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| 01:03 Uhr

Weißkeißel schnallt Gürtel enger

Weißkeißel.. „Uns stehen zwei saure Jahre bevor“ , meinte Bürgermeister Andreas Lysk angesichts des notwendigen Sparkurses ab 2006. Die Aussage bezog sich auf Weißkeißeler Verhältnisse, denn bisher konnte die Gemeinde ohne „Schmerzen“ einen ausgeglichenen Haushalt auf die Beine stellen. Für das kommende Jahr kann sie es nur, wenn sie auf den Sparstrumpf zurückgreift. Von Gabi Nitsche

Den Haushaltsentwurf, den der stellvertretende Kämmerer der Stadtverwaltung Weißwasser, Rico Jung, im Rat vorstellte, ist ausgeglichen. Doch dazu muss Weißkeißel in den Sparstrumpf greifen und beabsichtigt auch, einen Kredit in Höhe von 200 000 Euro aufzunehmen. Das braucht die Gemeinde nicht zum Überleben, sondern weil investiert werden soll.
Da bekommt zum Beispiel die Kita die dringend notwendige neue Heizungsanlage. Da soll die Turnhalle zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden. „Das ist die einzige Maßnahme, die uns aus unserer Prioritätenliste mit elf Punkten als Programmdorf geblieben ist“ , bemerkte Bürgermeister Lysk. Die Fördermittel wurden ihm vom Amt für Ländliche Entwicklung mündlich zugesichert, nun wartet er auf den schriftlichen Bescheid. „Ich bin aber guter Dinge, dass das klappt.“
Ein Großteil der über 620 000 Euro, die für Investitionen vorgesehen sind, ist für die Erweiterung des Abwassersystems bestimmt. Für Weißkeißel haben die Fachleute errechnet, ist es günstiger, künftig nicht mehr die eigene kostenaufwändige Pflanzkläranlage zu betreiben, sondern die Abwässer nach Weißwasser überzuleiten. Dazu müssen die technischen Vorbereitungen getroffen werden, sollen mehr als bisher Grundstücke an das zentrale Entsorgungssystem angeschlossen werden.
Am Dienstag vor der Gemeinderatssitzung war Lysk in dieser Sache erst im Gespräch mit den Stufa-Mitarbeitern. Die haben den Fördermittelantrag Weißkeißels auf dem Tisch. Dass Weißkeißel Programmdorf ist, würde die Chancen erhöhen, meinte der Bürgermeister. „Sollte es wider Erwarten keine Fördermittel geben, müssen wir das Abwasserkonzept völlig neu anpacken, alles neu berechnen. Dann ist der Bau infrage gestellt.“ Unabhängig davon, so Lysk, müssen die Abwassergebühren neu kalkuliert werden. Dabei sollten aber die Defizite der letzten drei Jahre in Höhe von mehreren tausend Euro nicht einberechnet werden. „Das möchte ich den Bürgern ersparen.“
Eine weitere unangenehme Aufgabe, wie es hieß, müsse der Rat in den nächsten Wochen mit der Erhöhung der Kita-Beiträge und mit der Anhebung der Steuersätze lösen. In beiden Fällen ist der sächsische Landesdurchschnitt Orientierung. Andreas Lysk bat, das alles „mit Augenmaß“ anzugehen.
Die Räte forderte er auf, bis zur nächsten Sitzung nach weiteren Einsparpotenzialen im Verwaltungshaushalt zu suchen. So bat er die Kameraden der Feuerwehr, noch einmal zu prüfen, ob die angemeldeten Ausgaben für Neuanschaffungen wirklich sein müssen.