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| 02:44 Uhr

Wasserwanderer auf "Dosensuche"

Das neue Boot wird vor der Premierenfahrt auf der Neiße auf den Namen Darinka getauft. Vanessa (8) ist Käp'n Wilfried dabei behilflich.
Das neue Boot wird vor der Premierenfahrt auf der Neiße auf den Namen Darinka getauft. Vanessa (8) ist Käp'n Wilfried dabei behilflich. FOTO: Gabi Nitsche
Pechern. Immer mehr Touristen würden das Wasserwandern auf der Neiße mit dem Geocaching verbinden und dieses Abenteuer suchen. Diese Erfahrung hat Wilfried Marko aus Sagar gemacht, der versiert ist, was die verschiedensten Bootstouren auf dem Grenzfluss angeht. Gabi Nitsche

"Olaf Kloos, ein ehemaliger Krauschwitzer aus Zwickau, hat mit seiner Truppe 50 Dosen am Fluss zwischen Pechern und Bad Muskau versteckt und jetzt die Geocaching-Strecke in Richtung Bademeusel verlängert", berichtet der 65-jährige Sagarer.

Michael Bellmann (45) bestätigt das steigende Interesse. Mit Familie und Freunden ist der Freitaler Sonntag genau deswegen nach Pechern an die Neiße gekommen. "Die Tour hier hat eine hohe Bewertung von Geocachern erhalten. Wir sind gespannt." Lebensgefährtin Daniela Müller ebenfalls.

Eigentlich sei das Bergwandern das Metier der Familie. Aber wenn sich beides auf so eine tolle Art verbinden lasse, sei das top. "Was ist besser, als mit Wandern und Geocachen zusammen die Natur zu erkunden? Unsere Kinder Sophia und Vanessa sind voll motiviert und fragen nicht laufend, wann sind wir denn endlich da, sondern sind deutlich wanderfreudiger."

Ein- bis zweimal im Jahr treffen sich die Freitaler mit Adriane, Heiko und deren Sohn Moritz aus Bischofswerda und Kerstin aus Dresden zu Touren wie der heutigen. Die drei Frauen kennen sich seit über zehn Jahren, haben als Krankenschwestern damals in Dresden gearbeitet. "Unsere Arbeitswege haben sich getrennt, aber unsere Freundschaft besteht weiter", freut sich Adriane. Und von ihr sei vor einigen Jahren die Initialzündung fürs Geocaching in diesem Freundeskreis gekommen. "Wir machen das auch im Urlaub im Ausland und lernen dadurch schöne Fleckchen kennen, die nicht so von Touristen überrannt sind", so Adriane.

Zwei Tage zuvor sei erst ein älterer Herr auf diese Tour gegangen. Nach acht Stunden war er fix und fertig, gibt Wilfried Marko zum Besten, derweil er sein neues Boot - extra für die Geocacher angeschafft - für die Taufe vorbereitet. Darinka soll es heißen. "Alle meine Boote enden auf A und kommen aus Tschechien."

Es ist kurz vor zehn Uhr, die Jüngsten stecken in Schwimmwesten, Rucksäcke und Proviant sind in den beiden Schlauchbooten verteilt. "Aufsitzen!" ruft ihnen Wilfried Marko zu. Noch ein kleiner Anschubser, und los geht's. "Die Schnellsten haben vier Stunden gebraucht", ruft Michael Bellmann noch. Auch wenn sich die Neiße heute ruhig verhält, sind die Boote innerhalb weniger Minuten um die nächste Biegung in Richtung Bad Muskau verschwunden.

Sechs Stunden später erreichen die abenteuerlustigen Besatzungen das Ziel. "Wir hatten Glück, dass wir um ein Gewitter herumkamen. Zwischendurch sah es nach Blitz und Donner aus", berichtet Michael Bellmann. Auch wenn es sehr schwülwarm war, kein Lüftchen wehte, "und den Mädels die Pferdebremsen und Spinnen im Unterholz nicht so recht gefielen, kann ich die Tour gern weiterempfehlen". Was die 50 Dosen angeht, so haben sie alle "eingesammelt". "Nur gut, dass wir mit zwei Booten unterwegs waren. Was die einen übersahen, konnten die anderen dann erledigen. Da war jeder Mal am Zuge", so Bellmann. Er ist im Übrigen Autor von mehr als 20 veröffentlichten Wanderführern. Vor sieben Jahren, als er von der Kündigungswelle bei quimonda Dresden betroffen war, habe der studierte Elektriker aus dem Hobby seinen Beruf gemacht und beschreibt die schönsten Touren.

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