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| 02:46 Uhr

Wechsel an der Spitze der Rietschener Wehr

Giesbert Gahner (l.) wird neuer Ortswehrleiter in Rietschen. Er löst Bernd Weise (r.) ab.
Giesbert Gahner (l.) wird neuer Ortswehrleiter in Rietschen. Er löst Bernd Weise (r.) ab. FOTO: Christian Köhler
Rietschen. Der Rietschener Ortswehrleiter Bernd Weise gibt seinen Posten Ende Januar ab. Dann soll vorerst kommissarisch Giesbert Gahner die Rietschener Feuerwehr führen. Zum 115. Jubiläum der Ortswehr in diesem Jahr wollen aber beide mit anpacken. Christian Köhler

Seit insgesamt elf Jahren ist Bernd Weise Ortswehrleiter der Feuerwehr in Rietschen. "Aus gesundheitlichen Gründen kann ich den Posten nicht mehr ausüben", sagt der 60-Jährige. Das habe er bereits im vergangenen Jahr Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) mitgeteilt. Nach der Jahreshauptversammlung am 27. Januar soll der jetzige Stellvertreter Giesbert Gahner neuer Ortswehrleiter werden.

"Ich bin 1976 zur Feuerwehr gekommen", erzählt Giesbert Gahner. Damals hatte es einen Großbrand des Tagebauvorfeldes Schadendorf gegeben, bei dem der seinerzeit 16-Jährige bei den Löschkräften mithalf. Der Liebe wegen ist Giesbert Gahner von Reichwalde 1985 nach Rietschen gezogen und seitdem in der Ortsfeuerwehr aktiv. In Reichwalde hatte er bereits einige Ausbildungen erhalten und sich in Rietschen kontinuierlich weiterentwickelt. Ihm sei bewusst, "dass sich die Feuerwehrarbeit in den vergangenen Jahren stark verändert hat." So müsse heutzutage vielmehr auf Schichtdienste Rücksicht genommen werden. Ziel müsse es deshalb sein, die Tagesbereitschaft der Rietschener Brandbekämpfer sicherzustellen.

Dafür haben die Einsatzkräfte zwei Vorschläge: Entweder im Rietschener Gerätehaus werden doppelte Ausrüstungen deponiert, sodass Feuerwehrleute aus den Ortsteilen, die in Rietschen arbeiten, bei Notfällen von dort aus Einsätze unterstützen können. Oder aber die Ausrückerordnung, die festlegt, welche Ortswehr bei welchem Notfall zuerst ausrückt, müsse geändert werden.

Bernd Weise erklärt: "Als ich damals anfing, konnte ich --wenn man die Alters- und Ehrenabteilung mitrechnet - auf 41 Kameraden zurückgreifen." Inzwischen ist die Anzahl der Feuerwehrleute auf 31 gesunken. "Und davon sind 19 einsatzbereit." Allerdings müssten per Gesetz doppelt so viele Floriansjünger vorgehalten, wie es Sitzplätze in den Einsatzwagen gibt. "Wir müssten also eigentlich 25 Kameraden sein", sagt Bernd Weise.

"Uns hat der Bürgermeister zugesichert, dass es an finanziellen Mitteln von Seiten der Gemeinde nicht scheitert, um beispielsweise zwei Ausrüstungen für die Kameraden anzuschaffen", erklärt Gahner. Das kann auf RUNDSCHAU-Nachfrage Ralf Brehmer bestätigen. "Die Tagesbereitschaft der Feuerwehr muss unbedingt sichergestellt werden", unterstreicht der Bürgermeister. 2017 wolle man in Zusammenarbeit mit Gemeindewehrleiter Wilfried Rekusch und den anderen Ortswehren beraten, wie die Einsatzbereitschaft sicherzustellen ist. Ein wichtiger Punkt ist dabei auch die Zusammenarbeit mit Umlandgemeinden wie etwa mit den Wehren in Kreba-Neudorf, Niesky oder Stannewisch. "Wir arbeiten seit zwei Jahren eng mit den Kameraden aus Stannewisch zusammen und wollen die Kooperation weiter ausbauen", bestätigen Bernd Weise und Giesbert Gahner gleichermaßen. Die Kooperation betreffe vor allem die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrleute. "Es ist schwer, gute Leute für die Wehr zu gewinnen", berichtet Giesbert Gahner. Er freue sich deshalb um so mehr, dass sich die Familie Fuchs aus Rietschen stark in die Feuerwehrarbeit einbringt.

Bernd Weise blickt unterdessen auf eine bewegte Zeit mit durchschnittlich 20 Einsätzen pro Jahr zurück. "Ich erinnere mich noch gut an so manche knifflige und schwierige Situation", erzählt der aus Weißwasser stammende Bernd Weise. Beispielsweise an den Brand des Pflegeheims Gessner im Jahr 2009 oder den brennenden China-Imbiss im Jahr 2012 am Rietschener Supermarkt. Dort wäre beinahe eine Gasflasche explodiert. "Während des Hochwassers 2010 hatten wir unzählige Einsätze, bei denen wir vollgelaufene Keller abgepumpt haben", erinnert sich der amtierende Wehrleiter.

Auch in diesem Jahr will sich die Rietschener Feuerwehr in das Gemeindeleben einbringen. Ein erster Höhepunkt soll bereits am Ostersamstag, dem 15. April, steigen. Dann nämlich wird zum Osterfeuer geladen. "2016 hatten wir zum ersten Mal ein Feuer gemacht und es war ein voller Erfolg", erinnert sich Bernd Weise. Das soll nun fortgesetzt werden.

Im Juni wird unterdessen zum großen Feuerwehrjubiläum nach Rietschen geladen. Obwohl das eigentliche 115-jährige Jubiläum im Mai ansteht, soll es am 17. Juni eine große Feier geben. Unter den Ortswehren wird zudem ein Königsschießen veranstaltet.

Zum Thema:
Am 27. Januar wird bei der Jahreshauptversammlung der Ortswehr Rietschen der neue Ortswehrleiter vom Bürgermeister eingesetzt. Neuer Stellvertreter soll Kamerad Karsten Fuchs werden. Die Jahreshauptversammlung der Gemeindefeuerwehr ist für den 25. Februar um 15 Uhr im Kino-Café in Rietschen angesetzt, teilt Wilfried Rekusch mit.