| 05:58 Uhr

Baustelle
Stadt beharrt auf Absperrketten

An der Bahnbrücke in Weißwasser fehlen seit Wochen die Absperrungen zwischen  Gehweg und Fahrbahn.
An der Bahnbrücke in Weißwasser fehlen seit Wochen die Absperrungen zwischen Gehweg und Fahrbahn. FOTO: Gabi Nitsche / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Weißwasser. Lasuv willigt nach wochenlangem Hin und Her auf Weißwasseraner Forderung ein.

Seit Wochen stehen die Warnbaken nun schon auf dem Bürgersteig der Weißwasseraner Bahnbrücke und nichts passiert. Seit einem Unfall fehlen hier die Absperrketten und Poller zwischen Gehweg und Fahrbahn. Dabei hatte die Straßenmeisterei bereits Ende September gegenüber der RUNDSCHAU die Reparaturarbeiten angekündigt.

Statt zur Tat zu schreiten, gab es ein Hin und Her zwischen Stadtverwaltung und Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Denn die Straßenmeisterei hatte tatsächlich eine Firma beauftragt. Die wiederum meldete Bedenken an, weil angeblich Ketten und Poller die Verkehrssicherheit gefährden würden. Daraufhin sei das Lasuv als Straßenlastträger – die Bautzener Straße ist eine Bundesstraße – von der Straßenmeisterei einbezogen worden. Das erklärte jetzt Ina Kokel, Referatsleiterin für Soziales und Ordnung in der Stadtverwaltung Weißwasser, auf Nachfrage. Laut DIN sei die Fahrbahn fünf (!) Zentimeter zu gering. Deshalb würden Ketten und Poller selbst eine Gefahr darstellen und keinen Schutz.

Im Rathaus nahm man das nicht einfach so hin. Denn dass die Bahnbrücke ein wahrliches Nadelöhr ist, ist nicht neu. Deswegen vertritt die Stadtverwaltung den Standpunkt: Für den Schutz der Fußgänger müssen diese Absperrungen sein. Ohne Absperrungen bestehe die Gefahr, dass Passanten, und das vor allem in der Dunkelheit, aber auch Kinder bei Rangeleien die an dieser Stelle sehr hohe Bordsteinkante nicht wahrnehmen und auf die Fahrbahn stürzen. In den Augen der Stadtverwaltung bestehe gerade darin eine große Gefahr.

„Wir wollen die Fußgänger schützen“, sagt Ina Kokel. Als vor Jahren vom Land die Brücke saniert worden war, sei das ja auch schon so gewesen. Doch man verständigte sich auf einen Kompromiss, diese wenigen Zentimeter Abweichung in Kauf zu nehmen. Außerdem teilt man im Rathaus nicht die Auffassung vom Lasuv, dass die Absperrungen gefährlich sind für den fließenden Verkehr auf der Bautzener Straße und ursächlich für Unfälle an der Stelle. Wer angemessen fährt, baue hier wohl keinen Unfall. Ist jemand zu schnell und es kommt zum Unfall, dann würde wohl die Absperrkette den Autofahrer eher davor schützen, am Ende noch über das Geländer zu schießen.

Am Standpunkt der Stadtverwaltung hat sich bis heute nichts geändert, betont Ina Kokel. Nach wie vor lehne Weißwasser einen Verzicht auf die Ketten und Poller ab. Das habe sie im Auftrag von Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) gegenüber der Landesbehörde sehr deutlich gemacht und die zeitnahe Instandsetzung gefordert.

Das war vor knapp drei Wochen. Das Lasuv gab nach. Wenn Weißwasser auf der nicht regelgerechten Lösung beharre, trage das Amt dies bis zur nächsten Bauwerkinstandsetzung mit. Dass die Instandsetzung bis heute nicht erfolgt ist, obwohl das Lasuv bereits Anfang vergangener Woche der Straßenmeisterei grünes Licht gegeben habe, so Ina Kokel, ärgere sie.