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| 01:06 Uhr

„Warum wurden wir nicht informiert?“

Gablenz.. In allen Gemeinde- und Stadträten spielte das Thema Stasiüberprüfung in den zurückliegenden Wochen eine Rolle. Es ging darum zu entscheiden, ob Räte und Bedienstete der Verwaltung unter Einbeziehung der so genannten Rosenholz-Dateien auf eine Zusammenarbeit mit der Stasi überprüft werden sollen. In Gablenz kam es bei diesem Thema zu einem hitzigen Disput. Von Regina Weiß

„Ich wurde von einem Bürger angesprochen, ob das Thema Stasiüberprüfung in Gablenz keine Rolle spielt, so wie in den umliegenden Orten“ , so Gemeinderat Norbert Thorausch. Und er schob nach, ob es dazu ein Schreiben gibt, was in der Gemeindeverwaltung vorliegt. „Es gibt dieses Schreiben. In der nächsten Ratssitzung lege ich es dem Rat vor“ , so Bürgermeister Lothar Karger. „Da liegt doch ein Versäumnis vor. Da ist doch ein Termin genannt worden, den wir einzuhalten haben“ , so kopfschüttelnd Norbert Thorausch.
„Wenn ich das schon höre, mich hat ein Bürger angesprochen. Es braucht doch hier niemand Leute vorzuschieben. Jeder kann einen Antrag stellen, um überprüft zu werden. Wir blamieren uns hier“ , machte Jürgen Oeder aus seinem Herzen keine Mördergrube. Lothar Karger versuchte, das Ganze zu begründen, in dem er auf die Besonderheit der Rosenholzakten hinwies. Dietmar Noack wollte wiederum das Ganze so nicht stehen lassen, ihm ging es um das Prinzip: „Es geht darum, dass es ein amtliches Schreiben gegeben hat. Und das Amt muss die Räte informieren.“ In der CDU-Fraktion sorgte außerdem für Ärger, dass ein Termin an dieses Schreiben gebunden war.
„Gablenz hat ja wohl andere Probleme. Das ist rausgeschmissenes Geld“ , hielt Gemeinderätin Andrea Probst mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg.

Kommentiert Tacheles reden
 Die Diskussion um die Stasiüberprüfung in Gablenz spricht Bände. So wie dort die Spitzen hin- und herflogen, ist seit der Wahl die Stimmung in dem Gremium. Die eine Seite (CDU) denkt, dass die Wählervereinigung vom Bürgermeister in den Rat lanciert wurde, um besser regieren zu können. Die andere Seite (Wählervereinigung) denkt, dass die CDU gern schalten und walten würde, wie sie denkt und die Neuen nicht zum Zuge kommen lässt.
Fakt ist, Gablenz ist eigentlich zu klein für diese parteilichen Grabenkämpfe. Um etwas zu erreichen, sollte man vorurteilsfrei miteinander an einem Strang ziehen.
Als ersten Schritt empfehle ich ein klärendes Gespräch hinter geschlossenen Türen. Rausgelassen werden alle Parteien erst wieder, wenn weißer Rauch aufsteigt.