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Bescherung
Der Chef-Weihnachtsmannschickt seinen Kollegen

Die Mädchen und Jungen, die vom Awo-Team in Weißwasser betreut werden, haben für den Weihnachtsmann ein kleines Programm mit Musik und Gedichten vorbereitet.
Die Mädchen und Jungen, die vom Awo-Team in Weißwasser betreut werden, haben für den Weihnachtsmann ein kleines Programm mit Musik und Gedichten vorbereitet. FOTO: Regina Weiß / LR
Weißwasser. Leag-Mitarbeiter erfüllen auch Kindern in Weißwasser ihre Wünsche. Von Regina Weiß

Der Weihnachtsmann zählt den Countdown ein. Kaum ist die letzte Zahl verklungen, sind nur noch Papierrascheln und -reißen zu hören. Kein Wunder: 40 Kinder waren die endlosen Minuten vorher wie Schnipsgummi gespannt. Sie mussten warten, bis alle Mädchen und Jungen ihre Geschenke bekommen hatten. Da gibt es nun kein Halten mehr. Wenige Minuten später gibt es strahlende Gesichter und leuchtende Augen. Wenn das die Mitarbeiter der Leag sehen könnten, dann würde ihnen das Herz aufgehen.

Die Mitarbeiter der Lausitz Energie Bergbau AG und Lausitz Energie Kraftwerke AG waren als Weihnachtshelfer für mehr als 230 Kinder im Lausitzer Revier engagiert. Von bunt geschmückten Weihnachtsbäumen in der Cottbuser Hauptverwaltung wie auch beim Technischen Service Tagebaue in Schwarze Pumpe konnten sich Mitarbeiter Wunschzettel „pflücken“ und in Erfüllung gehen lassen. Die Palette der Weihnachtswünsche war bunt. Vom Badehandtuch bis zur Gitarrentasche reichten die Wünsche der Kinder und Jugendlichen. Christine Kuhle ist eine von den Wunsch-Erfüllerinnen und schaut am Dienstag bei M. M.Family-Event in Weißwasser vorbei, um zu sehen, ob ihr Geschenk auch Freude macht.

Den Raum hat die Awo angemietet, weil in diesem Jahr so viele Kinder bei der Weihnachtsbescherung sind wie noch nie vorher. Die Mädchen und Jungen kommen aus der Tages- und der Wohngruppe der Awo sowie aus Familien in der Stadt, die von den pädagogischen Mitarbeitern betreut werden. Zehn stehen für das gesamte Angebot zur Verfügung, berichtet Katrin Hanusch, Leiterin der „Plattform“ der Awo Lausitz Weißwasser. Doch an diesem Tag steht nicht im Mittelpunkt, wo die Kinder besondere Hilfe und Förderung bei ihrer Entwicklung brauchen, sondern ihr Weihnachtswunsch.

Doch so einfach rückt der Weihnachtsmann die Geschenke nicht raus. Ein kleines Programm haben die Kinder vorbereitet. Der Rausche­bart ist begeistert und schon kann es losgehen. Derweilen die einen ganz forsch auf den Geschenkebringer zugehen, stehen anderen die Bedenken geradezu ins Gesicht geschrieben. Moritz zwickt es gar sehr im Bauch – gibt er später offen zu. Dafür strahlt er dann übers ganze Gesicht. „Genau sooooo ein Speed-Boot wollte ich haben“, zeigt er der RUNDSCHAU-Reporterin das Exemplar und lässt sie außerdem an den Kinder-Weisheiten rund um die Weihnachtsmänner teilhaben.

Denn davon gibt es auch in Weißwasser tatsächlich mehrere. „Das ist der Kollege vom Chef-Weihnachtsmann“, erklärt der Vierjährige zum Besuch bei der Awo. Den Chef hat Moritz auch schon kennengelernt, wenige Tage vorher in der DRK-Kita Sonnenschein. Von dem jetzigen Besuch ist er jedenfalls ganz begeistert und wünscht als Dankeschön auch dem Weihnachtsmann ein ganz tolles Weihnachtsfest. Eins mit Geschenken? „Davon hat der doch ganz viele, da kann er sich was aussuchen“, ist für Moritz die Sache geklärt. Dann gibt es nämlich nur noch das Speed-Boot. Leider fehlt unterm Weihnachtsbaum das Wasser, um gleich seine Leistungsfähigkeit zu testen.

Dafür kurvt ein „heißes“ Modellauto um die Legokisten, unweit davon werden Puppen ausgepackt oder Bücher oder Gutscheine. Mittenmang das zerpflückte Geschenkpapier.

Einzig Nicklas scheint das alles nicht zu interessieren. Der viermonatige Steppke, übrigens der jüngste Beschenkte, schaut sich das Treiben seelenruhig vom Schoß seiner Mutter Lysann Firl an. Die 17-Jährige ist derzeit in der Awo-Wohngruppe zu Hause. „Ich fühle mich dort sehr wohl“, lässt sie die Heimatzeitung wissen. Übrigens bekommt nicht nur ihr Baby ein Paket, auch sie wird vom Weihnachtsmann überrascht.

Froher Erwartung hoffen die Kinder auf die Erfüllung ihrer Wünsche.
Froher Erwartung hoffen die Kinder auf die Erfüllung ihrer Wünsche. FOTO: Regina Weiß / LR
Nicklas war mit vier Monaten der Jüngste, der beschenkt wurde. Für Mutter Lysann gab es später auch noch ein Geschenk.
Nicklas war mit vier Monaten der Jüngste, der beschenkt wurde. Für Mutter Lysann gab es später auch noch ein Geschenk. FOTO: Regina Weiß / LR