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| 13:36 Uhr

Medizinische Versorgung
Weißwasser als Modellregion auf der Suche nach Rezepten

Weißwasser. Experten wollen medizinische Versorgung im ländlichen Raum auf sichere Füße stellen. Von Gabi Nitsche

Wenn es um Überlegungen hinsichtlich des Strukturwandels in der Region geht, dann dürfen die Gesundheitswirtschaft und die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nicht außen vor bleiben. Darauf hat Markus Cording vom Landkreis Görlitz in einer Gesprächsrunde mit der Linken-Bundespolitikerin Katja Kipping jetzt in Weißwasser hingewiesen.
Am 15. Dezember 2017 ist Weißwasser von einem Landesfachgremium neben Marienberg als Modellregion ausgewählt worden. „Wir wollen in den ausgewählten Regionen Maßnahmen erproben, die geeignet sind, eine zukunftsfähige gute medizinische Versorgung sicherzustellen“, hatte Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) die Entscheidung begründet. „Konkret heißt dies: Die Region hat Entwicklungs- und Handlungsbedarf. Wir wollen dort solche Maßnahmen modellhaft erproben, die die medizinische Versorgung unter Einbeziehung von Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten zukunftsfähig machen.“ Was das genau bedeutet, werde jetzt diskutiert. Denn bis dato gab es etwas Vergleichbares nicht, weder in der Region Weißwasser, noch im Erzgebirge, betont Andreas Grahlemann. Er ist der Geschäftsführer der Managementgesellschaft des Landkreises Görlitz (MGLG), zu der auch das Krankenhaus Weißwasser gehört. Federführend beim Thema Modellregion ist das Sächsische Sozialministerium. Einige Arbeitsgruppen wurden laut Grahlemann gegründet, und nun gehe es darum, die sich herauskristallisierten Schwerpunkte anzupacken. „Es hat weniger mit dem Krankenhaus Weißwasser im Einzelnen zu tun, sondern eher mit der hoheitlichen Aufgabe des Landkreises Görlitz, die medizinische Versorgung sicherzustellen“, betont der MGLG-Chef. Ausdrücklich positiv sei, dass unter Regie des Ministeriums eben auch Experten der Kassenärztlichen Vereinigung, der Landesärztekammer, der Kostenträger, also Krankenkassen, mit am Tisch sitzen – sprich, der kurze Draht genutzt werden kann. „Wir versprechen uns viel davon“, ist Grahlemann optimistisch.

Den Landkreis Görlitz in den erwähnten Arbeitsgruppen vertritt seit Anfang des Monats Juli Markus Cording. Er ist zwischen Reichenbach und Bernstadt in der Oberlausitz zu Hause und bringe jahrelange Erfahrungen in der Materie mit, sagt er. Cording war zum Beispiel viele Jahre Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Krankenkassen und Verbände der Krankenkassen für die notärztliche Versorgung.

Dass alle wichtigen Institutionen an der Lösung arbeiten, bezeichnet Cording als „mutmachende Qualität“. Das zu beackernde Themenfeld bis 2020 reiche von Ärzteversorgung über Krankenhäuser und Pflegeversorgung bis zu Transport- und Ausbildungsfragen. „Eine spannende Herausforderung“, so Grahlemann.