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| 15:02 Uhr

Touristenzentren für den Muskauer Faltenbogen in Weißwasser und Leknica
Neue Zentren für den Geopark

 Der Bahnhof in Weißwasser soll ein neben der Touri-Info auch ein Geopark-Tourismuszentrum entstehen. Bislang steht nur das Geld für die Austattung.
Der Bahnhof in Weißwasser soll ein neben der Touri-Info auch ein Geopark-Tourismuszentrum entstehen. Bislang steht nur das Geld für die Austattung. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser/Bad Muskau/Leknica. Auf deutscher und auf polnischer Seite fließen Fördermittel für zwei neue Tourismuszentren. Von Christian Köhler

In die sächsisch-polnische Grenzregion sollen weitere 7,3 Millionen Euro aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) fließen. Das hat der binationale Begleitausschuss in der vergangenen Woche entschieden, wie das sächsische Landwirtschaftsministerium mitteilt. Von den neun bewilligten Projekten ist auch die Stadt Weißwasser dabei. Diese hatte, gemeinsam mit der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau sowie der polnischen Grenzstadt Leknica einen gemeinsamen Antrag für die Ausstattung zweier Tourismuszentren für den Unesco Global Geopark Muskauer Faltenbogen beantragt. Die Stiftung selbst übernimmt Marketing-Aufgaben.

Geopark-Tourismuszentrum im Bahnhof Weißwasser

„Es ist vorgesehen, ein Tourismuszentrum in den Weißwasseraner Bahnhof zu integrieren“, erklärt Weißwasses Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Für die Herrichtung eines Raumes im Bahnhof sowie der technischen Ausstattung fließen nun rund 112 000 Euro aus dem Programm. „Die Räumlichkeiten sollen sowohl vom Stadtverein Weißwasser, der die Tourismusinformation betreibt, sowie von uns genutzt werden“, berichtet auch Geopark-Chefin Nancy Sauer auf Nachfrage. Von Weißwasser aus sollen die Touristen das Gelände des Faltenbogens erkunden können und vorab erste Informationen erhalten.

Aber: Der Bahnhof in Weißwasser fristet bislang ein eher trostloses Dasein. Zwar liegen seit 2017 Förderbescheide für die Sanierung sowie auch eine Baugenehmigung vor, allein der Stadt aber fehlt das nötige „Kleingeld“. Und inzwischen sind auch die Sanierungskosten gestiegen. Laut Oberbürgermeister stehen Kosten von etwas mehr als drei Millionen Euro an, die allerdings mit zwei verschiedenen Fördertöpfen abgegolten werden sollen. Die Stadt muss jedoch dafür einen Eigenanteil von nunmehr insgesamt 1,18 Millionen Euro aufbringen. „Und genau das ist seit der Erteilung der Baugenehmigung 2017 unser Problem“, so Pötzsch.  

Mehrere Szenarien sind im Rathaus bereits für die Finanzierung durchgespielt worden. Wegen der Haushaltslage sowie der Gewerbesteuerrückzahlungen jedoch hat sich bislang noch kein Weg für die Instandsetzung des denkmalgeschützten Hauses aufgetan. „Wir wollen noch einen weiteren Fördertopf anzapfen“, so Pötzsch. Ob und wann das Geld fließt, ist unklar. Auch mit der WBG Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser mbH sei man im Gespräch, wie WBG-Chefin Petra Sczesny auf Nachfrage bestätigt. In Rede steht der Kauf des Bahnhofes durch die WBG.

Eine Million Euro für Leknica vom Lebuser Land

Auf polnischer Seite soll in Leknica ein Kultur- und Infozentrum des Geoparks an der alten Bahntrasse – die inzwischen ein Radweg ist – entstehen. Vor gut zwei Wochen ist dazu der Vize-Marshall aus Zielona Gora, Marcin Jablonski, in die Grenzstadt gekommen und hat den Fördermittelbescheid an Bürgermeister Piotr Kulinak übergeben, wie Ewa Johna von der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau berichtet. Für rund eine Million Euro soll die ehemalige Tischlerei umgebaut werden. Die Woiwodschaft Lebuser Land trägt 3,2 Millionen, die Stadt Leknica 0,8 Millionen Zloty an dem Vorhaben, was derzeit ausgeschrieben wird.

Besucherzentrum für Geopark im Muskauer Park

In Bad Muskau ist im November des vergangenen Jahres bereits die Entscheidung gefallen, aus dem Kavalierhaus, dem ehemaligen Moorbad neben dem Neuen Schloss, das große Besucherzentrum für den Geopark zu schaffen. Der Freistaat fördert das Großprojekt mit 20 Millionen Euro, der Bund stellt insgesamt 14 Millionen Euro in Aussicht. Zur Realisierung des Vorhabens soll es in diesem Jahr einen Architekturwettbewerb geben. Der Siegentwurf soll dann ab 2022 realisiert werden.

 Die ehemalige Tischlerei in Leknica soll zum Geoparkbüro umfunktioniert werden. Im Vordergrund ist der neue Radweg zu sehen.
Die ehemalige Tischlerei in Leknica soll zum Geoparkbüro umfunktioniert werden. Im Vordergrund ist der neue Radweg zu sehen. FOTO: Christian Köhler