| 20:59 Uhr

Lesung
Humorvoller Blick auf das Leben

Walter Plathe liest in Weißwasser. Der humorvolle Einblick in sein Leben ist kurzweilig und wird mit viel Apllaus belohnt.
Walter Plathe liest in Weißwasser. Der humorvolle Einblick in sein Leben ist kurzweilig und wird mit viel Apllaus belohnt. FOTO: Gabriela Nitsche
Weißwasser. Weißwasseraner zollen Walter Plathe bei Biografie-Lesung viel Applaus.

Walter Plathe ist zu Gast in der Stadtbibliothek  Weißwasser. Mehr als 100 Besucher passen in den Lesesaal. Die Karten für die Lesung waren schneller ausverkauft, als es sich Sylvia Buder, bei der Stadtverwaltung für Kultur zuständig, ausgemalt hatte. „Wir hätten viel mehr verkaufen können“, sagt sie und zeigt auf einige Wartende. Diese hoffen, dass irgendjemand noch eine Karte zurückgibt, und sie somit ebenfalls den bekannten Schauspieler mit eigenen Augen erleben und hören können, wenn dieser Episoden aus seiner Biografie „Ich habe nichts ausgelassen“ liest. Und dann öffnet sich die Tür. Der Plathe anno 2017 hat äußerlich nichts mehr gemein mit dem attraktiven Landarzt, den der Berliner 17 Jahre im Fernsehen verkörperte. Im Saal wird getuschelt, und Bemerkungen sind zu hören wie „In den Landarztkittel von damals passt er aber nicht mehr“. Zur Begrüßung zückt der schwergewichtige 66-jährige Vollbärtige  kurz seinen Hut, nimmt an dem vorbereiteten Lesetisch Platz und legt los. Nicht nur mit einer Prise Humor ist der Blick auf sein bisheriges Leben gewürzt. Wenn Plathe von Melitta, seiner Mama, spricht und davon, wie sehr sich diese nichts sehnlicher wünschte, als ihn, „einen Walter“. Oder von seiner Kindheit im Berliner Scheunenviertel rund um die Ackerstraße, 500 Meter neben der Sektorengrenze an der Bernauer Straße. „Alles hat seine Zeit“, so Plathes Spruch. Auch die mit Kumpel Kalle, als die beiden Halbwüchsigen die Berliner Ackerhalle als Abenteuerspielplatz auskosteten, mit Gummigeschossen eine große Scheibe eines Fischbehälters zum Zerbersten brachten und die Karpfen letztlich zwischen den Ständen schwammen. Viel zu lachen hat das Publikum auch bei Plathes Jugendweihe-Erinnerungen mit großer Familienfeier, den zwei Käsekuchen, die sich durch seine Ungeschicktheit erst einmal im Treppenhaus verkrümelten, bevor sie sich die Westverwandtschaft schmecken ließ. Später zog Onkel Erich mit ihm um die Häuser. „Unter den leichtesten russischen Landweinen ist mir seither der Wodka der liebste …“

Für die amüsante und kurzweilige Lesung gibt es von den begeisterten Zuhörern am Ende viel Applaus.