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| 16:42 Uhr

Technik zum Anfassen
Raus aus der Rolle des Konsumenten

 Connor, Benito und Oskar sind dabei, neue Tischkicker-Figuren zu kreiieren. Diese sollen im hafenstübchen des Soziokulturellen Zentrums ihren Platz finden.
Connor, Benito und Oskar sind dabei, neue Tischkicker-Figuren zu kreiieren. Diese sollen im hafenstübchen des Soziokulturellen Zentrums ihren Platz finden. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Das versuchen die Mitarbeiter des FAB-Mobils in Weißwasser den Jugendlichen zu vermitteln. Von Christian Köhler

Wozu ein Smartphone da ist, das wissen heutzutage schon die Kleinsten. Schließlich geht bei fast jedem der Blick schon am Morgen in die Whats-App-Gruppe oder auf Facebook, um den neuesten Klatsch und Tratsch zu erfahren. Dabei kann ein Smartphone viel mehr, als lediglich Inhalte beispielsweise in sozialen Medien bereitzustellen. „Der Grundgedanke unseres FAB-Mobils ist es, die Jugendlichen aus ihrer Konsumentenrolle herauszuholen und sie wieder zu Produzenten zu machen“, erklärt Julius Plüschke vom Team des FAB-Mobils.

Das Fab-Mobil ist ein fahrendes Kunst-, Kultur und Zukunftslabor für die Oberlausitz. Es ist ein mit Digitaltechnik und Werkzeugmaschinen ausgestatteter Doppel­deckerbus und bietet Workshops und Kurse an – für Kids, Jugendliche und darüber hinaus. Ziel des Fabmobils ist es, kreative Technologien wie 3-D-Druck, virtuelle Realität, Robotik und Programmierung in den ländlichen Raum zu bringen. „Große Städte wie Dresden oder Leipzig haben dafür Labore“, erklärt Julius Plüschke. Im ländlichen Raum sei das wesentlich schwieriger, „weil sich selten genügend Leute von allein zusammenfinden, um für einen 3-D-Drucker zusammenzulegen“.

Der Verein „Constitute“ in Dresden hat das Projekt des mobilen Labors auf den Weg gebracht. In den ländlichen, dezentralen Regionen Ostdeutschlands herrsche nach Ansicht des Vereins ein eklatanter Mangel an kulturellen und künstlerischen Angeboten für junge Menschen. Es gebe zu wenig Projekte, die sich an Heranwachsende wenden und deren Interessen, Perspektiven und Visionen im Bezug auf Kunst, Design und Technologie fördern. „Und genau deshalb wollen wir in die Region, in kleine Städte und Gemeinden kommen und Jugendlichen ein Angebot machen“, erklärt Julius Plüschke.

In Weißwasser haben sich seit Dienstag insgesamt 15 Kinder und Jugendliche aus Weißwasser, Bad Muskau und Kromlau in dem rollenden Labor gewissermaßen ausprobiert. „Ich bin interessiert an Technik, am 3-D-Druck und der virtuellen Realität“, beschreibt Connor aus Weißwasser seine Motivation, in den Osterferien das FAB-Mobil am Soziokulturellen Zentrum Telux (SKZ) zu nutzen. „Man trifft auch einige Freunde hier und kann richtig kreativ werden“, gibt Benito zu verstehen. Oskar indes entwirft gerade neue Kicker-Figuren, die später im Hafenstübchen ihren Platz finden sollen. Vonseiten des SKZ nämlich ist vorgesehen, einen Raum zu gestalten, in dem sich die Jugendlichen aufhalten können. „Das hat sich für uns gut getroffen, denn dann können wir mit unserer Technik etwas dazu beisteuern“, erklärt Julius Plüschke. Und so haben die Jugendlichen quasi fast unbemerkt gelernt, wie ein Produkt entworfen wird, welche Technik und Computerprogramme man dazu braucht. „Und genau das war unser Ziel“, sagt der Betreuer.

 Connor, Benito und Oskar sind dabei, neue Tischkicker-Figuren zu kreieren. Diese sollen im Hafenstübchen des Soziokulturellen Zentrums ihren Platz finden.
Connor, Benito und Oskar sind dabei, neue Tischkicker-Figuren zu kreieren. Diese sollen im Hafenstübchen des Soziokulturellen Zentrums ihren Platz finden. FOTO: Christian Köhler