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| 16:15 Uhr

Kolumne Wort zum Sonntag
Was ich will, gebe ich dir!

Weßwasser. Der D-Zug ist voll. Alle Sitzplätze sind besetzt. Auch auf dem Gang drängeln sich schon die Leute. Ein älteres Ehepaar steigt zu und kommt mit Gepäck vor einem Abteil, in dem junge Leuten sitzen, zum Stehen.

Der Zug fährt an. Da öffnet ein junger Mann die Schiebetür des Abteils und sagt zum Ehepaar: „Bitte gehen sie doch etwas weiter! Ich kann nicht sehen, wenn alte Leute stehen müssen.“

Es klingelt an der Tür. So ein Mist, wo gerade die Sportschau mit der Bundesliga anfängt. An der Tür steht der Nachbar und bittet um Hilfe. Er muss für die Renovierung einen Schrank verschieben und schafft dies nicht allein. Geht nicht! Ich hab’s mit dem Rücken. Türe zu und hops auf den Wohnsitz Nummer 1 vor dem Fernseher.

Er fährt in den Baumarkt, um Schrauben und Muttern für die Schaukelreparatur zu kaufen. Es vergeht viel Zeit, bis aus dem Meer des Angebots die richtigen Schrauben und Muttern herausgefischt sind. Er kommt nach Hause und seine Frau fragt freundlich: „Wo bist du denn geblieben? Jetzt muss ich das Essen noch einmal aufwärmen.“ Es dauert eben so lange wie es dauert, sagt er grob, und schon ist seine Frau satt und braucht gar kein Essen mehr.

Solche und ähnliche Situationen kommen täglich überall vor. Nicht zu messen sind der Frust und die Enttäuschungen, die sie verursachen. Viel Mühe ist meistens nötig, um entstandene Verstimmungen wieder aus dem Wege zu räumen. Um diese Verstimmungen zu vermeiden, gibt uns die Bibel eine wirksame Strategie: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matthäus 7,12). Mit anderen Worten: Behandele den anderen so, wie du selbst von ihm behandelt werden willst. Wer es ausprobiert, der wird bald merken, dass die Methode eine Menge Ärger vermeidet. Ja mehr noch! Wer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sät, hat gute Chancen, diese vermehrt zurück zu bekommen und zudem ein gutes Gewissen.