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Ein Fluss zieht um
Was es über den Schöps zu schreiben gibt

Die Übernahmevereinbarung für den Schöps wird unterzeichnet. Für die Leag unterschreiben Vorstand Uwe Grosser (2.v.r.) und Ingolf Arnold (Leiter Geotechnik) und für die Landestalsperrenverwaltung Geschäftsführer Heinz Gräfe (2.v.l) und Betriebsleiter Spree-Neiße Sebastian Fritze (r.)
Die Übernahmevereinbarung für den Schöps wird unterzeichnet. Für die Leag unterschreiben Vorstand Uwe Grosser (2.v.r.) und Ingolf Arnold (Leiter Geotechnik) und für die Landestalsperrenverwaltung Geschäftsführer Heinz Gräfe (2.v.l) und Betriebsleiter Spree-Neiße Sebastian Fritze (r.) FOTO: Regina Weiß
Rietschen. Es wurde an Brücken und Furten, neue Betriebsteile, Teiche, Knoblauchkröten und fleißige Bienen gedacht.

Weißer und Schwarzer Schöps sind auf fast 15 Kilometern renaturiert worden. Herzstück war die 5,4 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Hammerstadt und südlich von Altliebel.

Im Juli 2007 gab es den Start für die Vergabe der Planungsleistungen. Im Dezember 2009 begann die Genehmigungsphase. Bevor gebaut wurden wurden Amphibien umgesiedelt und Archäologen suchten die Neubaustrecke ab.

Die Bauarbeiten begannen offiziell 2011 und waren in 14 Baulose aufgeteilt. „Es ist eine der schönsten Baustellen“, lobt der Rietschener Christoph Eckert im Film „Ein Fluss zieht um“.

Wo vorher kein Flussbett war, wurden 960 000 Kubikmeter Erdreich abgetragen. Dieses war wiederum die Grundlage für den 6,8 Meter hohen Objektschutzdamm für den Tagebau Reichwalde. Damit dieser in sein Nordfeld eindrehen konnte, war die Flussverlegung überhaupt notwendig geworden.

Der Hochwasserschutz hat sich erheblich verbessert. Es entstanden auf 72 Hektar Retentionsflächen und auf 8,2 Kilometer ein Schutzdamm.

Es wurden neue Teiche, Brücken, Furten, Wehre, eine Straße, ein Landwirtschaftsbetrieb sowie ein Rastplatz für müde Wanderer und fleißige Bienen (Insektenhotel) gebaut. Fischaufstiegstreppen in Schöps und Raklitza ermöglichen Fischen nun Wege, die ihnen 40  Jahre lang verwehrt waren.

Teile der Raklitza, der Modergraben und der Pechteich gehörten ebenfalls zum Projekt und wurden entschlammt beziehungsweise neu gestaltet.

Mit dem Schenkteich bekamen die Rietschener etwas Ostseefeeling vor der Haustür.

Parallel zur Bauzeit erfolgte das notwendige Flurneuordnungsverfahren, in dessen Rahmen bislang bereits 4350 Grenzsteine zu setzen waren. Bis 2022 soll auch dieses Verfahren vollständig abgeschlossen sein, kündigte die Leag an.

Im Rahmen der Übergabe der einzelnen Bauabschnitte wurde auch immer mal wieder gefeiert, zum Beispiel im 21. Juni 2013 das Bergfest in Altliebel.

14 Planänderungsverfahren waren in den Jahren notwendig geworden. 280 Aktenordner hat die Leag nun in das (Schöps-)Archiv überführt.

(rw)