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| 17:52 Uhr

Waldeisenbahn Muskau
Der Winterbetrieb kann nun kommen

 Das neuste Projekt der Waldeisenbahn Muskau ist die Lok "Hilax". Der Verein würde die Lok, Baujahr 1938, gern wieder aufbauen.
Das neuste Projekt der Waldeisenbahn Muskau ist die Lok "Hilax". Der Verein würde die Lok, Baujahr 1938, gern wieder aufbauen. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser . Die Waldeisenbahn Muskau nimmt ihre neue Reparaturwerkstatt in Betrieb. Dampfloks können nun vor Ort gewartet werden. Der Bau der Werkstatthalle hat aber noch andere Vorteile für die Eisenbahner. Von Wolfgang Köhler

Was lange währt, wird gut, sagt man. Das trifft auch auf die neue Reparturwerkstatt für die Dampfloks der Waldeisenbahn Muskau (WEM) zu. Am Donnerstagnachmittag hat der Verein um dessen Vorsitzenden Olaf Urban sowie WEM-Geschäftsführer Heiko Lichnok zu einem Blick hinter Kulissen geladen. Denn schon seit gut zwei Jahren wird zwischen Teichstraße und Jahnstraße kräftig gebaut.

„Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Waldeisenbahn als technisches Denkmal der Region zu erhalten“, setzt Olaf Urban an. Interessiert hört ihm Udo Frenschkowski von der Landesdenkmalbehörde zu. Denn die WEM steht vor großen Herausforderungen: „Wir haben vier Dampflokomotiven, die alle acht Jahre instandgesetzt und überprüft werden müssen“, erklärt der Vereinschef. Das bedeutet, alle zwei Jahre bekommt eine Lok gewisser Maßen den TÜV. Und das kostet Geld, viel Geld.

Neue Reparturhalle für die Dampfloks der Waldeisenbahn Muskau

„Wir mussten bislang rund 250 000 Euro erwirtschaften, um die Loks zu warten“, nennt Urban Zahlen. Und dass dies so „günstig“ ist, liegt daran, dass die Eisenbahner einer Werkstatt in Tschechien gefunden haben. „In Deutschland sind wir da schnell bei einer halben Million Euro“, sagt Olaf Urban.

Um die Kosten zu senken haben die Waldeisenbahner einen Antrag gestellt, besagte Halle zu errichten. Diese hat zwar in Gänze eine halbe Million Euro gekostet, bringt aber viele Vorteile. „Weil wir uns in einem Bergbaugebiet befinden, mussten wir die Halle speziell sichern“, erklärt Wilfried Hänel. Heißt: Zwölf Meter tiefe Pfähle mussten unter den Neubau, weil sich darunter wiederum alte Bergwerkstellen befinden.

 Waldeisenbahn-Vereinsvorsitzender Olaf Urban (m.) mit Udo Frenschkowski (3.v.l.) im Gespräch.
Waldeisenbahn-Vereinsvorsitzender Olaf Urban (m.) mit Udo Frenschkowski (3.v.l.) im Gespräch. FOTO: Christian Köhler

„Wegen dem sauren Wasser, was in etwa sechs Meter tiefe liegt, mussten wir den Beton noch zusätzlich sichern“, so Hänel. Folglich liegt ist ein Kostenmehraufwand von rund 100 000 Euro für die gut 23 Meter lange Halle entstanden. Der Freistaat hat sich an den Gesamtkosten des Stahlleichtbau-Gebäudes zu Dreivierteln beteiligt.

Dampfloks der Waldeisenbahn können vor Ort repariert werden

Denn die Vorteile für die WEM überwiegen: „Wir können nun vor Ort die Loks auseinander legen und nur Einzelteile wie etwa den Kessel zur Reparatur einschicken“, erklärt Olaf Urban. Ferner ist das Vorheizen im Winter der Lokomotiven nun möglich, was einen Fahrbetrieb der mehr als 100 Jahre alten Loks ganzjährig erlaubt.

„Außerdem haben wir rund 160 Meter neues Gleis verlegt“, sagt der Eisenbahner. Durch neue Weichen sei das Rangieren nun wesentlich einfacher, störe nicht mehr den Autoverkehr auf der Teichstraße.

 Das Zechenhaus von 1880 wird saniert. Dazu gehören auch Arbeiten im Außengelände zwischen Jahn- und Teichstraße.
Das Zechenhaus von 1880 wird saniert. Dazu gehören auch Arbeiten im Außengelände zwischen Jahn- und Teichstraße. FOTO: Christian Köhler

Gleichzeitig werden mittels EU-Mitteln und in Kooperation mit der Stadt Weißwasser Arbeiten im Außenbereich bewerkstelligt, die noch bis zum kommenden Jahr andauern. Dazu zählt unter anderem die energetische Sanierung des Zechenhauses von 1880 oder das Aufstellen von Zäunen und der Herrichtung des Geländes.

„Wir haben die Bauarbeiten an der Jahnstraße auch dazu genutzt, neue Medienanschlüsse für Wasser, Gas und Strom zu installieren“, erklärt Olaf Urban. Mit der Stadt und den Stadtwerken habe es dabei eine gute Zusammenarbeit gegeben.

„Der Winterbetrieb kann nun also kommen“, sagt Heiko Lichnok zufrieden. Denn mit Blick auf den 125. Geburtstag der WEM in 2020 stehen einige Höhepunkte auf dem Programm, verspricht er. Zunächst aber lädt die WEM zur Mondscheinfahrt am 6. September. Tickets gibt es dafür schon jetzt.