken zwischen Kita-Schließzeit und Feierabend der Eltern. „Doch das ist im Ehrenamt einfach nicht zu schaffen. Aus Gründen der Bürokratie nicht, aber auch nicht kostenmäßig“, schätzt Robert Seidel ein.

Nun startet er einen zweiten Versuch. Denn: „Beim Sozialen Netzwerk sind wir viel in Kontakt mit Ruheständlern und sehen, wie viele von ihnen allein sind, weil zum Beispiel der Mann zeitig verstorben ist oder die Kinder der Arbeit wegen in den Westen gingen, dort Familien gründeten. Viele dieser Älteren sind absolut fit, ihnen fehlt oftmals eine Aufgabe.“ Robert Seidel ist überzeugt, „Großeltern gesucht“ könnte genau so etwas sein, was diesen Menschen gut tut. Dazu will er die verschiedenen Generationen an einem Ort zusammenbringen, damit sich diese überhaupt kennenlernen. Denn er weiß schon, dass der Erfolg viel mit Sympathie zu tun hat. „Sie müssen einfach gucken, ob die Chemie stimmt, ob die Kinder diejenige oder denjenigen genauso als liebe Oma oder Opa empfinden, wie die Mutti oder die Eltern es tun“, erklärt der Organisator.

Beim Speed-Dating hat jeder zehn Minuten Zeit für den anderen. Seidel will eine kurze Liste mit genauso kurzen Fragen vorbereiten, um schnell etwas über die Leih-Großeltern, aber auch über die Kinder, um die es geht, herauszufinden. „Da geht es um Lieblingstiere, was der kleine Stups besonders gern macht und so weiter. Alles Fragen zum Warmwerden. Und ich moderiere das Treffen.“

Wenn den Kleinsten die ganze Sache zu langweilig wird, gibt es eine Spielecke, wo sich Ehrenamtliche vom Sozialen Netzwerk um diese Mädchen und Jungen kümmern.

Und was dann, wenn junge Leute die passenden Leih-Großeltern für ihren Nachwuchs gefunden haben? „Wir sind nur die Kuppler. Alles andere liegt dann bei diesen beiden Partnern. Wir halten da nicht die Hand drüber.“ Seidel meint, das einzige, wo Unterstützung gegeben werden könnte, sind solche Dinge wie Fahrdienst oder bei Besuchen von Einrichtungen.