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| 02:46 Uhr

Wasserrettung am Bärwalder See braucht einen Plan

FOTO: Fotolia
Weißwasser. Für das nächste Wochenende hat Petrus sonnige Zeiten angekündigt: Badewetter. Da lacht das Herz. Barbara Koschkar, Vorstandsvorsitzende beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes Weißwasser, ist aber beim Gedanken an die Wasserrettung alles andere als zum Lachen zumute. Es werde immer schwieriger, diese abzusichern. Regina Weiß

Daraus macht sie am Dienstagabend bei der Runde der Jungen Union in Weißwasser keinen Hehl. Die hat zu einem besonderen Gesprächsformat eingeladen. Bei "Hallo Pizza" in Weißwasser wird nicht nur gegessen, sondern auch nicht lange um den heißen Brei herumgeredet.

Barbara Koschkar nutzt die Gelegenheit, um noch einmal öffentlich Unterstützung für die Wasserrettung einzufordern und richtet sich damit an den Landespolitiker Lothar Bienst und den Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (beide CDU). Sie möchte, dass die Wasserrettung bei der nächsten Ausschreibung mit in den Rettungsdienstbereichsplan aufgenommen wird. Dort ist beispielsweise geregelt, wie viele Rettungswachen es gibt, welche Zeiten beim Rettungsdienst eingehalten werden müssen, wie viel Personal dafür zum Einsatz kommen muss und wer das finanziert.

Das betrifft aber "nur" die Rettung zu Lande. Die auf dem Wasser bleibt außen vor und muss derzeit beispielsweise am Bärwalder See auf ehrenamtlicher Basis geregelt werden. Das bedeutet Kosten von rund 25 000 Euro. Das könne das DRK nicht abfedern. Auch die Kommune Boxberg hebt aus finanziellen Gründen die Hände. Die Aktion "Retterkaffee" der Rösterei aus Dresden steuere etwas Geld bei, könne aber nur als Tropfen auf den heißen Stein betrachtet werden. Die Aufnahme in den Dienstbereichsplan wäre dagegen eine Lösung von Dauer. "Dann gäbe es Stellen, die wir dafür planen könnten und die Finanzierung wäre auch gesichert. Und unsere Schwimmmeister müssten nicht nach Köln zum Arbeiten", erklärt Barbara Koschkar auf Nachfrage.

Derzeit sichert das DRK die Wochenenden in der modernen Rettungswache am Klittener Ufer mit Freiwilligen ab. Dazu gehören neben der Katastrophenschutz-Wasserrettungsgruppe des DRK die Wasserwachten Chemnitz, Dresden, Boxberg, Löbau und Kamenz.

Nicht nur die Wasserrettung braucht künftig einen vernünftigen Plan, bekommen die Politiker mit auf den Weg gegeben. Bei der Bildung drückt aus Sicht von Mandy Köhler noch mehr der Schuh. "Wir verwalten hier den Mangel", erklärt sie als Mutter. Da würden Lehrer abgeordnet und Lose entscheiden, welche Sprache das Kind am Gymnasium lernen soll, weil Lehrer fehlen.

Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher seiner Fraktion, räumt ein, dass "einfach zu spät regulierend eingegriffen" wurde. Die Erhöhung der Zahl der Studienplätze oder die Unterstützung mit Stipendien für Lehrerstudenten werde erst in einigen Jahren zum Ziel führen.

Dass jetzt in das Thema noch zusätzlich Unruhe durch die Pläne eines Zentralschulamtes kommt, sieht auch Bienst kritisch. Aus seiner Sicht sei es zudem der falsche Ansatz des Ministeriums, Kompetenz aus der Fläche zu nehmen und zu zentralisieren. Hinzu komme der zeitliche Druck. Dazu laufen Gespräche, sichert Bienst zu.

Gespräche hat auch Michael Kretschmer in den letzten Tagen mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geführt. Es geht um die Elektrifizierung der Bahnstrecke Cottbus-Görlitz. Entgegen dem Vorwurf, das Ministerium würde das Vorhaben in die Warteschleife schieben, werde sehr wohl daran gearbeitet. So geht es um die Bewertung des Projektes, den Nutzen-Kosten-Faktor. "Wahrscheinlich liegen erste Ergebnisse bis Herbst vor", sagt Kretschmer. Dabei sei es aus seiner Sicht ganz wichtig, nicht nur den Status quo zu beleuchten, sondern auch die Entwicklung der Zukunft. Wie wichtig das sei, das sei derzeit auf der A 4 Görlitz - Dresden zu sehen. Sie wurde zweispurig ausgebaut. Doch der Lkw-Verkehr reihe sich in einer Spur wie eine lange Schlange aneinander. Eine dritte Spur tue deshalb dringend not.