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Weißwasser eifert Görlitz nach

Simone Linke bekam die Ernennungsurkunde im Rathaus von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch überreicht.
Simone Linke bekam die Ernennungsurkunde im Rathaus von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch überreicht. FOTO: Preikschat
Weißwasser. Seit dem gestrigen Mittwoch hat die Stadt Weißwasser eine Behindertenbeauftragte. Seit Jahren schon setzt sich Klartext-Stadträtin Simone Linke für die Belange behinderter Menschen und ihrer Angehörigen ein. Das Ehrenamt eröffnet ihr nun neue Wege der Hilfeleistung. Daniel Preikschat

Abgesenkte Borde, Fahrstühle in Schulen, Klingeln an Geschäften mit Stufen, Bodenindikatoren vor Straßenübergängen und Beratungsgespräche. In der Stadt Weißwasser wurde bereits viel geleistet, um behinderten Menschen das Leben zu erleichtern, wie beispielsweise die Behindertenbeauftragte des Landkreises Görlitz, Elvira Mirle, bei Vor-Ort-Terminen mehrfach betont hat. Mit einer eigenen Behindertenbeauftragten will die Stadt das Image einer behindertenfreundlichen Stadt nun noch weiter festigen, wie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) bei der Ernennung Simone Linkes sagte. Bisher habe es landkreisweit nur in Görlitz einen Behindertenbeauftragten gegeben.

Die meisten Weißwasseraner kennen Simones Linkes Verdienste längst. Im Verein Pro Auxilio berät sie besonders die Angehörigen behinderter Menschen. Sie unterstützt, wenn Hilfsmittel oder Kuren zu beantragen sind, wenn die richtige Schule gesucht wird für ein behindertes Kind oder auch nur ein geeignetes Urlaubsziel. "Manchmal reicht es, einfach zuzuhören", sagt Simone Linke, die selbst ein behindertes Kind hat und viele Probleme aus eigener Betroffenheit kennt.

Wie die neue Behindertenbeauftragte bei ihrer Ernennung sagte, ist Barrierefreiheit aber auch in puncto Tourismus wichtig. Gehbehinderte Rentner bildeten eine zunehmend wichtiger werdende Zielgruppe. An einem entsprechenden Konzept für die Stadt Weißwasser hat Simone Linke als Mitarbeiterin der Tourismusinfo mitgearbeitet.

Sprechtag im Rathaus

Der nächste Schritt für sie, noch mehr zu erreichen für behinderte Menschen, war es, Stadträtin zu werden. "Frau Linke wird nun über Bauvorhaben, die wir immer so barrierefrei wie möglich umsetzen wollen, automatisch frühzeitig informiert", so der Oberbürgermeister. Ihre Hinweise könnten so in Planungsbüro und Baureferat noch besser berücksichtigt werden. Von daher sei es nur folgerichtig gewesen, die Weißwasseranerin nun auch zur Behindertenbeauftragten zu machen. "Das war auch bei den Stadträten gleich Konsens", so Pötzsch. Aufgrund der veränderten Hauptsatzung für die Stadt Weißwasser konnte der Oberbürgermeister Simone Linke gleich ernennen. Ein Stadtratsbeschluss war nicht notwendig.

Simone Linke will nun nicht nur bei Pro Auxilio, sondern auch im Rathaus Sprechtage anbieten. Ein Raum dafür finde sich, so Pötzsch. Dieser werde barrierefrei erreichbar sein, mit Behinderten-WC in der Nähe. Ein Sprechtag im Monat soll fürs Erste genügen.

Bauvorhaben im Blick

Weiter, so Simone Linke, seien nun natürlich auch die anstehenden größeren Bauvorhaben im Blick zu behalten. Bahnhofsgebäude-Sanierung, Neubau der Kita Regenbogen und des Horts für die Scholl-Grundschule sollen für Geh- und Sehbehinderte gut zugänglich sein.