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| 14:41 Uhr

Nostalgie
Trabi-Freunde huldigen der aufgepeppten Rennpappe

 Ralf Rosenbusch (62) aus Obersteinebach im Westerwald hat mehr als 630 Kilometer bis nach Weißkeißel mit seinem Trabi geschrubbt. 
Ralf Rosenbusch (62) aus Obersteinebach im Westerwald hat mehr als 630 Kilometer bis nach Weißkeißel mit seinem Trabi geschrubbt.  FOTO: Arlt Martina
Weißkeißel. Das Trabi-Treffen im Gutshof in Weißkeißel vereint Sammler und Hobby-Schrauber von Ost-Gefährten. Von Martina Arlt

Trabi-Fans zieht es nach Weißkeißel. Die Schrauber der Rennpappe und Halter anderer Fahrzeuge aus dem ehemaligen Ostblock sind mit mehr als 70 Autos zur Gutshofscheune gekommen. Neben den Trabi-Freunden aus der Lausitz aus Dresden, Grabo und aus dem Westerwald.

Die Orientierungsfahrt hat Aufmerksamkeit erweckt. Über 38 Kilometer hat die Tour nach Weißwasser, Trebendorf über Schleife und Halbendorf geführt. Dabei sind Aufgaben zu lösen: Beispielsweise die Höhe des Wasserturms ist zu schätzen. „Wir machen nicht jedes Jahr ein Treffen, meist jedes zweite Jahr. Eine gepflegte drei-Tages-Veranstaltung ist aufwendig zu organiseren. Der familiäre Charme, die Party und die Benzingespräche machen das Treffen für die Auto-Fans so anziehend“, sagt Maik Lehnigk.

Corina Wünsche und Felix Neubauer aus Dresden sind auch diesmal in Weißkeißel dabei: „Mit unserem Trabi sind wir oft im Sommer unterwegs. Das ist einfach Kult, wir investieren gern in alte Autos. Diesen Trabi hier habe ich zu meinem 16. Geburtstag bekommen und selbst aufgebaut“, erzählt Felix. „Wir haben noch einen Wartburg, der in nächster Zeit in Angriff genommen werden soll. Doch das alles dauert Jahre, man ist eigentlich nie fertig. Das Schöne hier in Weißkeißel ist das familiäre Flair. Kleinere Treffen machen mehr Spaß“, betont er.

Die meisten Kilometer für dieses Treffen hat Trabi-Freund Ralf Rosenbusch (62) mit mehr als 630-Kilometern aus dem Westerwald auf sich genommen. „Mit meinem gelben Trabi fahre ich täglich zur Arbeit“, bestätigt er. Die zweite Anreise nach Weißkeißel sei beschwerlich gewesen. „Diesmal hatte mein Auto kurz vorher einen Motorschaden. Ich musste umdrehen und einen Ersatzmotor einbauen, bin deshalb etqas hier in Weißkeißel angekommen.“ Ein- bis zweimal starte er auf weitere Strecken mit dem Trabant. „Im vergangenen Jahr war ich in Bulgarien. Diesmal geht es dann gleich von hier aus mit einem Kumpel nach Estland zum Camping für eine Woche. Das wird eine Herausforderung an Mensch und Material“, erzählt er lachend. Die wichtigsten Utensilien wie Zündkerzen, Keilriemen und Lichtmaschine habe er dabe. Selbsthilfe ist angesagt, wie damals im Osten. „Ich schlafe auch in dem Trabi, dann wird die Matratze ausgerollt. Es ist ein volles Eigenheim, nur die Toilette fehlt. Mein Trabi ist Baujahr 1988 und hat mit dem Einbau von mittlerweile vier Motoren eine Laufleistung von 350 000 Kilometern“, sagt er. Das Treffen in Weißkeißel sei einfach schön, „weil man noch miteinander gemütlich reden“ könne.

Weitere Termine:
80er- und 90er-Party,
Freitag, 5. Juli, 20 Uhr,
Sonnabend, 6. Juli, 20 Uhr,
„Rock is Law“
jeweils in der Scheune am Gutshof Weißkeißel

 Corina Wünsche und Felix Neubauer aus Dresden mit ihrem Trabi kommen immer wieder gern nach Weißkeißel.
Corina Wünsche und Felix Neubauer aus Dresden mit ihrem Trabi kommen immer wieder gern nach Weißkeißel. FOTO: Arlt Martina