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| 01:26 Uhr

Weißwasser durch Liebesentzug zum verachteten Stiefkind gemacht

Einige seiner Gedanken im Sommer Vorfeld der bevorstehenden Kreisneubildung mit der Stadt Görlitz und den bisherigen Kreisen NOL und Löbau-Zittau schrieb der RUNDSCHAU Dr.

Jürgen Wenske aus Görlitz:

Dank meiner 43 Jahre währenden Tätigkeiten an verschiedenen Orten zwischen Hoyerswerda, Bad Muskau und Görlitz, entdeckte ich auf vielfältiger Weise wider Erwarten Niederschlesien als Teil Sachsens. Als ehemaliger Muskauer Bürger besteht deshalb noch im Rentenalter über eine Tätigkeit in Weißwasser eine Verbundenheit mit dieser Stadt im Niederschlesischen Oberlausitzkreis.
Umso unverständlicher ist es für mich, dass Weißwasser als zweitgrößte Stadt des Niederschlesischen Oberlausitzkreises neben Niesky keine Nebenstelle des Landratsamtes Görlitz erhält, obwohl der Bürgermeister von Weißwasser großzügige Angebote machte. Im Gegensatz dazu erhält Löbau als zweitgrößte Stadt des Kreises Löbau-Zittau neben Zittau eine Nebenstelle. Der Frust des Bürgermeisters von Weißwasser gemeinsam mit den Bürgern des ehemaligen Kreises Weißwasser über diese Entscheidung ist vollauf berechtigt. Immerhin unterscheidet sich die problematische ländliche In frastruktur des ehemaligen Kreises Weißwasser innerhalb des NOL nachweislich gegenüber der im Kreis Löbau-Zittau. Offensichtlich hat die Mehrzahl der Kreisräte und Stadträte, die über die Struktur des Kreises Görlitz entscheiden, übersehen, wie sehr Weißwasser nicht nur durch die hohe Arbeitslosigkeit geschliffen wurde, obwohl ein bekannter „Prophet“ aus der Pfalz vor etwa 19 Jahren bühende Landschaften weissagte. Zugleich vollzog sich ein fortscheitender Niedergang des Eishockeysports in dieser Stadt, der ehemals die erste Adresse in Weißwasser im Bereich des Sports war. Statt Integration ist Weißwasser aufgrund seiner Randlage im Kreis Görlitz durch Liebesentzug zum unerwünschtes Stiefkind erklärt worden.
Mehr kann man die Kreisstadt des ehemaligen Kreises Weißwasser nicht verachten, statt praktische Hilfe zu leisten für ein gutes, unverzichtbares Miteinander und Füreinander im neuen Kreisgebiet, nicht nur zwischen Oberlausitzem, den Bürgern Niederschlesiens als Teil Sachsens und den Sorben.