| 08:55 Uhr

Wegen Sparschwein und Baguette in U-Haft

Ein Sparschwein mit zwei Euro Inhalt hat der Angeklagte unter anderem entwendet und muss sich nun dafür vor Gericht verantworten.
Ein Sparschwein mit zwei Euro Inhalt hat der Angeklagte unter anderem entwendet und muss sich nun dafür vor Gericht verantworten. FOTO: Erwin Wodicka
Görlitz. Es klingt wie eine Posse, ist aber offenbar wahr, denn das Landgericht Görlitz hat darüber eine offizielle Pressemitteilung verfasst. Frank Hilbert

Ein heute 38 Jahre alter Mann aus Görlitz sitzt seit dem 11. April dieses Jahres in Untersuchungshaft. Ihm werden mehrere Eigentums- und Gewaltdelikte zur Last gelegt, worüber am 11. Und 27. Oktober weiter verhandelt werden soll.

Am 9. März 2017 soll sich der Angeklagte Zugang zur Wohnung des Herrn K. auf der Krischelstraße in Görlitz mit der Bitte um ein Glas Wasser verschafft haben. Als der Wohnungsinhaber in der Küche gewesen sei, um das Wasser zu holen, habe der Angeklagte eine Schatulle mit Orden im Wert von rund 30 Euro und ein Sparschwein mit zwei Euro Bargeld entwendet. Das Diebesgut sei am 12. April bei einer Wohnungsdurchsuchung des Angeklagten gefunden worden, heißt es in der Pressemitteilung.

Am 16. März habe dieser dann aus einem Lieferwagen vor der Bäckerei Dreißig am Postplatz ein Baguette-Brötchen im Wert von zwei Euro entwendet. Das wiederum hat Autofahrer Herr G. bemerkt, der daraufhin gehupt habe. Der Angeklagte habe danach gegen das Fahrzeug von G. getreten. Dieser habe angehalten, um nach Schäden an seinem Pkw zu schauen. Der Angeklagte sei auf G. zugekommen und habe ihn als "Arsch" bezeichnet und ihn mit dem Handballen gegen das linke Ohr geschlagen. Dadurch sei G. kurz benommen gewesen und habe unter anderem eine Schädelprellung erlitten.

Diesen Vorfall habe wiederum ein weiterer Autofahrer, Herr L., bemerkt, der angehalten habe, um sich nach dem Befinden von G. zu erkundigen. Dies habe der Angeklagte bemerkt und L. Schläge angedroht. Nachdem der Angeklagte vergeblich versucht hatte, die Fahrertür zu öffnen, habe er heftig mit der Faust gegen die Scheibe geschlagen, die jedoch nicht beschädigt wurde.

Am 1. April habe sich dann der Angeklagte gegen 23.30 Uhr mit seinem Fahrrad von hinten dem Geschädigten Herrn K. (Tat vom 9. März) genähert und ihm seinen Stoffbeutel entrissen. Darin hatte sich unter anderem die Brieftasche von K. mit zehn Euro Bargeld und der EC-Karte befunden. K. sei zu Fall gekommen und mit der Stirn auf den Boden aufgeschlagen, wodurch dieser Schürfwunden an der Stirn erlitten habe. Anschließend habe der Angeklagte mit der entwendeten EC-Karte um 23.46 Uhr bei der Sparkassenfiliale auf der Berliner Straße 200 Euro abgehoben.