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| 17:45 Uhr

Finanzen
Weißkeißel kann weiter solide wirtschaften

Weißkeißel. Die Kommune baut Schritt für Schritt ihren Schuldenstand ab und investiert 2018 in neue Feuerwehr- und Gemeindetechnik.

(rw) Der Etat für das kommende Jahr kann sich sehen lassen. Weißkeißels Devise, immer mit Augenmaß zu wirtschaften, zahlt sich aus. So ist es in einer gemeinsamen Runde vor dem einstimmig gefassten Beschluss des Haushaltsplanes im Rat gelungen, rund 40 000 Euro an Ausgaben einzusparen. Dazu hätten alle Bereiche von Kita über Feuerwehr bis Gemeindearbeiter ihren Teil beigetragen, lobt Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos).

Für ihn ist der Beschluss über die Finanzen immer der wichtigste eines Jahres. Diesmal hebt er hervor, dass es der Kommune bereits gelungen sei, einen gewissen Teil der Abschreibungen zu erwirtschaften, wie es mit der Umstellung der Doppik von den Gemeinden bald abverlangt wird. Diese sorgen letztlich dafür, dass zwischen Einnahmen (1,49 Millionen Euro) und Aufwendungen (1,62 Millionen Euro) ein Minus steht. 128 000 Euro sind es genau. „Ohne die Abschreibungen ist die Gemeinde im Plus“, unterstreicht Rico Jung, der als Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft, auch die Zahlen von Weißkeißel kennt.

Hatte Weißkeißel 2016 noch mit den Gewerbesteuerrückzahlungen zu kämpfen – rund 360 000 Euro machten diese aus –, kam die Kommune in diesem Jahr in den Genuss von deutlich höheren Schlüsselzuweisungen des Landes. Doch diese kompensieren nicht alles. Laut Rico Jung ungefähr drei Viertel.

Das Land sieht der Bürgermeister aber auch bei einem anderen Punkt gefordert. Veränderte Betreuungsschlüssel, die vom Freistaat für die Kita vorgegeben sind, fordern einen erhöhten Bedarf in der Einrichtung Feuerwehr Felicitas. 40 000 Euro Mehrkosten mache das übers Jahr aus. „Ich erwarte, dass sich das Land dort schnellstens in die Pflicht begibt“, so Lysk in der Ratsrunde.

Und wofür gibt Weißkeißel im kommenden Jahr Geld aus? Die Sanierung der Toilettenanlage, die im Januar im Dorfgemeinschaftshaus startet, war bereits im Haushalt 2017 eingeplant. 2018 stehen Feuerwehr und Gemeindetechnik im Fokus. Die Förderung für das Tanklöschfahrzeug steht mit rund 87 000 Euro im Plan. Das Auto für die Kameraden um René Glowna kostet rund 180 000 Euro. Um das zu finanzieren, ist kein Kredit notwendig. Dafür kündigt Andreas Lysk an, die Ausschreibung für das neue Fahrzeug im Januar auf den Weg zu bringen.

Rund 120 000 Euro kostet der neue Multicar samt Zusatzgeräten für die beiden Gemeindearbeiter. Weiterhin hat Weißkeißel Geld für die Instandsetzung der kommunalen Straßen eingeplant. Auch wenn sich diese grundsätzlich in einem ordentlichen Zustand befinden, müssen immer mal wieder Risse geflickt werden.

Ganz wichtig ist, betont Andreas Lysk, dass die Steuern auch im kommenden Jahr unverändert bleiben. Bis auf eine Ausnahme: Hunde kosten künftig mehr.

Das solide Wirtschaften führt dazu, dass die Kommune Ende Oktober rund 440 000  Euro im Bankbestand hatte. Dafür sorgte unter anderem die Dividende von rund 40 000 Euro von ­EnviaM.  Auch der Schuldenstand wird Jahr für Jahr in Zehntausender-Schritten abgeschmolzen. Anfang 2018 liegt dieser noch bei 83 000 Euro.

Das Thema Breitbandausbau ist in aller Munde. Auch in Weißkeißel soll dort investiert werden. Rund 3,5 Millionen Euro würde das kosten, so  der Bürgermeister. Man kann sich ausrechnen, was das für einen Eigenanteil der Gemeinde bei zehn Prozent bedeutet hätte. Doch zwischenzeitlich hat die neue Landesregierung verkündet, dass schnelles Internet zu 100 Prozent gefördert werden soll. Weißkeißel wäre das natürlich recht so.