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| 18:13 Uhr

Brandschutz
Wehrleiter redet Stadträten ins Gewissen

Marcel Nestler leitet die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser kommissarisch.
Marcel Nestler leitet die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser kommissarisch. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Bei der ersten Beratung des Feuerwehrbeirates haben die Abgeordneten mit Abwesenheit geglänzt.

Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr in Weißwasser sehen sich als Helfer und Unterstützer, damit die Kommune ihrer Pflichtaufgabe in Sachen Brandschutz nachkommen kann. Wehrleiter Marcel Nestler hat den Stadträten am Mittwoch ins Gewissen geredet, dass das nur funktioniert, wenn sich diese aktiv mit einbringen. Es gehe nicht nur darum, dass der Stadtrat Beschlüsse fasst für die Ausstattung der Feuerwehr. „Sondern es geht um eine funktionierende Gemeinschaft“, redete der 30-Jährige den Räten ins Gewissen. Der Anlass, darauf hinzuweisen, liegt gut eine Woche zurück. Am 21. Februar war die erste Sitzung des neuen Feuerwehrbeirates anberaumt gewesen. Dieser setzt sich aus Kameraden, Stadtverwaltung und Stadträten zusammen. Letztere glänzten mit Abwesenheit. Nestler sagte am Mittwoch: „Ich möchte, dass das negative Ereignis das einzige bleibt.“ Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) unterstützte das und bat die Räte, das zu beherzigen und die Kameraden zu unterstützen, die diesen Job ehrenamtlich machen. Nach dem Ausscheiden von Gerd Preußing als langjährigem Wehrleiter und weil sich niemand zur Wahl stellte, musste der OB einen Wehrleiter kommissarisch einsetzen. Marcel Nestler ist der Bitte gefolgt und übernahm das Ehrenamt im Februar für die nächsten Monate. Für den Stellvertreter-Posten hatte sich Sven Müller zur Wahl gestellt und das Vertrauen der Kameraden erhalten. Beide haben den Rückhalt in der Wehr, betonte der OB während der Ratssitzung, als er den beiden Floriansjüngern die Berufungsurkunden überreichte und ihnen dankte, diese Aufgabe wahrzunehmen.

Über mangelnde Arbeit beim Beackern des Feldes „Brandschutz“ muss sich in Weißwasser niemand beschweren. Erst im Oktober hat der Stadtrat den Brandschutzbedarfsplan beschlossen. Das markanteste Defizit der Feuerwehr Weißwasser, das ein externer Gutachter den Räten aufzeigte und wo Handlungsbedarf besteht, ist der Personalmangel. Die Wehr setzt sich aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften zusammen. Angesichts der finanziellen Misere Weißwassers wird immer wieder die Frage laut, ob bei den Hauptamtlichen reduziert werden soll. Doch nach Auffassung der Fachleute ein no-go. Nur die Freiwilligen alleine reichen nicht aus, um die Einsatzbereitschaft wie gefordert abzusichern. Hinzu kommt, die Feuerwache an der Thomas-Jung-Straße müsste dringend saniert und ausgebaut werden. Alternativ schlagen die Gutachter einen zweiten Standort in Weißwasser vor. Aus Sicht vieler Feuerwehrleute würde das aber der Kameradschaft nicht gut tun, befürchten sie. Diese und weitere Aufgaben, betonen Nestler und Müller, lassen sich eben nur gemeinsam mit Verwaltung und Räten anpacken.

Weißwassers stellvertretender Wehrleiter Sven Müller. Foto: ni
Weißwassers stellvertretender Wehrleiter Sven Müller. Foto: ni FOTO: Gabi Nitsche
(ni)