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| 17:36 Uhr

Millionen-Investition
Wasserwerk Boxberg wird neu gebaut

 Geschäftsführerin Petra Brünner erklärt anhand eines Modells, wo künftig das Trinkwasser für rund 35 000 Abnehmer in der Region Weißwasser herkommt.
Geschäftsführerin Petra Brünner erklärt anhand eines Modells, wo künftig das Trinkwasser für rund 35 000 Abnehmer in der Region Weißwasser herkommt. FOTO: Regina Weiß
Boxberg/Schleife. Der Bärwalder See hat als künftige Wasserfassung auch einen Stresstest überstanden. Von Regina Weiß

Sich auch nur gedanklich mit dem kühlen Nass zu beschäftigen, war am Dienstagabend im Saal des Sorbischen Kulturzentrums Schleife eine Wohltat. Petra Brünner, Geschäftsführerin des Wasserzweckverbandes Mittlere Neiße - Schöps, war vor Ort, um über die künftige Trinkwasserversorgung im Norden des Landkreises Görlitz zu sprechen. Ein Dauerthema seit Jahren.

Die Lösung ist mit dem Bärwalder See gefunden worden. Dessen Uferfiltrat kann die Wasserkapazitäten für den Altkreis Weißwasser (außer Rietschen und Bad Muskau) sowie die Gemeinde Spreetal im Landkreis Bautzen in normalen Zeiten (5400 Kubikmeter am Tag) und in Spitzenzeiten (10 200 Kubikmeter zum Beispiel beim Gießen im Sommer) erbringen.

Mittlerweile steht auch fest, dass neben der Rohwasserfassung am See und der -leitung auch das Wasserwerk in Boxberg neu gebaut wird. Von der Idee eines Umbaus habe man sich verabschiedet. Hintergrund laut Petra Brünner ist die Wasseraufbereitung. Musste bisher enteist und entmanganisiert werden, ist das künftig nicht mehr notwendig. „Wir haben eine super Wasserqualität“, hören die Schleifer Räte. Für die Trinkwasserversorgung kann der natürliche Abstrom von Sachsens größtem See genutzt werden. Dort fließen jährlich zehn Millionen Kubikmeter ab. „Wir brauchen 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr.“

Vom neuen Wasserwerk kann das kostbare Nass über die Anfang 2018 in Betrieb gegangene Leitung Boxberg-Weißwasser eingespeist werden. Für Schleife bedeutet das allerdings, dass sich die Fließrichtung in der Hauptwasserleitung ändern wird. Jetzt kommt das Wasser über Schwarze Pumpe. Die Verbindung dorthin soll auch nicht gekappt werden. Es geht um die Versorgungssicherheit für den Fall der Fälle. Da die Hauptwasserleitung aber zu groß dimensioniert ist, wird dort aller Voraussicht nach ein neues Rohr eingezogen werden.

Derzeit laufen für die Neubauten im Boxberger Bereich die Ausführungs- und Genehmigungsplanung. Ende dieses Jahres sollen die Ausschreibungen durch sein. 2020 ist dann das Jahr des Bauens. „Das Ziel ist, Ende 2020 den Probebetrieb zu starten.“ Das Wasserwerk allein kostet 6,5 Millionen Euro. Rohwasserfassung und -leitung bringen es auf je 1,1 Millionen Euro. „Für die Finanzierung laufen derzeit noch Gespräche“, erklärt Petra Brünner.

Viele Millionen – doch allemal preiswerter als die einst angedachte Wasserleitung nach Sdier. Die hätte mit rund 17 Millionen Euro zu Buche geschlagen.