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| 17:05 Uhr

Ladesäulen aufgebaut
Deutsche Post steigt in Weißwasser um auf Elektro

 An der August-Bebel-Straße in Weißwasser hat die Deutsche Post E-Zapfsäulen installiert.
An der August-Bebel-Straße in Weißwasser hat die Deutsche Post E-Zapfsäulen installiert. FOTO: Joachim Rehle
Weißwasser. In Weißwasser bereitet die Deutsche Post gerade alles für den Umstieg auf Elektromobilität vor. Schon 2020 sollen die Pakete per StreetScooter nach Hause kommen. Und das alles ohne Benzin. Von Christian Köhler

Immer mehr Einzelhändler in Weißwasser schließen ihre Geschäfte. Im Stadtzentrum sind allein in den vergangenen Monaten mehrere Traditionsläden geschlossen worden. Oft wird dabei der Online-Handel als Ursache angeführt. Denn bequem ist es doch, sich vom Sofa aus im Internet das zu bestellen, was es einst im Einzelhandel zu kaufen gab.

Als einer der größten Logistikunternehmen Deutschlands stellt die Deutsche Post nun ihre Fahrzeugflotte auf Elektro um. Dafür sind in Weißwasser bereits zwölf E-Ladesäulen am Post-Depot an der August-Bebel-Straße installiert worden.

„Mit dem Street-Scooter hat die Deutsche Post DHL Group zusammen mit der StreetScooter GmbH und Instituten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ein eigenes Elektroauto speziell für die Brief- und Paketzustellung entwickelt“, erklärt Post-Sprecher Mattias Persson. Jene umweltfreundlichen Fahrzeuge sollen nun auch in Weißwasser zum Einsatz kommen. Ihre Reichweite beträgt zwischen 80 und 100 Kilometern und ist für bis zu 300 Stopps, die bei einer Tour der Paketzusteller schnell zustande kommen, ausgelegt. „Das Fahrzeug fährt bis zu 85 Kilometer pro Stunde schnell und ist primär für die Zustellung auf dem Land sowie kleineren und mittleren Städten ausgelegt“, so Persson.

Deutsche Post will grüner werden

Das Unternehmen habe das Ziel, bis 2025 die eigene Zustellung einschließlich der Abholung zu 70 Prozent mit sauberen und emissionsfreien Zustell- und Abholkonzepten durchzuführen. In ganz Deutschland werden deshalb insgesamt 13 500 Ladesäulen installiert. „Wir gehen davon aus, dass wir im kommenden Jahr in Weißwasser ebenfalls die Pakete mit dem Street-Scootern zustellen“, erklärt der Post-Sprecher.

Weil die Produktion der Street-Scooter allerdings noch immer in den roten Zahlen steckt, sind inzwischen neue Manager im Unternehmen platziert worden. Seit längerem hatte die Konzernspitze, einen Verkauf der Sparte oder eine Zusammenarbeit mit einer anderen Firma erwogen. Ein bisheriger Manager des US-Elektroautobauers Tesla soll nun bei der Deutschen Post den Verkauf des Elektrolieferwagens ankurbeln. Peter Bardenfleth-Hansen ist bei der Post-Tochter Streetscooter GmbH seit dieser Woche für das weitere Wachstum und den Aufbau der internationalen Vertriebsorganisation zuständig, wie das Unternehmen in Aachen mitteilte. Die Post wolle aber kein Autohersteller werden, bekräftigt Post-Chef Frank Appel gegenüber mehrere Medien.

Festhalten am Standort Weißwasser

Unterdessen wolle man an dem Standort in Weißwasser festhalten. „Es ist nicht vorgesehen, hier Änderungen vorzunehmen“, sagt Mattias Persson. Das Depot dient als Verteilknotenpunkt in Ostsachsen. Von hier aus kommen und gehen Pakete und Briefe – vornehmlich aus dem Altkreis Weißwasser – in die Haushalte sowie in die ganze Welt.

Durchaus zufrieden ist die Post dagegen mit dem Konzept, die Dienstleistungen, die einst mit eigenen Filialen bestritten wurden, nun mit Partnern vor Ort etabliert zu haben. „Wir haben damit bislang sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt Mattias Persson. In Weißwasser hat das Unternehmen zunächst den Schreibwarenhandel „Am Bahnhof“ dafür gewinnen können. Inzwischen gibt es auch an der Karl-Marx-Straße in Weißwasser bei der Jumbo-Videothek eine Paketannahmestelle.