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Weichen für Gastronomie am Boxberger Ufer gestellt

Boxberg. Nach zähem Ringen hat der Gemeinderat in Boxberg am Montag die Weichen für die künftige gastronomische Versorgung am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees gestellt. Während die einen froh sind, glauben die anderen an eine Monopolstellung des "Neuen". An dessen Familie wurden nämlich mehrere Grundstücke am See für ein Hotel sowie einen Adventure-Minigolf-Park verkauft. Christian Köhler

Über zwei Angebote der Imbissversorgung am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees hatte am Montagabend der Gemeinderat zu entscheiden. Der bisherige Betreiber, Mario Haßler, wollte ein massives Gebäude mit einer Terrasse errichten. Armin Hoffmann, Geschäftsführer eines Porenbetonwerks in Kringelsdorf und Gemeinderat, schlug dagegen eine mobile Versorgung im Namen der familieneigenen Erlebnisschifffahrt GmbH vor. Diese könne, so Hoffmann, eines Tages durch ein Bootshaus ersetzt werden. Dafür jedoch muss die Bergbausanierer LMBV noch grünes Licht für den Verkauf dieser Fläche am Wasser geben. Mit knapper Mehrheit hatte schließlich der Technische Ausschuss der Gemeinde die mobile Variante dem Rat empfohlen.

Monopol-Bedenken

Diese allerdings stieß bei einigen Gemeinderäten auf Bedenken: "Wir haben die Befürchtung", so ließ der abwesende Boxberger Ortsvorsteher Claudius Urban über Ratsmitglied Hendryk Balko (WV) ausrichten, "dass ein Monopol entsteht." Ähnliche Bedenken äußerten die Räte Renate Schmidt (WV) und Hans-Jürgen Kasper (Linke). Gemeinderat Gunna Sock (WV) sah zudem den schmalen Radweg nicht für einen Imbisswagen geeignet. Zudem würden damit keine neuen Toiletten am Strand entstehen, die doch so dringend gebraucht würden. Letzterem konnte Seebeauftragter Roman Krautz von der Verwaltung nur zustimmen. "Wir brauchen neue Toiletten", sagte er.

Geschichten im Hintergrund

Nach zahlreichen Wortwechseln während der Ratssitzung stellte Frank Müller (CDU) schließlich den Antrag, für die weitere Diskussion die Öffentlichkeit auszuschließen. Immerhin "ist die Presse hier und ich möchte einige Äußerungen nicht in der Zeitung lesen." Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen. Danach entschied sich der Gemeinderat bei acht Ja-, zwei Neinstimmen und drei Enthaltungen für die mobile Imbissversorgung.

Allerdings entzündete sich in der Debatte auch eine grundsätzliche Frage: Wie soll künftig das Areal gastronomisch besetzt werden? Eine klare Vorstellung davon hat Arnim Hoffmann. Die Bedenken der Ratsmitglieder könne er nicht nachvollziehen.

Er hatte gemeinsam mit drei weiteren mittelständischen Unternehmerfamilien eine Gesellschaft gegründet, so erklärt er gegenüber der RUNDSCHAU, die genau dafür einen Plan hat. Neben der Erlebnisschifffahrt zählt zu dem Konsortium auch die Hotel- und Erlebnispark Oberlausitz GmbH. An diese wurde erst kürzlich durch den Gemeinderat eine Fläche vor dem Tourismusinformationszentrum (TIZ) zur Errichtung eines Vier-Sterne-Hotels verkauft. Nun beschloss der Gemeinderat am Montag ebenfalls einstimmig, zwei Flächen für insgesamt etwa 127 000 Euro ebenfalls an diese Gesellschaft zu veräußern. Darauf sollen ein Parkplatz für das künftige Hotel - für das laut Hoffmann und Verwaltung noch kein Baurecht vorliegt - und ein 18-Loch-Adventure-Minigolf-Park entstehen.

Gewinner und Verlierer

Den Zuschlag für die Imbissversorgung sieht Arnim Hoffmann "als eine weitere Etappe dahin, die gastronomische Versorgung im Uferbereich qualitativ zu erhöhen und für die Zukunft zu sichern." Ganz anders sieht das Mario Haßler, der am Boxberger und Klittener Ufer jeweils einen Imbiss am See betreibt. "Für mich ist es bitter", erklärt er. Die Entscheidung des Gemeinderates müsse er akzeptieren, auch wenn er glaubt, dass diese letztlich eine "des Geldes wegen" gewesen ist.